Matcha-Mangel in Sicht? Wie die Welt den japanischen Grüntee aufkauft
In Cafés weltweit steht Matcha Latte immer häufiger auf der Karte. Was bedeutet das für das Produktionsland Japan? Haben Matcha-Lovers etwa bald Lieferengpässe zu befürchten?
Matcha hat in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erlebt. Das fein gemahlene Teepulver stammt aus Japan und wird dort traditionell bei Teezeremonien getrunken. Nippon ist deshalb weltweit bekannt für seinen hochwertigen Matcha – und auch der Hauptproduzent des beliebten Tees.
In renommierten Anbaugebieten wie Kyoto haben Produzenten wie Ippodo Tea, ein führender Anbieter von Matcha, ihre Preise um bis zu 40 Prozent angehoben. Diese Erhöhung ist eine Reaktion auf die wachsende Beliebtheit, höhere Produktionskosten und begrenzte Anbauflächen.
Doch Preissteigerungen reichen nicht aus – die Produktion muss ausgeweitet werden, um den wachsenden Bedarf langfristig zu decken. Wie reagiert das asiatische Land auf die erhöhte Nachfrage aus dem Westen?
Produktion und Export
Seit 2008 ist die internationale Nachfrage nach japanischem Grüntee kontinuierlich gestiegen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Exportmenge mehr als verdoppelt und erzielte Einnahmen von rund 29,2 Milliarden Yen (ca. 171 Millionen Euro).
Um diesem Trend gerecht zu werden, plant die japanische Regierung, die Produktion von Tencha – dem Rohmaterial für Matcha – zu fördern. Ab 2025 sollen Teebauern finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre Anbauflächen zu erweitern und nachhaltigere Produktionsmethoden zu etablieren.
Die wichtigsten Exportmärkte für japanischen Grüntee sind derzeit die USA, Deutschland, Malaysia, Thailand und die Philippinen – mit einer besonders hohen Nachfrage nach Bio-Qualität. Dies hat dazu geführt, dass viele japanische Produzenten vermehrt auf bio-zertifizierten Matcha setzen, um den westlichen Konsumgewohnheiten gerecht zu werden.
Die gesteigerte Nachfrage kommt für Japan alles andere als ungelegen, denn der heimische Matcha-Markt stagniert. Infolgedessen will das Land die Nachfrage aus dem Ausland nutzen, um neue Märkte zu erschliessen und ihre Gewinne dennoch zu steigern.
Social Media als Markttreiber
Es scheint, dass die steigende Nachfrage nach Matcha durch Social-Media-Plattformen wie TikTok angeheizt wurde. Der Hashtag #matchatok hat beispielsweise über 70.000 Beiträge gesammelt, in denen Nutzer:innen ihre Matcha-Rezepte, Zubereitungsmethoden und Erfahrungen teilen.
Ein Indiz und gleichzeitig Treiber dieses Trends ist auch die deutsche Rapperin und Influencerin Shirin David, die in ihrem Sommerhit «Bauch Beine Po» das Getränk Iced Matcha Latte erwähnte. Dies führte zu einem zusätzlichen Anstieg der Nachfrage nach Matcha in Deutschland.
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