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Emilia Montz vom »Troyka«

Emilia Montz vom »Troyka«
© Frank Kind/Alicia Stolle

10 Köche, die 2026 von sich hören lassen werden

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Diese kreativen Köche aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol sollten Sie 2026 im Auge behalten

Ethel Hoon & Jakob Zeller

»Pramol Alto«, Italien

Kennengelernt haben sich der Südtiroler und die Singapurerin im mythischen Restaurant »Fäviken« in Nordschweden. Später betrieben Jakob Zeller und Ethel Hoon die prachtvolle Sennhütte »Klösterle« in Zürs. Im Vorjahr haben sie sich mit einem weiteren jungen Paar zusammengetan, um in spektakulärer Lage hoch über Bozen ein Pop-Up mit Ausblick zu betreiben. In diesem Jahr wird man mit dem »Pramol« weiter talwärts zwischen die Weinberge übersiedeln. Als Gast darf man sich also schon freuen auf den spannenden Mix aus italienischer, alpiner und fernostasiatischer Küche, mit der sich die beiden längst einen Namen gemacht haben.

Cyril Bettschen

»Bareiss«, Deutschland

Das Hotel-Restaurant »Bareiss« in Baiersbronn im Schwarzwald zählt zu den besten Häusern Deutschlands, Küchenchef Claus-Peter Lumpp zu den größten und einflussreichsten Köchen des Landes. Durch seine Schule gingen spätere Stars wie Andreas Camainda von »Schloss Schauerstein«, Thomas Dorfer vom »Landhaus Bacher« oder Christoph Rüffer vom Hamburger »Haerlin«. Seit wenigen Jahren ist es der junge Sankt Galler Cyril Bettschen, der von Lumpp in die Techniken der großen, französischen Küche eingeweiht wird. Und so kann man davon ausgehen, dass auch den 31-Jährigen Schweizer eine große Karriere in naher Zukunft erwartet.

Parvin Razavi

»&Flora«, Österreich

Im zarten Alter von acht Jahren übersiedelte Parvin Razavi mit ihren Eltern aus dem Iran nach Österreich. Ihre Mutter weihte sie in die Geheimnisse der iranischen Küche ein, die sie heute mit österreichischen und internationalen Einflüssen verbindet. Im Restaurant »&Flora« des reich mit Pflanzen bestückten Wiener Hotels »Gilbert« setzt sie dabei vorwiegend, aber nicht ausschließlich, auf Gemüse und orientalische Gewürze. All das ergibt einen sehr persönlichen, raffinierten und wiedererkennbaren Kochstil, der nichts weniger ist als eine erfrischende Bereicherung für die hauptstädtische Restaurantszene.

Jeff Claudio

»Stoke«, Deutschland

Bevor er in Berlin landete, hatte Jeff Claudio im Singapurer »Burnt Ends« und damit in einem der besten Open Fire-Restaurants der Welt gekocht. Im Vorjahr eröffnete der gebürtige Australier mit philippinischen Wurzeln mit dem »Stoke« das zurzeit wohl angesagteste Restaurant Berlins. Dekor und Speisenpräsentation sind puristisch, gekocht werden in erster Linie Hühnerspieße, die von einem japanischen Yakitori-Grill kommen, mit dem in Europa nur wenige so umzugehen wissen wie Claudio. Dazu gibt’s eine große Auswahl an hippen Naturweinen und exzellente Cocktails. Das alles macht das »Stoke« zu einer der spektakulärsten Eröffnungen des vergangenen Jahres.

Rosina Ostler

»Alois«, Deutschland

Vermutlich war es für die Betreiber des legendären Münchner Delikatessenhandel »Dallmayr« eine Enttäuschung, als der Shooting Star Max Natmessnig das angeschlossenen Spitzenrestaurant »Alois« nur Monate nachdem er die Küchenleitung übernahm, wieder verließ. Doch als Ersatz für den Österreicher kam die gleichermaßen engagierte wie kompetente und talentierte Münchnerin Rosina Ostler und machte aus dem »Alois« in kürzester Zeit eines der wohl spannendsten Häuser Deutschlands. Dafür verbindet sie klassische französische Techniken und zu »Dallmayr« passende, luxuriöse Zutaten mit hipper skandinavischer Naturverbundenheit, wie sie sie an ihrem vorigen Arbeitsplatz, dem Osloer Dreisterner »Maaemo«, kennenlernte.

Bernhard Zimmerl

»Zimmerl«, Österreich

Bevor er im Sommer des Vorjahres in seiner Heimatgemeinde Waidhofen an der Thaya sein gehobenes Restaurant »Zimmerl« eröffnete, betrieb er ebendort bereits ein Irish Pub, das dank seiner exzellenten Küche österreichweit als Geheimtipp galt. Nun kann der 34-Jährige, der schon bei Starchef Eric Ripert im »Le Bernardin« in New York und bei Wolfgang Puck in Los Angeles tätig war, sich erst so richtig austoben. Dazu verbindet er beherrschtes französisches Handwerk mit japanischen Aromen und Waldviertler sowie internationalen Zutaten zu einem denkwürdigen, über 20-gängigen Feuerwerk von einem Menü.  

Bernhard Zimmerl
© Claus Kadrnoschka
Bernhard Zimmerl

Emilia Montz

»Troyka«, Deutschland

Den regionalen Vorentscheid zu den San Pellegrino Young Chef Academy Awards 2024 gewann Emilia Montz mit einem Gericht namens »Russian Ballet«. Stimmig ist der Name aus gleich mehreren Gründen. Zum einen, weil die damals 24-Jährige, bevor sie sich endgültig für eine Karriere als Köchin entschied, Ballett tanzte. Zum anderen, weil sie ihre Kochlehre in dem von der russischen Küche inspiriertem Sterne-Restaurant »Troyka« in Nordrhein-Westfalen absolvierte. Außerdem studierte die junge Frau Ernährungswissenschaften und verfügt damit über ein Wissen in Sachen bekömmlicher Küche, das sie von den allermeisten anderen Köchen und Köchinnen abhebt.

Florian Sperlhofer

»Pars«, Deutschland

Eine Anlaufstelle für Essbegeisterte war das Restaurant »pars« der Künstlerin Kristiane Kegelmann in Berlin Charlottenburg schon seit seiner Eröffnung im Jahr 2022. Doch spätestens seit im Jahr 2024 Florian Sperlhofer die Küchenleitung übernahm, rangiert das Lokal nahe dem Savignyplatz endgültig unter den besten der Hauptstadt. Der junge Österreicher absolvierte seine Ausbildung in Bad Ischl und kochte vier Jahre als Sous-Chef im »Rutz«, Berlins einzigem Drei-Sterne-Restaurant. Nun lässt er also in der Küche des »pars« seine Persönlichkeit einfließen, die gleichermaßen geprägt ist von höchsten Ansprüchen an Qualität und Saisonalität der Zutaten wie von bravourös beherrschten Techniken.

Johannes Nuding

»Gasthof Schwarzer Adler«, Österreich

Bis 2025 das Wiener »Steirereck« erstmals mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde, galt Johannes Nuding als einziger österreichischer Dreistern-Koch. Allerdings hatte er die Sterne nicht in Österreich und nicht für sich selbst erkocht, sondern für das Londoner Restaurant »The Lecture Room & Library« im Londoner »Hotel Sketch«. Für seinen eigenen Gasthof »Schwarzer Adler«, den er 2022 in Hall in Tirol eröffnete, gab’s im Vorjahr auf Anhieb zwei Sterne. Angesichts des Eifers, der Könnens und der einzigartigen Auslandserfahrung des Tirolers wird es kaum jemanden verwundern, sollte Österreichs nächste Drei-Sterne-Auszeichnung bald nach Hall gehen.

Benjamin Geisser

»Soleil d’Or by David Geisser«, Schweiz

Gerade einmal 26 Jahre war Benjamin Geisser alt, als er mit seinem Bruder David, einem in der Schweiz bekannten Fernseh-Koch, im Vorjahr in das »Soleil d’Or by David Geisser« in Sankt Gallen eröffnete. Beim opulenten, stark auf Gold setzenden Dekor denkt man an Bilder vom aktuellen Weißen Haus. Doch über die Schönheit der Einrichtung lässt sich bekanntlich gut streiten. Unbestritten ist indessen, zum einen, dass sich das junge Team viel Mühe gibt, um seinen Gästen ein memorables Restauranterlebnis zu bieten; und zum anderen das Talent des blutjungen Küchenchefs, der etliche Zutaten aus der Region bezieht, aber auch, wie es sich für ein Restaurant geziemt mit derart gehobenen Ansprüchen, mit Fisch und Meeresfrüchten bravourös umzugehen weiß.

Benjamin Geisser
Foto beigestellt
Benjamin Geisser

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 1/2026

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Georges Desrues
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