Auch privat der Held am Herd: Spitzenkoch Alain Weissgerber kocht für Falstaff seine Barbara ein.

Auch privat der Held am Herd: Spitzenkoch Alain Weissgerber kocht für Falstaff seine Barbara ein.
© Ian Ehm

Dinner for 2: Heut' koch' ich sie mir ein!

Was kocht ein Spitzenkoch für seine Liebste zu Hause? Alain Weissgerber vom »Taubenkobel« verrät uns, wie er seine Barbara ganz privat verwöhnt. Das dreigängige Menü komplett mit Step-by-Step-Anleitung.

Es gibt wohl wenige Romanzen in Österreich, bei denen Essen eine so große Rolle spielt wie bei Barbara Eselböck und Alain Weissgerber. Die beiden lernten sich quasi in der Küche kennen, im Restaurant von Barbaras Vater Walter, dem legendären Taubenkobel in Schützen im Burgenland. Alain war damals gerade Sous Chef im Taubenkobel geworden, ein paar Jahre später hielt der gutaussehende französische Koch beim Papa um Barbaras Hand an – über einem Teller Kalbsnieren in einem Pariser Bistro.
Auch nach der Hochzeit stehen sie noch täglich gemeinsam in der Küche: Das Paar leitet nun den Taubenkobel, Barbara ist die Maitresse d‘, Alain der Küchenchef. Hat man da privat überhaupt noch Lust zu kochen? »Aber ja«, sagt Barbara. »An unseren freien Tagen wird eigentlich fast immer gekocht, vor allem mit unseren drei Kindern, dann wird daraus eine Ganztagesbeschäftiung. Das beginnt schon beim Einkaufen bzw. Sammeln der Zutaten bis hin zum Anrichten der Teller. Jeder wird für etwas eingeteilt, wie in der Restaurantküche.« Auf den Tisch kommt dann keine Sterneküche – von der haben die beiden unter der Woche schon genug – sondern »eher einfache, gemüselastige Sachen. Wir sehen nach, was im Garten wächst, und danach wird dann gekocht«, sagt Barbara. 
Und wenn es einmal etwas ganz Besonderes sein soll, wenn die Kinder einmal bei den Großeltern sind? Oder gar beim ersten Date? Wie würde der Spitzenkoch Weißgerber dann seine Partnerin einkochen?
»Also beim ersten Mal würde ich eher in ein Restaurant gehen als selber kochen«, scherzt er. »Aber wenn man selber kocht: eher auf Zutaten verzichten, die schwierig zu essen sind und die Nervosität nochmal erhöhen – die Schneckenzange und die Hummer-Gabel sollten da eher in der Lade bleiben. Ich würde sie auch nicht mit scharfem Essen überraschen. Und, ganz wichtig: Es sollte nicht zu kompliziert sein. Den Abend in der Küche verbringen ohne Sie ist ja auch nicht der Sinn des Einkochens. Also lieber Gerichte kochen, die man selbst schon 100mal gekocht hat und easy sind.« Die Rezepte, die Alain für uns entworfen hat, sind dementsprechend so gehalten, dass sie auch weniger erfahrenen Hobbyköchen gut gelingen. Und, vielleicht noch wichtiger: Der Großteil lässt sich gut vorbereiten, damit möglichst viel Zeit zusammen am Tisch bleibt. Nur der Rahmschmarrn muss zeitnah zubereitet werden. Er entschädigt aber mit seinem fantastischen Geschmack.

© Ian Ehm

Zur Person

Barbara Eselböck, Taubenkobel
Alter: 38
Lieblingsessen: Milchreis
No go: Austern
Barbara ist die Tocher von Walter und Eveline Eselböck, die das Restaurant Taubenkobel gründeten.
In wenigen Jahren entwickelte sich der Taubenkobel zu einem der spannendsten Gourmet-Hot Spots
des Landes.
Alain Weissgerber, Taubenkobel
Alter: 50
Lieblingsessen: Elsässer Bäckerofen
No go: Desserts
Alain wurde im Elsass in Frankreich geboren und hat bei einigen der besten Köche der Welt gelernt, etwa bei Joel Robuchon in Paris oder dem »Tantris« in München. Als Sous Chef von Walter Eselböck lernte er im Burgenland seine heutige Frau Barbara kennen und lieben.

Erschienen in
Dinner for Two – Falstaff Rezepte 01/2018

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Tobias Müller
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