Neuer Radweg auf Bahnstrecke führt durch die Kanadischen Rocky Mountains
Ein neuer Place-to-be für Outdoor-Liebhaber:innen entsteht gerade entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke aus den 1920er-Jahren. Auf dem Streckennetz, auf dem einst Wägen mit Kohle fuhren, dürfen nun Radfahrer:innen die beeindruckende Natur entdecken.
Kanada steht derzeit bei vielen Urlauber:innen – allen voran bei vielen Deutschen – hoch im Kurs. Ganz oben auf der To-See-Liste stehen die blaugrünen Seen, gigantischen Gletscher und die schneebedeckten Gipfel der Kanadischen Rocky Mountains. Für Outdoor-Fans und Radfahrer:innen eröffnen sich dort nun neue Wege: Eine ehemalige Eisenbahnstrecke wird schrittweise zum Wander- und Rad-Trail umgebaut.
Auf den Spuren der Eisenbahn
Der neue Weg folgt einer stillgelegten Bahnlinie aus dem frühen 20. Jahrhundert, die einst dem Kohleabbau diente und als Lebensader der Region galt. Der Weg erstreckt sich über 109 Kilometer von Rocky Mountain House bis Nordegg und folgt der ehemaligen Strecke der »Canadian Northern Railway«. Der 50 Kilometer lange westliche Abschnitt, der sich im Clearwater County in Alberta befindet, ist bereits befahrbar. Die vollständige Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.
Die Strecke zeigt eine ruhigere, weniger bekannte Seite der Kanadischen Rockies – abseits der zwei berühmtesten Nationalparks Jasper und Banff. Wer hier unterwegs ist, reist nicht nur durch beeindruckende Landschaften, sondern auch durch die Vergangenheit Albertas. Alte Bahntrassen, verlassene Siedlungen und Relikte der Bergbau-Ära erzählen von einer Zeit, in der Züge Kohle quer durch Kanada transportierten und kleine Gemeinden zum Leben erweckten.
Durch Wälder, Täler und Geisterstädte
Der Weg schlängelt sich durch das Clearwater County und das weitläufige Bighorn Backcountry: Hier prägen Mischwälder, offene Täler und Feuchtgebiete die Landschaft. Mit etwas Glück lassen sich Elche, Hirsche oder Rehe beobachten, während Grizzly- und Schwarzbären in den abgelegeneren Zonen zu Hause sind. Geisterstädte wie Saunders oder Alexo, die einst vom Bergbau lebten und heute von der Natur langsam zurückerobert werden, verleihen der Route eine besondere Atmosphäre.
Im Winter wie im Sommer befahrbar
Der Weg ist als multimodale Route konzipiert: Im Sommer teilen sich Wanderer, Radfahrer:innen und Reiter:innen die Strecke, auch Geländefahrzeuge sind zugelassen. Wenn der Winter Einzug hält, verwandelt sich die Landschaft in ein Schneerevier für Langläufer:innen, Schneeschuhwanderer und Hundeschlitten.