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Moldawien

Die kleine Republik Moldawien wird als Wein produzierende Nation kaum wahrgenommen, tatsächlich verbirgt sich aber dahinter eine der Keimzellen des europäischen Weinbaus. Funde in dem Land, das von Bulgarien und der Ukraine umrahmt wird und auf dem gleichen Breitengrad wie Österreich oder Burgund liegt, belegen, dass hier bereits zwischen 6.000 bis 5.000 v. Chr. Weinbau betrieben wurde. Danach schloss sich eine sehr bewegte Geschichte an. Der Weinbau, wie er heute in Moldawien vorherrscht, ist ein Kind des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. In den letzten Jahren wurden auch erhebliche qualitative Fortschritte erzielt, da sich einige Önologen im Ausland ausbilden ließen und nun ihr Wissen in den einheimischen Weinbau investieren. Einen Rückschlag bescherte allerdings die Abkoppelung von Russland 1991, da das Hauptexportland wegbrach und Russland zwischen 2006 und 2007 die Weine Moldawiens sogar mit einem Importverbot belegte. Die für den Weinbau vorgesehenen Rebflächen umfassen heute ca. 83.000 Hektar, die sich auf 4 Regionen, Balti im Norden, auf Codru im Zentrum, sowie auf Cahul im Süden und auf Purcari im Südosten verteilen. Das Klima ist kontinental mit heißen Sommern und kalten Wintern, für eine Abmilderung sorgt das naheliegende Schwarze Meer. Angebaut werden neben der einheimischen Rotweinsorte Moldava auch Cabernet Sauvignon, Merlot oder für Weißweine Aligoté und Sauvignon Blanc neben der in Osteuropa verbreiteten Rkatsiteli. Der Wein Moldawiens war immerhin einmal so berühmt, dass Ende des 19. Jahrhunderts der Purcari sogar an das britische Königshaus geliefert wurde. Und in Codru befindet sich mit der ehemaligen Zarenkellerei Romanesti das größte Weingut der Welt, so groß, dass man mit dem Auto die 65 Kilometer Kellergewölbe befahren muss.

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