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© Île-de-France Mobilités / Laurent Grandguillot

Zwei Mammut-Projekte machen Europa mobil

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Zwei Meilensteine für die Mobilität in Europa: In Paris hebt die Stadt-Seilbahn ab, in Österreich rollt die Koralmbahn an.

Mit der Koralmbahn in Österreich und der Pariser Stadtseilbahn Câble C1 sind kürzlich zwei große Verkehrsprojekte in Betrieb gegangen. Beide sollen den öffentlichen Verkehr beschleunigen und Regionen besser miteinander vernetzen.

Neue Seilbahn soll Pariser Umland entlasten

Seit 13. Dezember 2025 ist in der französischen Hauptstadtregion ein neues Verkehrsmittel unterwegs: Die Câble C1 gilt als längste urbane Seilbahn Europas. Sie verbindet die Vororte Créteil und Villeneuve-Saint-Georges und wurde gezielt als Alternative zum überlasteten Straßenverkehr konzipiert.

Die Strecke misst 4,5 Kilometer, führt über fünf Haltestellen und verläuft vollständig unabhängig vom übrigen Verkehr. Für das Projekt wurden rund 30 hohe Stahlstützen errichtet. Nach etwa zwei Jahren Bauzeit soll die Seilbahn nun vor allem Pendler:innen Zeit sparen.

Nach Angaben von Île-de-France Mobilités verkürzt sich die Fahrzeit erheblich: Statt rund 40 Minuten im Bus dauert die Fahrt mit der Seilbahn nur noch 18 Minuten.

Die Anlage ist auf den täglichen Regelbetrieb ausgelegt und fährt an allen Wochentagen. Während der Hauptverkehrszeiten verkehren die 105 Kabinen im 30-Sekunden-Takt. Jede bietet Platz für zehn Personen, insgesamt sind so bis zu 11.000 Fahrgäste pro Tag möglich.

Die Kabinen erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 21 km/h und schweben in bis zu 55 Metern Höhe über dem Boden. Der Fahrpreis liegt bei zwei Euro pro Strecke.

Auch wenn das Projekt in erster Linie den Berufsverkehr entlasten soll, dürfte es ebenso für Tourist:innen interessant sein. Drei Stationen verfügen über direkte Anschlüsse an Metro- und Buslinien, darunter auch die Metrolinie 8, die nahe dem Eiffelturm verkehrt. Damit wird die Verbindung aus den Vororten ins Stadtzentrum vereinfacht.

Innerhalb Europas nimmt das Projekt eine Spitzenstellung ein. Das größte Seilbahnnetz der Welt betreibt weiterhin Mi Teleférico in der bolivianischen Region La Paz – mit einer Gesamtlänge von rund 33 Kilometern.

 

 

Jauntalbrücke in Kärnten
© ÖBB
Jauntalbrücke in Kärnten

XXL-Bahnstrecke in Österreich

Nach einer jahrelangen Bauzeit ist in Österreich am 14. Dezember 2025 eine neue Hochleistungsbahnstrecke in Betrieb gegangen – inklusive des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Die 130 Kilometer lange Koralmbahn verbindet nun Graz und Klagenfurt deutlich schneller miteinander und stärkt zugleich die Schienenachse zwischen Nord- und Südeuropa.

Die Reisezeit zwischen den beiden Landeshauptstädten der Südregion hat sich massiv verkürzt: Züge benötigen jetzt nur noch 41 Minuten. Zuvor waren Fahrgäste fast drei Stunden mit der Bahn oder rund zwei Stunden mit dem Bus unterwegs.

Nach Einschätzung von Eric von Breska aus der Generaldirektion Mobilität der Europäischen Kommission ist die Koralmbahn ein zentrales Element eines internationalen Verkehrskorridors. Dieser soll künftig wichtige Seehandelsrouten zwischen Polen und Italien effizienter miteinander verknüpfen, erklärte er anlässlich der Eröffnung in Graz.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich laut ÖBB auf etwa 5,9 Milliarden Euro, wovon die Europäische Union mehr als 600 Millionen Euro übernommen hat. Herzstück der Strecke ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. Insgesamt verlaufen rund 50 Kilometer der Bahntrasse unterirdisch, ergänzt durch mehr als 100 neu errichtete Brücken.


Travel-Redaktion
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