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Valentinstag: Geht Liebe wirklich durch den Magen?

Valentinstag
Abendessen
Romantische Kulinarik

Geht Liebe wirklich durch den Magen? Hier sind fünf überraschende Fakten, die zeigen, warum Essen und Gefühle untrennbar verbunden sind.

Essen und Liebe – zwei Dinge, die uns alle beschäftigen. Aber kann eine perfekt gewürzte Pasta wirklich eine Beziehung retten? Oder ist das nur eine romantische Illusion? Die Wissenschaft und ein Paarcoach haben überraschende Antworten!

1. Ein Sprichwort mit Tradition

Vermutlich stammt das Sprichwort «Liebe geht durch den Magen» aus den 1950er- oder 1960er-Jahren – einer Zeit, in der die traditionellen Rollenbilder von Mann und Frau noch stark ausgeprägt waren. Frauen wurde oft gesagt, dass sie die Zuneigung eines Mannes gewinnen könnten, indem sie ihn gut bekochen. Ähnliche Redewendungen gibt es auch in anderen Sprachen, etwa das englische «The way to a man's heart is through his stomach» (Der Weg zum Herz eines Mannes führt durch seinen Magen).

2. Essen macht glücklich

Essen kann die Glückshormone Dopamin und Serotonin freisetzen, die unser Wohlbefinden steigern. Besonders kalorienreiche oder süsse Lebensmittel wie Schokolade, Käse oder deftige Speisen aktivieren das mesolimbische Belohnungssystem im Gehirn. Der Nucleus accumbens, eine zentrale Struktur dieses Systems, schüttet daraufhin Dopamin aus, was ein Gefühl von Genuss und Zufriedenheit erzeugt.

Unsere Glückshormone
Dopamin ist ein Neurotransmitter, der mit Motivation, Belohnung und Freude verbunden ist. Der Körper setzt es frei, wenn wir etwas Angenehmes erleben – sei es ein gutes Essen, eine liebevolle Berührung oder ein Erfolgserlebnis. Bestimmte Lebensmittel, insbesondere solche mit Zucker oder Fett, lösen eine besonders starke Dopaminausschüttung aus, da sie evolutionsbiologisch betrachtet als wertvolle Energiequellen galten. Deshalb empfinden wir sie oft als besonders genussvoll.
Serotonin ist auch ein wichtiger Neurotransmitter, der unser Glücksempfinden reguliert und für emotionale Stabilität sorgt. Es spielt eine zentrale Rolle in der Stressbewältigung und beeinflusst unseren Schlaf sowie unsere Stimmung. Lebensmittel wie Bananen, Nüsse, Fisch und Vollkornprodukte enthalten Vorstufen von Serotonin wie Tryptophan (eine essenzielle Aminosäure) und können dazu beitragen, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Während Dopamin für kurzfristige Belohnung sorgt, hilft Serotonin, langfristige Zufriedenheit und Gelassenheit zu fördern.

3. Warum Verliebte oft keinen Hunger haben

Wer frisch verliebt ist, verspürt oft kaum Hunger – und dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Die erhöhte Produktion von Adrenalin und Noradrenalin unterdrückt das Hungergefühl, weil der Körper in eine Art «Kampf-oder-Flucht»-Modus versetzt wird. Gleichzeitig sorgt Dopamin für Euphorie, wodurch das Bedürfnis nach Nahrung geringer erscheint.

4. Gemeinsames Essen stärkt die Beziehung

Laut Paarcoach Amel Rizvanovic ist gemeinsames Essen eine zentrale Ressource für Beziehungen: «Wir sind soziale Wesen. Das gemeinsame Essen ist ein uralter, beziehungsstiftender Brauch. Man sitzt beieinander, isst, trinkt und teilt Freud und Leid. Es ist eine Form der Verbundenheit.» Jedoch müsse gemeinsames Essen nicht in jeder Beziehung eine Verpflichtung sein. Getrennte oder gestaffelte Mahlzeiten können für manche Paare eine Erleichterung im Alltag sein – insbesondere, wenn Kinder im Spiel sind.

5. Rituale

Romantische Abendessen oder gemeinsame Kochabende stärken die Partnerschaft – aber nur, wenn beide es geniessen. Laut Rizvanovic sind regelmässige, kleine Aufmerksamkeiten wichtiger als festgelegte Anlässe wie der Valentinstag. «Meine Empfehlung wäre, lieber einmal pro Monat eine Art Valentinstag zu feiern und den Partner oder die Partnerin mit einer Kleinigkeit zu überraschen.»

Fazit

Ob durch ein selbst gekochtes Gericht oder ein romantisches Abendessen im Restaurant – Essen verbindet Menschen. Es geht dabei weniger um die Kalorien oder Nährstoffe als vielmehr um das gemeinsame Erlebnis, den Genuss und die zwischenmenschliche Nähe. Entscheidend ist, dass jedes Paar seinen eigenen Weg findet, um Genuss und Verbundenheit zu zelebrieren – ob mit einem festlichen Menü oder einer spontanen Pizza auf der Couch.


Amel Rizvanovic

Amel Rizvanovic ist psychologischer Berater mit den Schwerpunkten Schema-Arbeit und Positive Psychologie, und begleitet Paare und Einzelpersonen. Er hat mit seiner Partnerin, Felizitas Ambauen (Podcast «Beziehungskosmos»), eine gemeinsame Praxis im Kanton Nidwalden und mit ihr gemeinsam das Workshopkonzept «Paarcours» für Paare entwickelt.

Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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