Seychellen: Traumurlaub zwischen Strand und Regenwald
Die Seychellen sind nicht weniger glamourös als die Malediven, bieten aber noch mehr Unternehmungen außerhalb der Resorts. Die Schönheit der Strände sucht ihresgleichen.
Die Insel Praslin hütet eine besonders ausgefallene Sehenswürdigkeit: die Seychellenpalme, auch genannt Coco de Mer. Die weibliche Frucht wiegt bis zu zwanzig Kilo und sieht aus wie das Becken einer Frau, während die männlichen Blütenstände an einen Phallus erinnern. Manche nennen die Pflanze »die erotischste Nuss der Welt«. Sie ist auf den Seychellen endemisch. Rund 5.000 Exemplare wachsen im Vallée de Mai, einem dicht bewaldeten Hochtal auf der zweitgrößten Insel des Landes. Manche Besucher werden rot, wenn sie die Meeresnuss erblicken – der Name rührt daher, dass die Nüsse an Strände gespült wurden, an denen sie nicht wuchsen; so glaubten die Menschen, sie komme aus dem Meer. Charles Gordon, ein englischer General, besuchte Praslin 1881 und sah in der Coco de Mer die verbotene Frucht, von der Adam und Eva probierten – und im Vallée de Mai den biblischen Garten Eden.
Tatsächlich sind die Seychellen eine Art irdisches Paradies, ein Archipel wie aus einer vergangenen, heilen Welt: blütenweiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, dichter Tropenwald. Berühmt sind vor allem die rund geschliffenen Granitfelsen auf der Insel La Digue, am Anse Source d’Argent, der aus guten Gründen als einer der am meisten fotografierten Strände der Welt gilt. Die Schönheit wirkt fast unwirklich, wie die überzeichnete Version einer tropischen Kulisse. Wer einmal selbst herkommt, stellt fest: Es gibt diesen Ort wirklich; Traumbild und Wirklichkeit verschmelzen. Zugleich lassen die Seychellen sich nicht nur auf ihre Strände reduzieren.
Ewiges Grün auf uraltem Granit
Seit 1976 unabhängig von Großbritannien bestehen die Seychellen aus 115 Inseln, die sich in zwei Gruppen teilen: Zum einen die 42 Inner Islands um Mahé und Praslin, geologisch alte Granitinseln, die einst Teil des Urkontinents Gondwana waren. Sie zeichnen sich durch wilde Berge, üppige Wälder und naturbelassene Strände aus. Der französische Entdecker Lazare Picault landete 1742 auf Mahé und nannte es wegen seiner überbordenden Vegetation die »Insel des Überflusses«. Zum anderen sind die 73 größtenteils unbewohnten Outer Islands, meist abgeschiedene Korallenatolle, die vor allem für Forscher interessant sind, zu nennen – das Four-Seasons-Resort auf Desroches Island, die zu den Amiranten gehört, ist eine der exklusiven Ausnahmen.
Anders als auf den Malediven muss sich der Urlaub auf den Seychellen nicht vorwiegend in den Resorts abspielen – Badeurlaub lässt sich wunderbar mit Ausflügen und Naturerlebnissen kombinieren, das Land eignet sich auch für Individualreisende. Im Vergleich zu Mauritius sind die Seychellen weniger urban und dafür landschaftlich dramatischer, zum Beispiel im Morne-Seychellois-Nationalpark mit seinem stattlichen, 905 Meter hohen gleichnamigen Gipfel. Wandern, Schnorcheln, Kajakfahren und Vogelbeobachtung sind beliebte Aktivitäten. Inselhopping ist üblich und einfach möglich – so empfiehlt sich zum Beispiel ein Bootsausflug nach Curieuse Island mit seinen behäbigen Seychellen-Riesenschildkröten. Wer die kreolische Kultur erleben möchte, besucht die Hauptstadt Victoria, die neben Märkten und botanischen Gärten auch einen kurios anmutenden Mini-Big-Ben zu bieten hat. Ein besonderes Erlebnis ist ein Segeltörn durch die Inselwelt; ob auf einem mondänen Luxusschiff oder in einer einfachen Kabine, um möglichst viel von Land und Leuten zu sehen.
Die Seychellen versuchen, den Naturschutz und die Ansprüche ihrer betuchten Feriengäste in Einklang zu bringen. Mehr als die Hälfte der Landesfläche ist geschützt, man leistet sich ein ambitioniertes Meeresschutzprogramm. Doch das Land kann sich nicht von den globalen Veränderungen abkoppeln – Korallenbleichen lassen sich nicht durch Vorschriften unterbinden, sodass ungetrübte Einblicke in die Unterwasserwelt oft nur noch Tauchern vorbehalten sind. Regierung und Resorts bemühen sich, viele Riffe wiederherzustellen. Auf den Seychellen ist Nachhaltigkeit schon lange keine Leerformel mehr – sie entscheidet über die Zukunft dieses Inselparadieses.
West Coast Road Mahé
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8J3X+RX Desroches Island
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MVH9+XQX Félicité Island
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