Tokyo meets Tiramisù: Japan triumphiert spektakulär in Rom
Bei der Tiramisu-Weltmeisterschaft in Rom holt die japanische Konditorin Aya Okada in der Kategorie »Innovativo« Gold für ihr Land.
Bei der Tiramisu-Weltmeisterschaft in Rom traten die Teilnehmer:innen in zwei Kategorien an: »Classico« für traditionelle Rezepte und »Innovativo« für kreative Neuinterpretationen. Während Italien den Titel in der klassischen Disziplin für sich entschied, ging der Sieg in der innovativen Kategorie an Japan.
Den Innovationserfolg verdankt Japan der Konditorin Aya Okada, die sich bei der World Professional Tiramisu Trophy beeindruckend durchsetzen konnte. Der Wettbewerb, der sich ganz dem berühmten italienischen Dessert aus Mascarpone und Kaffee widmet, zog wie jedes Jahr zahlreiche professionelle Köchinnen und Köche aus aller Welt an. Aya Okada, 29 Jahre alt und aus Ishikawa stammend, beeindruckte die Jury mit einem außergewöhnlichen Tiramisu in der Form eines Flügels, kunstvoll verziert mit Maraschino- und Amarena-Kirschen. Ihre Kreation überzeugte sowohl optisch als auch geschmacklich, denn sie verband die klassischen Elemente des Desserts mit frischen, innovativen Ideen – ein Ansatz, der ihr schließlich die Goldmedaille einbrachte.
Italien und Marokko in den Top drei
Hinter ihr belegte Italien den zweiten Platz: Die Konditorin Milena Russo aus Capo d’Orlando präsentierte ihr Dessert »Amor Misù«, das bulgarische Rosen, Himbeeren, Kaffee und rosa Pfeffer zu einem besonderen Aromenspiel vereinte. Ergänzt wurde ihre Komposition durch Löffelbiskuits mit Rosmarin und Zitrone, die dem Dessert eine individuelle Note verliehen. Den dritten Platz sicherte sich Simon Loutid aus Marokko. Sein Beitrag, »Nostalgie eines Jungen«, schöpfte aus afrikanischen Aromen und kombinierte Bissapblüten, Vanille und Hibiskus zu einer harmonischen, zugleich originellen Interpretation des traditionellen Tiramisus.
Ausgerichtet wurde der Wettbewerb von der »Internationalen Föderation für Konditorei, Speiseeis und Schokolade«, die Fachleute aus insgesamt zwölf Nationen nach Rom einlud. Für ihre Desserts standen den Teilnehmenden zweieinhalb Stunden zur Verfügung. Vorgegeben war lediglich, dass die Kreationen Mascarpone, Kaffee sowie eine gebackene Basis enthalten mussten – ob aus Löffelbiskuit, Mürbeteig oder einer anderen Art von Gebäck, blieb ihnen selbst überlassen. Besonders in der Kategorie »Innovativo« konnten die Konditor:innen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Zum Vergleich: Ein klassisches Tiramisu setzt sich traditionell aus kaffegetränkten Löffelbiskuits, einer luftigen Mascarponecreme und einer Schicht Kakaopulver zusammen.