Richards Restaurant
Wechseln Köchinnen und Köche mit Erfahrung in der Top-Gastronomie in eher bodennahe Gefilde, können sie selten einen Gang zurückschalten. Dass der Einkauf von Luxusprodukten nicht mehr im Bereich gesunden Wirtschaftens liegt, wird verinnerlicht, aber die handwerklichen Fertigkeiten und kreativen Ansätze klopfen sie sich nicht so einfach aus den Kleidern. Zum Glück. Sonst wären Restaurants wie das neu eröffnete »Richards« in Garbsen bei Hannover nicht möglich. Am Herd steht Nico Kuckenburg, langjähriger Souschef an der Seite von Benjamin Gallein im »Ole Deele« in Burgwedel, später im »Votum« in Hannover. Im »Richards« steht an Kuckenburgs Seite nun seine Ehefrau Laura, die den Service verantwortet. Gemeinsam wollen sie dem Gasthausflair des Lokals mit englisch-deutscher Küche Leben einhauchen. Das gelingt schon wenige Wochen nach der Eröffnung mit Bravour. Neben Einzelgerichten lässt sich etwa ein »Sunday Roast«- oder »Sonntagsbraten«-Gericht bestellen. Da versammeln sich dann hausgemachte Pinkelwürste und rosa gebratenes, zartes Roastbeef in der Tischmitte, dazu Grünkohl, Senfsoße oder luftiger Yorkshire-Pudding mit Kasseler. Gelungen sind aber auch allerhand moderne Gemüse- und Fischgerichte oder auch Kuckenburgs Version von »Himmel und Erde«: eine ausgebackene Blutwurst, umwickelt mit hauchdünnen Kartoffelfäden, dazu Birnenstücke und fruchtiger Birnenschaum. Wird dann noch ein guter Handwerkswein wie der fruchtsüße Rheingauer Riesling vom Weingut Hamm eingeschenkt, erhebt man schnell sein Glas und wünscht der Restaurant-Gasthaus-Pub-Inn-Liaison viel Erfolg – oder besser: Good luck.