Cocktails, Kultur und Chaos: 48 Stunden in New York City
Maurice Wächter ist der »Falstaff Bar-Rookie des Jahres 2026«. Er nimmt uns mit auf einen ganz persönlichen Trip durch New York und zeigt uns seine besonderen Hotspots.
Keine andere Stadt weiß so zu begeistern wie der Big Apple und egal, wie oft man schon hier war, die City hat immer wieder ein Ass im Ärmel. Maurice Wächter »Falstaff Bar-Rookie des Jahres 2026« nimmt uns mit auf ein Long-Weekend und zeigt uns seine Lieblingsplätze.
FREITAG – Ankommen & Abtauchen
New York empfängt uns mit vibrierender Energie und dieser unnachahmlichen Mischung aus Dichte, Dynamik und Dauergeräusch. Unser Basecamp: das Public Hotel auf der Lower East Side – urbaner Luxus, bodentiefe Fenster, und ein Rooftop mit Aussicht bis zum Horizont. Perfekt, um den Alltag abzustreifen und stilvoll anzustoßen.
Für das erste Dinner geht es nur zwei Blocks weiter ins legendäre Ivan Ramen – das kleine, charmante Lokal von Ivan Orkin, einem New Yorker, der in Japan zum Ramen-Star wurde. Die Karte ist übersichtlich, das Preis-Leistungs-Verhältnis top – das Ramen? Noch besser.
Zum Bar-Abend nehmen wir die Subway – wie es sich für echte New Yorker gehört. Für 2,90 Dollar bringt sie uns vom einen Ende der Stadt zum anderen. In der Bahn: Breakdancer, Straßenmusiker, Knicks-Fans. Allein die Fahrt ist eine Episode für sich. Im Mace, der Cocktailbar von Nico de Soto im West Village, erwartet uns ein echtes Geschmacksabenteuer: Jeder Drink basiert auf einem Gewürz. Roter Shiso mit Aperol und Pisco. Schwarzer Senf mit Suze und Bananenlikör. Herausfordernd, aber brillant. In Sachen Experimentierfreude spielt das Mace auf dem gleichen Niveau wie das Velvet in Berlin – ist dabei jedoch internationaler ausgerichtet.
SAMSTAG – Kultur & Cocktails mit Charakter
Der Morgen startet entspannt im Café Maman in SoHo – florale Teller, cremiger Flat White, erste Gespräche mit Locals. Danach: ein Spaziergang auf der High Line, der stillgelegten Hochbahntrasse, die heute als Park zwischen moderner Architektur und wilder Stadtbegrünung schwebt. Gleich ums Eck: das Whitney Museum mit moderner amerikanischer Kunst. Oder doch ins MoMA? In New York ist selbst die Kunstwahl ein Luxusproblem. Danach: Foodie-Finale im Chelsea Market – von Sushi über Pasta bis Pastrami – alles will probiert werden.
Nachmittags ist Broadway-Zeit: Theater erleben in seinem urbanen Ursprung. Meine Tipps: Harry Potter and the Cursed Child, Hell’s Kitchen oder The Great Gatsby. Tickets am besten spontan über die App Get Your Guide buchen.
Am Abend zieht es uns ins legendäre Double Chicken Please. Zwei Barbereiche: vorne unkompliziert, mit gezapften Cocktails und Streetfood-Vibe. Hinten – nur mit Anmeldung – eine Lounge mit Signature-Drinks, die auf den Punkt inszeniert sind. Die Wartezeit auf einen freien Platz? Zwei bis vier Stunden. Die perfekte Gelegenheit, Manhattan noch einmal zu erkunden. Kleiner Realitätsmoment: Während meiner Wartezeit vor der Bar brach plötzlich ein Flashmob aus – eine bekannte DJane legte spontan ein einstündiges Set auf. Die Straße wurde zur Tanzfläche, Passanten tanzten mit Fremden, Manhattan explodierte vor Leben. Ein echter New-York-Moment. Später in der Bar zahlt sich das Warten aus: Lounge-Flair, gedämpftes Licht, Drinks wie »Cold Pizza«, »French Toast Punch« oder »Key Lime Pie« – flüssige Zauberwerke. Überraschend, verspielt und wahnsinnig gut.
SONNTAG – Picknick & Perspektivwechsel
Letzter Tag, letzter Bagel. Den holen wir uns stilecht bei Russ & Daughters. Danach spazieren wir über die Brooklyn Bridge – touristisch, klar, aber dennoch magisch. Links der East River, rechts die Skyline – und irgendwo dazwischen ein Freiheitsgefühl, das schwer zu beschreiben ist. In Dumbo gönnen wir uns im Butler Café einen Iced Coffee mit Aussicht. Anschließend geht’s zurück nach Manhattan, ins Herz der Stadt: Central Park. Wir besorgen Antipasti, Käse von Murray’s Cheese, Baguette aus der Bleecker Street, z.B. bei Salt & Hanks – und, sagen wir mal, einen gut gekühlten »Traubensaft« aus der Thermoskanne, der verdächtig nach Sauvignon Blanc schmeckt. Ganz inoffiziell, natürlich – denn Alkohol ist im Park offiziell nicht erlaubt.
Zum großen Finale: rauf aufs Top of the Rock. Von hier aus liegt ganz Manhattan zu unseren Füßen. Im Norden der Central Park wie ein grüner Teppich. Im Süden die funkelnde Spitze des Empire State Building. Dazwischen: drei Tage voller Geschmack, Begegnungen und Erlebnisse – ein Wochenende, das sich anfühlt wie ein halbes Leben.
Adressen:
Public Hotel an Ian Schrager Hotel
215 Chrystie Street, New York NY 10002, Vereinigte Staaten
Web: publichotels.com/newyork
Tel.: +1 212 735 6000
Preis: DZ ab $ 260,– pro Nacht
Ivan Ramen
25 Clinton Street, New York, NY 10002, Vereinigte Staaten
Tel.: +1 646 678 3859
Web: ivanramen.com
Preis: Vorspeisen ab 14 $, Ramen ab 20 $
Mace Cocktail Bar
35 West 8th Street, New York, NY 10011, Vereinigte Staaten
Tel.: +1 347 866-7739
Web: macenewyork.com
Preis: Drinks ab 19,50 $
Maman Café
239 centre st, ny, ny 10013, Vereinigte Staaten
Tel.: +1 212 226 0700
Web: mamannyc.com
Preis: Quiche ab 10 $, Ham & Cheese Croissant Sandwich 12 $
Double Chicken Please
115 Allen Street, New York, NY 10002, Vereinigte Staaten
Web: doublechickenplease.com
Preis: Drinks ab 19$, Austern (6 Stück) 18 $, Hot Honey Fried Chicken 18 $
Russ & Daughters
141 Flushing Avenue, Brooklyn Navy Yard, Vereinigte Staaten
Tel.: +1 212 475 4880
Web: russanddaughters.com
Preis: Classic Bagel & Lox Sandwich 17 $
Murray's Cheese, Bleecker Street
254 Bleecker St. (zwischen 6th & 7th Ave.)
Tel.: +1 212 243 3289
Web: murrayscheese.com
Butler Café, Dumbo
40 Water Street, Brooklyn NY 11201, Vereinigte Staaten
Web: butler-nyc.com
Preis: Acai Bowl 15 $, Latte 5 $