Mit Daniel Humms neuester Kreation rechnet keiner – und Kinder werden sie lieben
Daniel Humm tauscht Kochlöffel gegen Stift. Der New Yorker Sternekoch hat soeben ein Kinderbuch veröffentlicht, das seine autobiografisch inspirierte Geschichte erzählt. Sein Appell: Mehr Mut zum Träumen.
Als Daniel Humm noch zur Schule ging, gab es einen Vorfall, der rückblickend sein Leben veränderte. Alles begann mit einem Blatt Papier, das zu klein war. Der Neunjährige sollte in der Schule sein Traumhaus zeichnen. Doch was in seinem Kopf entstand, passte nicht in die vorgegebenen Grenzen. Also malte er weiter – über das Blatt hinaus, direkt auf das Pult. Ein Moment, der dem jungen Schüler Ärger einbrockte, Therapiesitzungen nach sich zog und am Ende einen Satz seiner Therapeutin hervorbrachte, der sein Leben prägen würde: »Für Träume gibt es keine Regeln.«
Ein Junge mit (zu) großen Träumen
Fast vier Jahrzehnte später wird aus dieser Erfahrung ein Kinderbuch. »Daniel’s Dream«, das am 20. Januar 2026 in den USA erschien, ist Daniel Humms erstes Werk für junge Leserinnen und Leser – illustriert von Diana Pedott, geschrieben gemeinsam mit der Autorin Roda Ahmed. Es ist bunt, verspielt und erstaunlich persönlich. Der Schauplatz seines Kinderbuches ist ein kleines Land mit 7000 Seen. Die Hauptfigur: Ein Junge, dem alles, was er gerne macht, zu groß gerät. Er rennt, bis er seinen Schuh verliert. Fährt Fahrrad, bis die Technik kapituliert. Oder malt eben sein Traumhaus, bis der Platz auf dem Blatt nicht mehr ausreicht.
Bemerkenswert ist, dass Daniel Humm damals als Junge einen Wolkenkratzer zeichnete. Rückblickend sei das für den in New York lebenden Spitzenkoch ziemlich erstaunlich. Seit nunmehr 20 Jahren prägt Humm das »Eleven Madison Park« in Manhattan – erst gemeinsam mit Will Guidara, inzwischen als alleiniger Inhaber. Seinen ersten Michelin-Stern erhielt er 2010. Darauf folgten ein Jahr später drei Sterne. 2017 belegte sein Restaurant den ersten Platz unter den »World’s 50 Best Restaurants«. Dann der radikale Schnitt: Humm stellte seine Küche vollständig auf vegan um. Ein Novum in der Branche. Doch sein Mut hat sich gelohnt. 2022 wurde sein Restaurant wieder mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Neues Kapitel
Dass Humm zuletzt wieder einzelne Gerichte mit tierischen Produkten auf die Karte setzte, sorgte für Diskussionen. Ente mit Lavendel-Honig-Glasur oder in Butter pochierten Hummer ließ er wieder auf die Karte zurückkehren. Neben seinem 20-jährigen Jubiläum im EMP steht außerdem noch ein weiteres Projekt an. 2026 soll sein lang erwartetes Restaurant im West Village mit rund 465 Quadratmetern öffnen. Zu groß? Wenn uns seine Geschichte eins gelernt hat, dann: nicht für Daniel Humm.