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»In den Straßen von Paris kommt man sich vor wie im Kino« - Schauspielerpaar Alexandra Maria Lara und Sam Riley

Interview
Film
Musik

Alexandra Maria Lara und Sam Riley sind zwischen Filmsets, Ländern und Sprachen zu Hause. Im Gespräch verraten die beiden Schauspielstars, warum sie nie ohne Bücher oder Notizbuch reisen, welches Hotel sich wie ein zweites Zuhause anfühlt und warum Japan ganz oben auf ihrer gemeinsamen Bucket List steht.

Die Schaupielerin Alexandra Maria Lara erlangte internationale Anerkennung in ihrer Rolle als Hitlers Sekretärin im Film »Der Untergang« (2004). Der Schauspieler Sam Riley wurde im Jahr 2007 mit der Rolle des Joy-Division-Sängers Ian Curtis in »Control« quasi über Nacht zum Star. Am Set von »Control«, in dem Lara die Geliebte des Sängers spielt, verliebten sich die beiden, heirateten und leben seither mit ihrem Sohn Ben in Berlin. Er ist Brite, sie in Bukarest geboren und in Deutschland aufgewachsen. Falstaff TRAVEL verrät das Paar im Gespräch, wo sie zwischen Sprachen, Ländern und Filmsets zuhause sind.

Falstaff TRAVEL: Wer von euch beiden Reiseprofis packt besser?

Lara: Wir wissen beide ziemlich genau, was ins Gepäck muss. Leider dauert das Zusammenpacken bei mir immer ewig. Das war schon immer so und wird sich bestimmt auch nicht mehr ändern. Bei der Hinreise sind wir beide noch ordentlich, bei Sam sieht der Koffer auf der Rückreise meistens schon eher chaotisch aus.

Was darf in eurem Gepäck auf keinen Fall fehlen?

Lara: Mindestens zwei Bücher. Ich lese schnell und kalkuliere immer ein, dass es zu einer Verspätung kommen könnte oder dass ein Flug ausfällt. Zuletzt las ich zum Beispiel Calla Henkel »Ein letztes Geschenk«, Maud Venturas »Der Rache Glanz« und Céline Spierer »Bevor es geschah« — alle drei genial!

Riley: In meinem Handgepäck müssen immer ein Notizbuch und ein Stift mit, denn ich zeichne sehr gerne und schreibe gelegentlich auch Songs.

Was ist euer absolutes Lieblingshotel?

Lara: Der »Stanglwirt« in Tirol. Wenn wir dort ankommen, fühlt es sich wie Urlaub und Nachhausekommen zugleich an. Das macht für mich einerseits die wunderschöne Landschaft, andererseits spürt man im Hotel noch diese Herzlichkeit und die Liebe zum Detail, mit denen das Haus geführt wird. Das Personal dort lässt wirklich keine Wünsche offen und das ist ein Service, den man heutzutage nicht mehr so leicht findet. Die Hotelbesitzerin ist inzwischen eine gute Freundin von uns. Aber auch vor dieser Verbindung waren wir bereits Stammgäste und treffen dort immer wieder Freunde.

Der Stanglwirt in Tirol mit Blick auf den wilden Kaiser
© Bio- und Wellnesshotel Stanglwirt
Der Stanglwirt in Tirol mit Blick auf den wilden Kaiser

Was war die beste Mahlzeit auf Reisen, an die ihr euch gern zurückerinnert?

Lara: Vor vielen Jahren drehte ich einen Film in New Orleans. Die Anreise von Berlin dauert ewig – rund 18 Stunden – wir kamen erschöpft und hungrig an und brachen sofort in die Magazine Street auf. Dort aßen wir in einem kleinen Diner den wohl besten Burger unseres Lebens. Vermutlich lag es einfach daran, dass er uns in dem Moment etwas von den Anstrengungen der verrückten Anreise runterholte.

Was war euer lustigster gemeinsamer Reisemoment?

Lara: Sam ist ein großer Fan von Elvis Presley. Als wir einmal drehbedingt in den USA waren, habe ich ihm eine Reise nach Memphis geschenkt, um Graceland zu besichtigen. Ganz romantisch hatte ich dafür ein Zimmer im »Heartbreak Hotel« gebucht und mich lange darauf gefreut. Als wir nach längerer Fahrt endlich davor standen, war die Realität eine andere als die in unserer Fantasie: Das Hotel erinnerte eher an einen heruntergekommenen Rasthof. Weil ich zuvor so davon geschwärmt hatte, mussten wir beide laut loslachen und konnten nicht mehr aufhören.

Das Heartbreak-Hotel in Memphis
© Jeffrey Blackler/Alamy
Das Heartbreak-Hotel in Memphis

Welches Reiseziel steht noch auf eurer Bucket List?

Riley: Japan. Wir waren zwar beide schon dort, aber noch nie gemeinsam. Unser Sohn Ben wünscht sich, dass wir das Land gemeinsam erkunden.

Lara: Wir lieben alle die japanische Küche, Ben ist zudem großer Mangafan und als ich vor langer Zeit in Tokio drehte (für die deutsch-japanische Koproduktion »Der Fischer und seine Frau« 2025, Anm. d. Red.), lernte ich unter anderem, wie man einen Obi richtig bindet. Ich wäre gerne noch viel länger geblieben, gerade weil alles so anders und so aufregend war.

Welche Stadt fühlt sich für euch wie eine Filmszene an?

Lara: Paris. Wenn man dort gemeinsam durch die Straßen spaziert, kommt man sich immer vor wie im Kino. Außerdem sind wir große Fans französischer Filme.

Gibt es einen Ort, der sich durch einen Dreh für euch für immer verändert hat?

Riley: Nottingham. Vor genau zwanzig Jahren übernahm ich hier die Rolle von Ian Curtis in »Control«. Der Film hat seine eigene Erfolgsgeschichte geschrieben und unsere beiden Leben verändert, indem wir uns dort kennengelernt haben. Für mich war  »Control« außerdem der Beginn eines neuen Wegs als Schauspieler.

Das Council House von Nottingham
© Shahid Khan/Dreamstime.com
Das Council House von Nottingham

Welches Festspiel muss man diesen Sommer unbedingt besuchen?

Lara: Es ist zwar kein Festspiel, aber eine absolute Besonderheit, die wir jedem ans Herz legen: Das Filmfestival in Locarno, wenn sich die Piazza Grande in eines der schönsten Open-Air-Kinos Europas verwandelt, mit bis zu 8.000 Zuschauern. Das ist einfach magisch.

In welchen Filmen oder Serien kann man euch aktuell und in Zukunft entdecken?

Lara: Sam steht gerade in Berlin vor der Kamera, ich in London. Beide sind wunderbare Projekte, aber beide sind streng geheim.

Riley: Außerdem standen wir von September bis Januar dieses Jahres sogar gemeinsam vor der Kamera. Mehr dürfen wir über diese Produktion leider noch nicht verraten, aber sie wird voraussichtlich in diesem Herbst ausgestrahlt.

Lara: Wer uns zwischendurch sehen möchte: Sam spielt in »Mint« auf BBC den widerwilligen Anführer einer Glasgower Verbrecherfamilie und ich war kürzlich in der deutschen Hundekomödie »Eat Pray Bark« zu sehen.

Alexandra Maria Lara und Sam Riley
© Patrice Brylla
Alexandra Maria Lara und Sam Riley
Katharina Kotrba
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