Der »Supperclub 34« existiert schon mehrere Jahre. Mit zwei neuen Personalien haben sich in diesem Jahr die Karten jedoch neu gemischt, oder besser: die Wein- und Menükarten haben sich neu gemischt. Die Küche verantwortet seit September Deniz Petrovic, der bereits über zwei Jahre im Zwei-Sterne-Restaurant »Jante« am Herd stand. Gastgeber und Sommelier in Personalunion ist Oliver Fabris, der im ehemaligen Sternerestaurant »Ole Deele« in Burgwedel versiert die Kreativgerichte von Benjamin Gallein mit erlesenen Weinen zu begleiten wusste. Die Preisstruktur des Lokals (5- bis 9-Gänge-Menüs für 65 bis 108 Euro, à la carte von 7 bis 34 Euro) setzt dem Produkteinkauf zwar Grenzen, was sich unmittelbar auf die Qualität auf dem Teller auswirkt. Das heißt aber nicht, dass Petrovic nicht mit Handwerk und Kreativität das legere Snack- und Barkonzept des Lokals auf ein anderes Level hebt. Wenn er etwa aus dickeren Rettichscheiben eine Rose drapiert. Mit warmer Gemüsejus, pikantem Peperoni-Gel und kühlem Forellenkaviar macht er aus der Vorspeise ein wunderbares Temperatur- und Texturspiel. Auch ein deftiger Maulhappen wie ein Sandwich aus buttrigen Briochescheiben, süßlichen Schmelzzwiebeln und fettdurchsetzter Morcilla gehört zum Repertoire des Kochs. Die Süße greift Fabris mit einem halbtrockenen Zierfandler vom Weingut Krug aus Gumpoldskirchen auf. Auch sonst schenkt der Österreicher gerne mal etwas aus seiner Heimat ins Glas. Grandios: ein 2022er Morillon »Ried Obegg Aeon« vom Weingut Polz. Mit seiner kühlen Eleganz hält der Wein einen mit der japanischen Gewürzmischung Furikake abgeschmeckten Pulpo mit Yuzugel und gebrannter Buttermilch im Zaum.