Frühlingserwachen im Casino Konstanz: Gipfeltreffen der Sinne
Beim Genuss-Gipfel im Casino Konstanz trafen die Weine der vier Baden-Württembergischen Staatsweingüter auf ein exquisites vier-Gänge-Menü
Petrus trieb am 27. März seinen Schabernack mit dem heiß ersehnten Frühlingsbeginn am Bodensee: Der Leiter des Staatsweinguts Freiburg-Blankenhornsberg, Kolja Bitzenhofer, bangte an diesem Abend sogar um seine bereits ausgetriebenen Chardonnayreben, denn für die Nacht hatten die Meteorologen am Kaiserstuhl Frost vorhergesagt. Und auch in Konstanz präsentierte sich der Himmel wolkenverhangen, und die Temperaturen waren eher winterlich als frühlingshaft.
Der Stimmung der rund 80 Gäste tat dies indes keinen Abbruch. Schon beim Apéro im Erdgeschoss der Spielbank entsponnen sich angeregte Gespräche, die den konvivialen und genussfreudigen Ton für den gesamten Abend setzen sollten. Anschließend ging es in die erste Etage ins Restaurant »Villagio« und zu Tisch. Nach der Begrüßung durch den Leiter der Spielbanken Baden-Württemberg, Tobias Wald, zündeten die Casino-Küche und die vier beteiligten Weingüter ein Feuerwerk an Gaumenfreuden.
Ein Fest der Sinne
Die Gäste erhielten zu jedem Gang zwei Weine, jeweils einen aus den Kellern des Lokalmatadors vom Bodensee, aus dem Staatsweingut Meersburg – und einen zweiten aus einem der drei anderen Staatsweingüter. So ließen sich etwa zu den hausgemachten, mit Lachsforelle und Ricotta gefüllten Ravioli ein Meersburger Lerchenberg Müller-Thurgau und ein Auxerrois Gutswein aus dem Staatsweingut Karlsruhe vergleichen. Zum Rinderfilet vom Bodenseerind forderten ein Meersburger Bengel Spätburgunder und der Bordeaux-Blend »Grande Réserve« aus dem Staatsweingut Weinsberg die Diskussionsfreude an den Tischen heraus. Manche bevorzugten die Feinheit des Burgunders, andere die fruchtige Kraft der Cabernet-Merlot-Cuvée. Ein Fest waren die Marriagen beide, zumal die Kommentierung der Weine durch Dr. Jürgen Dietrich fürs Staatsweingut Meersburg und durch Martin Schwegler fürs Staatsweingut Weinsberg unterhaltsam und kurzweilig ausfiel.
Zum Dessert überraschte Kolja Bitzenhofer von Staatsweingut Blankenhornsberg mit einem feinherben Rosé aus der pilzwiderstandsfähigen Sorte Cabernet Cortis. Im Weinberg gehört eine Schafherde zu den Mitarbeitern, die Tiere übernehmen das Mähen des Grases, sie entblättern und düngen die Reben. Der Sparringspartner für das Limoncello-Tiramisu mit frischen Beeren war ein feinherber Traminer aus der Meersburger Spitzenlage Rieschen – einem Weinberg, der mit seiner Lage direkt oberhalb des Meersburger Hafens ein Postkartenpanorama bietet.
Nach fünf genussreichen Stunden gingen die Gäste des Abends fröhlich und bester Laune auseinander, und es hatte sich wieder einmal bewahrheitet: »A tavola non s’invecchia«. Bei gutem Essen und Trinken altert man nicht – und man verliert die Zeit aus den Augen. Was könnte es Schöneres geben, in guter Gesellschaft und bei so großen kulinarischen Genüssen.