Nach Rechtsstreit: »Saurüsselalm« schließt zum Jahresende
Der jahrelange Konflikt um die »Saurüsselalm« am Tegernsee findet vorerst ein Ende: Die Frühaufs ziehen die Reißleine und beenden den Betrieb. Sie stünden unter »ständiger Beobachtung« und »anhaltendem Druck«.
Jahrelang stritten Naturschützer mit den Betreibern der »Saurüsselalm« am Tegernsee. Nun ziehen Martin Frühauf, ehemaliger Leibkoch von Helmut Kohl, und seine Frau Tanja die Reißleine – und beenden zum Jahresende den Betrieb.
Die Alm, malerisch oberhalb des Tegernsees gelegen, öffnet am 20. Dezember ein letztes Mal ihre Türen für Wanderer und Eventgäste, heißt es auf der Website. Die Entscheidung sei in dem anhaltenden öffentlichen Druck und der intensiven negativen Medienberichterstattung begründet. Falstaff berichtete bereits im August letzten Jahres über die Diskussion, die weit über die »Saurüsselalm« hinausgeht.
Weiter heißt es vom Betreiber-Paar, dass die Alm unter strenger Beobachtung stehe und »keine andere Alm in Deutschland […] so stark reglementiert und überwacht« sei. Die Entscheidung sei schwergefallen, erschien den ehemaligen »Postillion«-Betreibern jedoch der einzige Ausweg: »Die ständige Beobachtung und der anhaltende Druck haben uns zunehmend zermürbt«, so die Frühaufs.
Seit Jahren in der Kritik
Die Alm wurde zum Streitfall, als sie ursprünglich mit almtypischer Gastronomie für Wanderer zugänglich gemacht werden sollte. Der Umbau der zuvor ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Alm wurde unter speziellen Bedingungen genehmigt: Die Alm sollte an sieben Tagen die Woche geöffnet sein, einmal pro Woche sei ein Hüttenabend erlaubt und 15 Mal im Jahr seien besondere Events für geschlossene Gesellschaften genehmigt.
Für Naturschützer wurde die Alm vor allem wegen der Events zunehmend zum Dorn im Auge: »Luxusalm« titelten Medien, weil dort almuntypisch Champagner ausgeschenkt wurde und Spitzenköche zu Gast waren. Der »Verein zum Schutz der Bergwelt« klagte schließlich gegen die erteilte Baugenehmigung und kritisierte die Umwandlung der abgelegenen Alm zur Eventgaststätte.
Baugenehmigung zurückgegeben
Nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen gab Almeigentümer Franz Haslberger die Baugenehmigung schließlich im September zurück, was zur Einstellung des Verfahrens ohne Urteil führte. Naturschützer bezeichneten die Alm seither als »Schwarzbau«, da der Betrieb der Alm nicht umgehend eingestellt wurde. Haslberger plant nun Gespräche mit potenziellen neuen Pächtern und einen neuen Bauantrag zu stellen, um die Alm möglicherweise mit neuem Konzept wiederzueröffnen.
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