Zum Inhalt springen
Foto beigestellt

Champagner im Berliner Bunker: Dom Pérignon präsentiert Spitzen-Kollektion

Champagner
Verkostung
Berlin

Wenn Kunst auf Kunst trifft – Dom Pérignon präsentiert neue Spitzen-Champagner in der exquisit-ungewöhnlichen Boros Collection in Berlin.

Der Bunker in der Reinhardtstraße ist grau und hässlich, ein Monument des Zweiten Weltkrieges und Teil der Allmachtsphantasie des Dritten Reichs, ein Werk von Hilters Lieblingsarchitekt Albert Speer, der in Berlin eine neue »Welthauptstadt Germania« bauen sollte und wollte. Die bunten Graffiti an den Außenwänden holen das Gebäude in Berlin Mitte – der Friedrichsstadtpalast liegt in Sichtweite, zum Regierungsviertel ist es nicht weit – zurück in die Gegenwart. Dennoch: Für die Präsentation edler Champagner ist der ehemalige »Reichsbahnbunker Friedrichstraße« auf jeden Fall eine sehr ungewöhnliche Location. Aber gut, die Event-Spezialistinnen und Spezialisten von Dom Pérignon, einer der mythischen Marke in der Welt des Champagners, wissen natürlich genau, was sie tun.

In dem Fall heißt das: Der Bunker ist nicht nur als altes, unansehnliches Mahnmal, sondern Sitz der Boros-Collection, einer bis zu 1000 Werke umfassenden Sammlung zeitgenössischer Kunst von Christian und Karen Boros. Christian Boros, von Beruf Werber, begann bereits Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre Kunst zu erwerben: Fotos von Wolfgang Tillmanns, Arbeiten von Jonathan Meese und Damien Hirst und vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern.

Als er für seine Sammlung ein größeres Zuhause suchte, beauftragte er eine bekannte Maklerfirma mit der Suche nach einer geeigneten Location, »am liebsten«, so sagt Christian Soros, »ein ehemaliges Fabrikgebäude oder ähnliches.« Seine Wahl fiel schließlich auf den Berliner Hochbunker. Der vom Architektenbüro »Realarchitektur« geleitete Umbau startete 2003 und dauerte fünf Jahre, klar, so etwas braucht Zeit: Drei Meter dicke Betonwände lassen sich nicht einfach versetzen.

Um das Projekt abzurunden, setzte Boros noch ein sehr schickes Penthouse auf den Bunker, in dem Sichtbeton, Glas, Kunst und die Aussicht über Berlin dominieren und das vom exquisiten Geschmack des gastfreundlichen Ehepaars durchdrungen ist. Inmitten dieses wohnlichen Gesamtkunstwerks erklärt Amine Ghanem, Mitglied des Dom Pérignon Önologie-Teams, die Feinheiten der neuen Champagner-Collection, ergänzt von den subtilen kulinarischen Kreationen von Daniel Gottschlich, Chef des mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Kölner Restaurants »Ox&Klee«.

 

Zur Verkostung

Dom Pérignon Vintage 2017

Für Amine Ghanem ist der Dom Pérignon Vintage 2017 – den ersten Schluck gab es schon unten im Bunker in kühl-dämonischer Atmosphäre – das Abbild eines kontrastreichen Jahrgangs, das mild begann, dem dann Spätfröste zusetzten, später wurde es heiß, bis es zu regnete und Botrytis ein Thema wurde. Es war eine Herausforderung für das ganze Team. Nicht wenige halten den Jahrgang 2017 für ziemlich kompliziert und rechneten gar nicht damit, dass Dom Pérignon einen Vintage-Champagner auflegen würde. Um es vorwegzunehmen: Zum Glück ist Kellermeister Richard Geoffroy in seinem letzten Jahrgang nach 30 Jahren im Haus der legendären Marke das Wagnis eingegangen. Der 2017er brilliert mit vibrierender Spannung, Frische und Geschmeidigkeit. »Es ist der perfekte Ausdruck eines Paradoxes«, sagt Amine Ghanem und beschreibt damit diese exquisite Mischung aus Knackigkeit und Tiefe sehr gut. Der 2017er ist ein großer Dom Pérignon, der – hier kommt das Jahr ins Spiel – freilich nur recht begrenzter Menge verfügbar ist.

Vintage 2008-Plénitude 2 

Ganz andere Voraussetzungen hatten Richard Geoffroy und sein Team im Jahr 2008 erlebt, als sie die Weine für den nun vorgestellten Dom Pérignon Vintage 2008-Plénitude 2 kelterten: Der Sommer war moderat, der Herbst perfekt, kein Stress, dafür gesunde, reife Trauben. Der Champagner wirkt, kein Wunder nach 15 Jahren auf der Hefe, extrem ausgeruht, stabil, balanciert. Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, welch große Rolle die Zeit spielt, auch bei großen Champagnern. »2008 war ein klassisches, ein glorreiches Jahr in der Champagne,« sagt Amine Ghanem, »das spiegelt sich in der Frische und Struktur wider.« Der 2008er P2 duftet delikat nach Brioche und hellen Früchten, zarter Rauch sowie heißer Stein kommen dazu, später ein Hauch Jasmin. Am Gaumen dann diese entspannte, geschmeidige Kraft, die nur die besten Champagner haben, der Dom Pérignon Vintage 2008-Plénitude 2 ist ein maximal sublimer Genuss.

 2010er Dom Pérignon Rosé Vintage

Ähnlich wie der in Berlin präsentierte 2017er stammt auch der 2010er Dom Pérignon Rosé Vintage aus einem eher schwierigen Jahr, das zu Beginn eher kühl war, es folgte ein heißer Sommer inklusive massiver Regenfälle im August, was zu Botrytis führte, die Auslese der besten Trauben war wichtig. Der Rosé – die Farbe verdankt der Champagner einem Anteil von elf Prozent Pinot Noir – schimmert zartrosa, ein paar Reflexe gehen Richtung Kupfer. Rote Früchte dominieren den Duft, Sauerkirsche, Himbeere und Zesten von der Blutorange sind dabei, alles sehr animierend. Am Gaumen dann ein pikanter Schmelz, da ist sehr viel Frische, dahinter mineralische Tiefe, das ist Champagner-Kunst auf höchstem Niveau – exakt passend zur Location. Und genau richtig für Gang auf die Dachterrasse, um den Blick über die Dächer von Berlin Mitte schweifen zu lassen.


Thomas Schwitalla
Autor
Mehr zum Thema
1 / 12