World’s 50 Best Restaurants 2025: »Maido« aus Lima auf Platz 1
Die »World’s 50 Best Restaurants 2025« küren die besten Adressen der globalen Gastronomie. Das »Maido« aus Lima setzt sich gegen andere Top-Restaurants weltweit durch und holt sich 2025 den begehrten Titel als bestes Restaurant der Welt.
Gestern Abend fand in Turin, der charmanten Hauptstadt des Piemont, die Verleihung der World’s 50 Best Restaurants Awards 2025 statt. Die Stadt empfing Köchinnen und Köche, Gastronom:innen und Branchenexpert:innen aus aller Welt und rollte für sie den roten Teppich aus. Gemeinsam feierten sie die Gastronomie, Gastfreundschaft, kulinarische Kreativität und Innovation sowie die globale Restaurant-Community. Dieses jährliche Ereignis gleicht einem großen Klassentreffen – ein Fest der Freundschaft, bei dem Genuss und Geselligkeit im Mittelpunkt stehen.
Die Zeremonie fand im Lingotto Fiere statt, einem Teil der berühmten ehemaligen Fiat-Fabrik. Der glanzvolle Countdown zum besten Restaurant der Welt wurde immer wieder von einzelnen Auszeichnungen unterbrochen und durch eine Reihe begleitender Veranstaltungen eingeleitet: das Thought-Leadership-Forum #50BestTalks-Forum, in dem aktuelle und relevante Themen der Gastronomiebranche diskutiert wurden; die exklusiven, aber öffentlich zugänglichen 50 Beste Signature Sessions, bei denen je zwei Spitzenköche aus der Liste gemeinsam mit renommierten lokalen Talenten ein Menü zauberten; sowie ein großzügiges Festmahl, das den ausgezeichneten Köchen und ihren engsten Weggefährten gewidmet war.
Wie üblich nahmen die Gäste ihre Plätze ein, während die Köche – unverkennbar an ihren roten Schals – dem Höhepunkt des Abends entgegensahen: der Enthüllung der Rangliste der 50 besten Restaurants der Welt, vertreten von 22 Ländern auf fünf Kontinenten.
Maido aus Lima an der Spitze
Zum zweiten Mal holte Lima den Titel des besten Restaurants der Welt (das »Central« wurde 2023 die Nr. 1). Das »Maido«, geführt von Küchenchef Mitsuharu Tsumura sowie seinen Partnern César Choi und Marjorie Flores, wurde 2025 an die Spitze gewählt. Nach Platz fünf im Vorjahr erhielt es zusätzlich die Auszeichnung als bestes Restaurant Südamerikas.
Das seit 15 Jahren bestehende »Maido« liegt im Miraflores-Viertel von Lima, in einem unscheinbaren Eckhaus mit einem versteckten Speisesaal im oberen Stockwerk. Dort zieht eine spektakuläre Installation aus herabhängenden Seilen an der hohen Decke sofort die Blicke auf sich. In diesem Ambiente hebt das »Maido« die peruanisch-japanische Nikkei-Küche auf ein neues Niveau – mit präziser japanischer Technik, opulenten peruanischen Zutaten, kunstvoll angerichteten Tellern und einem herzlichem Service.
»Ich bin sehr dankbar für diese Anerkennung. Es war ein langer Weg bis zu dem Punkt, an dem wir heute stehen. Ein lohnenswerter Weg, aber auch ein anstrengender, wenn man ständig nach dem Gipfel strebt. Jetzt ist es endlich geschafft. Ich habe das Gefühl, eine neue Freiheit gewonnen zu haben, die mir erlaubt, mich wieder stärker auf Kreativität zu konzentrieren«, sagte Chef Micha, wie er unter Freunden und Kollegen genannt wird.
Allstars und Newcomer
»Asador Etxebarri« im spanischen Baskenland behauptete seinen Platz auf Rang 2, »Quintonil« in Mexiko-Stadt kletterte auf Platz 3, während »DiverXO« in Madrid und das »Alchemist« in Kopenhagen die Top 5 komplettierten.
Zehn Restaurants feierten in diesem Jahr ihr Debüt in der Liste der Plätze 1 bis 50. Darunter »Potong« (Nr. 13) und »Nusara« (Nr. 35) in Bangkok, das »Atelier Moessmer Norbert Niederkofler« (Nr. 20) in Brunico, Italien, »Mérito« (Nr. 26) in Lima, »Lasai« (Nr. 28) in Rio de Janeiro, »Enigma« (Nr. 34) in Barcelona, »Kadeau« (Nr. 41) in Kopenhagen, »Vyn« (Nr. 47) im schwedischen Skillinge, »Celele« (Nr. 48) in Cartagena sowie das Restaurant »Jan« (Nr. 50) in München. Diese Neuzugänge verdeutlichen die zunehmende internationale Reichweite des Rankings, das herausragende kulinarische Destinationen weltweit auszeichnet.
Vier weitere Restaurants schafften in diesem Jahr die Rückkehr in die Top 50: »Narisawa« (Nr. 21) in Tokio, »Le Calandre« (Nr. 31) in Rubano, Italien, »Orfali Bros« (Nr. 37) in Dubai und »La Cime« (Nr. 44) in Osaka.
Das Beste vom Besten
Die Restaurants, die sich jemals den Spitzenplatz in der renommierten Rangliste erkocht haben (siehe unten), gelten als wahre Ikonen der kulinarischen Welt. Sie genießen nicht nur einen legendären Ruf, sondern werden in der »Best of the Best«-Ruhmeshalle auf ewig geehrt. Die Küchenchefs und Gastgeber hinter diesen gastronomischen Meilensteinen haben nicht nur Geschichte geschrieben, viele von ihnen engagieren sich inzwischen aktiv für die Zukunft der Branche und setzen sich mit innovativen Projekten und gemeinnützigen Initiativen dafür ein, der Welt der Gastronomie etwas zurückzugeben. Die folgenden Restaurants wurden seit Bestehen der Liste The World's 50 Best Restaurants auf Platz 1 gewählt und waren daher 2025 nicht zur Wahl zugelassen:
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El Bulli (2002, 2006–2009)
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The French Laundry (2003–2004)
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The Fat Duck (2005)
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Noma – ursprünglicher Standort (2010–2012, 2014)
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El Celler de Can Roca (2013, 2015)
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Osteria Francescana (2016, 2018)
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Eleven Madison Park (2017)
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Mirazur (2019)
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Noma – aktueller Standort (2021)
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Geranium (2022)
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Central (2023)
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Disfrutar (2024)
Besondere Auszeichnungen
Die Auszeichnung als World’s Best Female Chef 2025 geht an Pichaya »Pam« Soontornyanakij aus Bangkok. In ihrem Restaurant »Potong« vereint sie ihr thailändisch-chinesisches Erbe zu einem kulinarischen Erlebnis, das ebenso raffiniert wie persönlich ist. Das Restaurant, untergebracht in einem historischen Gebäude, das einst der traditionelle Medizinkräuterladen ihres Großvaters war, wurde auf Platz 13 gewählt und erhielt zudem den Highest New Entry Award.
Der Resy One To Watch Award 2025, die Auszeichnung für ein aufstrebendes, international beachtetes Restaurant, ging an »Khufu's« in Gizeh, Ägypten. Mit Blick auf die antiken Pyramiden verbindet das elegante Lokal minimalistische Gestaltung mit maximalem kulinarischem Anspruch. Hier verbindet Küchenchef Mostafa Seif sein technisches Können mit einer tiefen Leidenschaft für traditionelle, ländliche Lebensmittelpraktiken, um moderne Neuinterpretationen der ägyptischen Küche zu schaffen.
Die Australierin Mindy Woods, Küchenchefin des »Karkalla On Country«, erhielt den Champions of Change Award 2025, mit dem Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich aktiv für positive und nachhaltige Veränderungen im Lebensmittel- und Gastgewerbesektor einsetzen. Woods, bekannt für ihre kreative Auseinandersetzung mit australischer Küche, bringt indigene und nicht-indigene Menschen durch Kunst, Essen und Erzählungen zusammen und fördert so eine tiefere Verbindung zur Kultur und zum Land der First Nations.
Der Gin Mare Art of Hospitality Award 2025 würdigt herausragende Gastfreundschaft und ging in diesem Jahr an »The Wing« in Hongkong. Küchenchef Vicky Cheng liefert ein makelloses, chinesisches Fine-Dining-Erlebnis, das auf Tradition fußt und gleichzeitig von Innovation getragen ist. Seine Leidenschaft für chinesisches kulinarisches Erbe ist ebenso grenzenlos wie sein Streben nach Perfektion. Diese Haltung zeigt sich im raffinierten, elf Gänge umfassenden Degustationsmenü, das von seinem aufmerksamen Serviceteam mit Hingabe präsentiert wird. »The Wing« belegt Platz 11.
Zum World’s Best Pastry Chef 2025 wurde Maxime Frédéric gekürt, der oft als »Christian Dior der Pâtisserie« bezeichnet wird. Er ist Chefpatissier im »Cheval Blanc« sowie im Restaurant »Plénitude« (Platz 14) und arbeitet mit einigen der luxuriösesten Marken der Welt zusammen. Gleichzeitig betreibt er »Pleincoeur«, eine charmante Bäckerei in seinem Wohnviertel im 17. Pariser Arrondissement, die seine Kreationen in zugänglicherer Form anbietet.
Mit einem Sprung von Platz 42 auf Platz 15 wurde das Londoner Restaurant »Ikoyi« mit dem Highest Climber Award ausgezeichnet. Die Gründer Jeremy Chan und Iré Hassan-Odukale haben einen einzigartigen Stil entwickelt, der sich schwer kategorisieren lässt, aber stark auf Gewürze, Hitze und britische Produkte setzt.
Der Titel World’s Best Sommelier 2025 ging an Mohamed Benabdallah vom »Asador Etxebarri« in Atxondo, Spanien. Er begann seine Laufbahn im renommierten »Quique Dacosta« und vertiefte sein Wissen über sechs Jahre bei »Mugaritz«, bevor er sich dem Team von »Etxebarri« anschloss, das auch dieses Jahr wieder auf Platz 2 rangiert.
Massimo Bottura und Lara Gilmore wurden mit dem Woodford Reserve Icon Award 2025 für ihre kulinarische Exzellenz und ihr philanthropisches Engagement ausgezeichnet. Ihr Wirken reicht weit über die »Osteria Francescana« hinaus, die 2016 und 2018 zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde. Mit globalen Projekten setzen sie sich für Nachhaltigkeit, Inklusion und soziale Verantwortung im Gastgewerbe ein und definieren die gesellschaftliche Rolle der Gastronomie neu.
Das 50 Best Stipendium, vergeben in Zusammenarbeit mit Parmigiano Reggiano, ging an die kolumbianische Nachwuchsköchin Angélica Ortiz. Anfang 2026 wird sie zwei Praktika in Spitzenhäusern absolvieren, im »El Celler de Can Roca«, das 2013 und 2015 zur Nummer 1 der Welt gekürt wurde, sowie im kalifornischen »SingleThread«, das 2025 auf Platz 80 rangiert.
Das Restaurant »Celele« in Cartagena wurde mit dem Sustainable Restaurant Award 2025 ausgezeichnet und belegte Platz 48 auf der Liste. Die entspannte, aber anspruchsvolle Küche wurde bereits vielfach gewürdigt, unter anderem mit Platz 6 auf der Latin America’s 50 Best Restaurants 2024 und dem Gin Mare Art of Hospitality Award 2021. »Celeles« nachhaltiger Ansatz basiert auf sorgfältiger Beschaffung, cleverem Abfallmanagement und umfassender Bildungsarbeit.
Der Estrella Damm Chefs’ Choice Award 2025, die einzige Auszeichnung, die ausschließlich von anderen Köchinnen und Köchen vergeben wird, ging an Albert Adrià, einen unermüdlichen Innovator. Schon mit 16 Jahren begann er seine Laufbahn im »El Bulli« an der Seite seines Bruders Ferran, durchlief dort alle Stationen der Küche und machte sich später als Pâtissier einen Namen. Heute konzentriert er sich auf sein avantgardistisches Restaurant »Enigma« in Barcelona (Platz 34) und arbeitet an Forschungsprojekten mit führenden Lebensmittelunternehmen.
So funktioniert die Wahl
Die Liste entsteht aus den Stimmen der World’s 50 Best Restaurants Academy, einem Gremium aus 1.120 internationalen Experten der Gastronomie, darunter Küchenchefs, Gastronomie-Journalist:innen und welterfahrene Feinschmecker:innen. Die Academy ist in 27 Regionen weltweit aufgeteilt. Jede Region verfügt über eine eigene Abstimmungsgruppe mit 40 Mitgliedern, darunter ein Vorsitzender, die jeweils ihre persönliche Top Ten der kulinarischen Erlebnisse der vergangenen 18 Monate wählen.
Obwohl es keine festgelegte Checkliste mit Kriterien gibt, gelten strenge Abstimmungsregeln. So wird der Vorjahressieger nicht erneut in die jährliche Rangliste aufgenommen, sondern erhält einen Platz in der Best of the Best-Kategorie gemeinsam mit Legenden wie »Noma«, »Central«, »El Bulli«, »Geranium« und dem Restaurant Nummer 1 aus dem Jahr 2024, »Disfrutar«. Der gesamte Prozess wird unabhängig von der Unternehmensberatung Deloitte überwacht.
Die von S.Pellegrino und Acqua Panna gesponserte Liste der 50 besten Restaurants der Welt erscheint seit 2002 jährlich, mit Ausnahme des Jahres 2020, als die Gastronomiebranche durch die Covid-19-Pandemie stark getroffen wurde.