Der Schoggitaler verändert seine Rezeptur – und wird teurer
Der Schoggitaler wird 80 Jahre alt. Zum Jubiläum erhält die traditionsreiche Schweizer Schokolade eine neue Rezeptur und ein neues Design. Seine Erfolgsgeschichte begann einst im Engadin.
Kaum eine Schweizer Schokolade erzählt so viel über unser Land wie der Schoggitaler. Er ist Süssigkeit, Sammelaktion, Kindheitserinnerung und kleines Stück Kulturerbe zugleich. Viele kennen ihn aus der Schulzeit: als goldene Schokoladenmünze, die von Kindern verkauft wurde, an Haustüren, auf Plätzen oder später auch in Poststellen.
Nun feiert der Schoggitaler sein 80-Jahr-Jubiläum – und wird von Pro Natura und dem Schweizer Heimatschutz neu aufgelegt. Die bewährte Rezeptur aus Schweizer Biomilch und Fairtrade-Kakao wird mit Vanille verfeinert. Auch die Website und der Webshop wurden überarbeitet. Dort können Schoggitaler künftig ganzjährig auch in Geschenkverpackungen bestellt werden.
Schokolade soll See retten
Angefangen hat die Geschichte des Schoggitalers 1946 – und zwar mit einem See. In den 1940er-Jahren gab es Pläne, den Silsersee im Engadin in einen Stausee umzuwandeln. Der Schweizer Heimatschutz suchte damals nach einer Möglichkeit, Geld für den Erhalt der Landschaft zu sammeln. Die Idee war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Man verkaufte etwas, das als wertvoll, begehrt und typisch schweizerisch galt – Schokolade.
Gerade in der Nachkriegszeit war Schokolade noch rationiert. Der erste Schoggitaler wurde deshalb rasch zum Verkaufsschlager. Die Aktion zugunsten des Silsersees entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Spendensammlungen der Schweiz. Und aus der einmaligen Idee wurde eine Tradition, die Generationen von Schulkindern und Käufer:innen bis heute kennen.
50 Millionen Taler für Natur und Kultur
In den vergangenen 80 Jahren haben laut Schoggitaler über 80’000 Schulklassen rund 50 Millionen Taler verkauft. Der Erlös floss je zur Hälfte in Projekte von Pro Natura und des Schweizer Heimatschutzes. Unterstützt wurden damit unter anderem der öffentliche Zugang zu den Brissago-Inseln, die Renovation des Klosters St. Johann in Val Müstair, die Wiederansiedlung des Bibers, das Natura Zentrum Aletsch in der Villa Cassel sowie zahlreiche Amphibientümpel und weitere Projekte im Bereich Natur- und Heimatschutz.
Damit ist der Schoggitaler weit mehr als ein nostalgisches Stück Milchschokolade. Er steht für eine Form des Spendensammelns, die in der Schweiz seit Generationen zum Alltag gehört – getragen von Schulkindern, Familien und all jenen, die mit einer kleinen Geste Natur und Kulturerbe unterstützen.
Preis steigt erstmals seit 1998
Der Preis des Schoggitalers steigt erstmals seit 1998: Statt bisher 5 Franken kostet die Schokoladenmünze neu 8 Franken. Gleichzeitig erhalten teilnehmende Schulklassen künftig den doppelten Verkaufsanteil. Die Taler können in Poststellen gekauft werden, der Erlös fliesst wie bisher in Projekte des Natur- und Heimatschutzes.
So schreibt der Schoggitaler seine Geschichte fort: als kleine Schokoladenmünze, die seit acht Jahrzehnten zeigt, wie viel Wirkung in einem vertrauten Ritual stecken kann.
Der Schoggitaler
Grüezi. Ich bin der Schoggitaler. Mich kennt jedes Kind im Land. Mit mir bekommen Sie nicht nur ein goldiges Stück Tradition zum Geniessen oder Weiterschenken. Sie machen auch ein Geschenk für den Natur- und Heimatschutz in der Schweiz. Danke, dass Sie mithelfen, Schönes und Wertvolles zu schützen.