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© Karl Steinegger

Traum-Auszeit am See: Acht Ziele zum Staunen und Entspannen

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Reisetipps

Ob als kurze Flucht aus dem Alltag oder als mehrtägiges Urlaubsziel: Ferien am See ­stillen die Sehnsucht nach Ruhe, Weite und Natur – mal romantisch, mal lebendig, immer erfrischend. Wir stellen Ihnen acht Klassiker vor, die auf ganz unterschiedliche Weise verzaubern.

Plitvicer Seen

Millionen Kinder (und kindgebliebene Erwachsene) haben 1962 mitgefiebert, als Winnetou und Old Shatterhand auf Schurkenjagd zum Schatz im Silbersee aufbrachen. Gedreht wurden die ikonischen Szenen am türkis leuchtenden Silbersee im Hinterland von Kroatien. Der Nationalpark Plitvicer Seen ist, 1949 begründet, der älteste und größte des Landes. Wie an einer Perlenschnur liegen die 16 Seen nebeneinander, kaskadenartig über Wasserfälle verbunden.

Infolge der Dreharbeiten (auch für Winnetou II und III wurde hier gefilmt) wurden die Seen im damals noch kaum erschlossenen Hinterland von immer mehr Karl-May-Fans besucht. Und der Zauber wirkt bis heute. »Auf den Spuren von Winnetou« versprechen Agenturen, die ihre Gäste zu den Schauplätzen führen. Seit 1979 zählen sie zum UNESCO-Welterbe. Ein paar neue Hotels sind dazugekommen und statt bodenständiger Zeltplätze gibt es nun auch naturnahe Glamping-Resorts.  Ansonsten aber hat sich – dem strengen Naturschutz sei Dank – glücklicherweise kaum etwas verändert.

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Genfersee

Manchmal braucht es den Blick von außen, um die Schönheit vor der Haustür zu erkennen: Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts kehrten die Genfer Häuser dem See ihren Rücken zu. Dann kamen die Besucher aus dem Norden, waren verzückt, und begründeten so die touristische Karriere des Sees, der mit 580 Quadratkilometern der zweitgrößte Mitteleuropas ist. Sein Erfolgsrezept: Zwei Teile Frankreich, drei Teile Schweiz, quirlige Uferstädte, dahinter Berge und Weinbau.

1891 erhielt der Genfersee mit dem Jet d'eau sein Wahrzeichen – eine aus technischer Not geborene Wasserfontäne, die bis heute die kleinen und großen Besucher bannt. Der See war nie laut und spektakulär. Vielmehr ein Reiseziel für stilvolle Auszeiten und diskreten Luxus. In den Werkstätten rund um den See entstehen einige der wertvollsten Uhren und einige der süßesten Versuchungen der Welt. Kein Urlaub am See ohne Besuch bei Favarger, einer der ersten Schokoladenmanufakturen des Landes oder Rohr, wo die von Kakao überzogenen »Genfer Pflastersteine« berühmt wurden. Damit lässt sich die Reise zumindest kulinarisch verlängern.

 

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Mecklenburgische Seenplatte

Von der Ferne durfte man im Osten Deutschlands viele Jahrzehnte lang nur träumen. Urlaub vor der eigenen Haustüre lautete daher die Devise. Die Naturschätze, die sich dort fanden, ließen das Fernweh zumindest für eine Weile vergessen. Neben Ostsee und Erzgebirge galt vor allem die Mecklenburgische Seenplatte als Urlaubsoase im Inland. Wie glitzernde Spiegel liegen die mehr als 1000 Seen in der Landschaft, zwischen Mooren und Buchenwäldern. In der weiten Natur warteten Lagerfeuerromantik am Zelt, Angel- und Badespaß.

Was früher Notwendigkeit war, ist heute oft bewusste Wahl: Das »Land der tausend Seen« besticht noch immer mit unberührter Landschaft, aber das Angebot ist vielfältiger und komfortabler geworden: Die Rad- und Wasserwege wurden ausgebaut. Ortschaften wie das Heilbad Waren und die Landeshauptstadt Schwerin mit ihrem romantischen Märchenschloss erstrahlen in neuem Glanz. Viele Gutshöfe und Schlösser wurden zu stilvollen Wellnessresorts und Boutiquehotels. Das lockt ein neues, oft urbanes Publikum, das sich nach Entschleunigung sehnt und – zumindest für ein paar Tage – nach »der guten alten Zeit«.

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Lago Maggiore

Alpen oder mediterrane Leichtigkeit? Vor dieser Frage standen schon unsere reisenden Vorfahren und weil sie sich nicht entscheiden konnten oder wollten, fuhren sie an den Lago Maggiore, den »größten, bedeutendsten, langen See«, der sich vom Norden Italiens bis in den Schweizer Kanton Tessin erstreckt. Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten Adelsfamilien aus Mailand den Ort als Urlaubsdomizil und bauten prächtige Villen und Paläste, in denen man heute stilvoll nächtigen kann.

Schriftsteller und Künstler wie Stendhal, Lord Byron und Dumas schwärmten vom Stresa, heute der bekannteste Badeort, und den Borromäischen Inseln. Mit ihren prunkvollen Palazzi und Gärten, in denen Kamelien, Magnolien, Bougainvillea, Rhododendren und Oleander blühen, zählen die fünf Inseln bis heute zu den beliebtesten Ausflugszielen. Und sonst? Baden, Flanieren, vielleicht mal ein Ausflug auf die umliegenden Gipfel oder ins romantische Verzascatal, wo sich alte Steinbrücken über die Verzasca spannen. Zurück am See dann ein Glas piemontesischen Weins im schattigen Garten und ein Teller hausgemachter Pasta oder Risotto mit lokalen Barsch. Eigentlich wie damals, vor 200 Jahren.

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Plattensee

Das »ungarische Meer«, wie der größte Binnensee Mitteleuropas gerne genannt wird, stand lange für Dauercamping, Partyurlaub und grenz-überwindendes Sommervergnügen: Der Balaton war einer der wenigen Urlaubsorte, an denen sich Ost- und Westdeutsche zum Planschen und Sonnen trafen. Heute kommen drei Viertel der Gäste aus dem Inland, Siófok am Südufer ist unter Einheimischen das beliebteste Reiseziel des Landes. »Sumpfiges Gelände« bedeutet das slawische Wort blatna, das Pate für den deutschen Namen stand. Sumpfig ist es heute nur noch im Südwesten, wo die faszinierende, weitgehend unberührte Sumpflandschaft Nagyberek liegt.

Auch sonst hat sich der See in den letzten Jahren stark gewandelt. Am Wasser finden sich schicke Strand- und Yachtclubs. Besonders die Nordseite des Sees – rund um die Orte Balatonfüred, Tihany und Badacsony – gilt heute als Hotspot für stilbewusste Reisende. Boutique- und Wellness-Hotels, elegante Weingüter und kreative Restaurants prägen das Bild. Die Region hat sich einen Namen als Weindestination gemacht: allen voran der mineralische Olaszrizling oder Kékfrankos wachsen auf den umliegenden Hängen. In der Küche setzt man auf regionale Raffinesse – vom fangfrischen Zander über moderne Interpretationen ungarischer Klassiker bis hin zu Slow-Food-Erlebnissen.

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Verena Carola Mayer
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