Winzer Manuel Ploder im Falstaff-Talk: »Wie beschreibt man Orangewein?«
Manuel Ploder hat uns eine fantastische Kollektion an Orange-Weinen vorgelegt. Seit 2008 beschäftigt sich das steirische Weingut Ploder-Rosenberg intensiv mit diesem Thema; die Weine sind heute ein fester Bestandteil des Sortiments.
Falstaff: Welche Rolle spielt Orangewein in Ihrem Betrieb?
Maischevergorene Weine machen etwa zehn Prozent unseres Sortiments aus. Wir führen sie seit 2008. Es ist ein wichtiger Teil unseres Schaffens. Die Weine entstehen nicht jedes Jahr, sondern nur, wenn die Natur es uns gestattet.
Worauf kommt es bei der Weinentstehung an?
Entscheidend ist die Balance. Orangeweine dürfen zupackend sein, Struktur und Gerbstoffe zeigen – müssen dabei jedoch den Trinkfluss bewahren. Früher dachten wir, die Weine müssten stärker extrahiert sein, davon sind wir abgekommen. Wichtig sind die Gerbstoffreife und die Bekömmlichkeit. Daher arbeiten wir bewusst mit weniger Extraktion und längerer Maischestandzeit, bis zu 24 Monaten. Neben dem Grip zeigen die Weine so auch Eleganz, Balance und Tiefe.
Wie beschreibt man Orangewein am besten?
Am besten frei – mit den Worten, die einem spontan in den Sinn kommen. Jeder bringt seine eigenen Assoziationen mit: Ein Japaner beschreibt denselben Wein anders als jemand aus dem Salzburger Hochland – und doch sprechen beide vom gleichen Wein. Richtig oder falsch war gestern, entscheidend ist das persönliche Empfinden – wohl wissend, dass ein Wein in einem anderen Moment auch anders wahrgenommen werden kann.
8093 St. Peter am Ottersbach
Österreich