Die 10 besten Market Cuisine Restaurant in Berlin
Seit zehn Jahren legen Küchenchef Micha Schäfer und Patron Billy Wagner den Fokus auf hervorragende Lebensmittel und ihre Produzenten. Nur die erlesensten Produkte werden für die Menüs verwendet.
Acht Stockwerke über der Potsdamer Straße, Panoramablick über Berlin und eine ehemalige Club-Etage, die für Fine Dining eigentlich zu groß und zu laut ist. Das »Golvet« hatte es nie leicht: zu viel Raum, zu viel Fluktuation in der Küche, zuletzt ein Chef, der mit großem Selbstbewusstsein und noch größeren Menüpreisen kaum wahrgenommen wurde. Wer das weiß, betritt den Fahrstuhl nach oben mit einer gewissen Skepsis. Und verlässt das Restaurant vollkommen anders gestimmt. Nicholas Hahn steht seit Februar am Herd, und es dauert keine zwei Gänge, bis klar ist, was seine Ambitionen sind. Als Gemüsekoch bekannt, macht sein Menü deutlich: Das war immer nur ein Teil seines Könnens. Er kocht Gemüse auf einem Niveau, das in der Stadt seinesgleichen sucht, aber eben auch Wachtel, Garnelen und Zander mit derselben Präzision. Das »Golvet« erreicht damit ein kulinarisches Niveau, das es so noch nicht hatte. Das Paprikatatar mit Paprikaeis und Jalapeño-Jus hat die Konsistenz von Fleisch und die Qualität eines Gerichts, das man nicht vergisst. Die dekonstruierte Baiser-Pizza klingt nach Instatrend, schmeckt aber gewaltig nach Können. Und die Wachtel: glasierte Keulen, soufflierte Brust mit Trüffel, eine gefüllte Spitzmorchel, dazu ein Blaubeerpüree, das man so nicht erwartet und sofort vermissen würde. Sommelier Andrea Agosta hat eine Weinkarte von enzyklopädischer Tiefe zusammengestellt, etwas üppiger als nötig. Was noch fehlt, ist eine alkoholfreie Begleitung, die Hahns Spiel mit Aromen weiterdenkt. Vier Gänge für 110 Euro, sieben für 185 Euro: nicht gerade günstig, aber gemessen an dem, was Hahn auf den Teller bringt schwer zu beanstanden.
Eine reduzierte, moderne Küche ist die Handschrift von Chefköchin Sarah Hallmann. In ihrem minimalistisch eingerichteten Restaurant in Neukölln kocht sie einfache Gerichte mit kräftigen Aromen.
Im Szenerestaurant in Prenzlauer Berg wird eine nordisch angehauchte Küche mit Fokus auf modern-reduzierten Speisen kredenzt. Ergänzt werden die saisonalen Gerichte mit Natur- und Orangeweinen.
Im Barra wird außergewöhnliche Produktküche zum Teilen angeboten. Dabei kommen pflanzliche Zutaten wie Pfifferlinge oder Shiso genauso zur Geltung wie Wolfsbarsch und Schweinebauch.
Im schicken Ambiente der Torstraße gibt es hier alles, was man an der österreichischen Küche liebt: Schnitzel, Knödel, Tafelspitz, Kaiserschmarren und sogar ein Sorbet vom Almdudler.