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Angegrillt: Thüringens Wurstklassiker starten in die Saison

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Kümmel oder nicht? Diese Frage spaltet Thüringer Bratwurstliebhaber:innen auch beim diesjährigen Angrillen.

In Thüringen ist die Grillsaison gestartet – und die Bratwurst steht wie immer im Mittelpunkt. Beim traditionellen Angrillen im Bratwurstmuseum Mühlhausen griffen am Samstag Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sowie Bratwurstkönig Norbert Abt und Wurstkönigin Nicole Schenk selbst zum Rost. Auch wenn Regen und Kälte die Besucherzahlen drückten, kamen zahlreiche Gäste, um die ersten Würste des Jahres zu probieren.

Zehn Thüringer Produzent:innen präsentierten ihre Klassiker, ergänzt durch Aussteller aus Bayern und der Schweiz. Mehr als ein Dutzend Sorten standen zur Verkostung bereit – vom klassischen Kümmel-Würzling bis zu Varianten ohne Gewürz. »Kümmel oder nicht, das ist hier fast schon eine Glaubensfrage«, sagt Thomas Mäuer vom Verein »Freunde der Thüringer Bratwurst« gegenüber der dpa.  Er organisiert den Saisonstart gemeinsam mit dem Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst.

Die Wurst hat’s schwer

Die Thüringer Bratwurst blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1404 in den Aufzeichnungen eines Arnstädter Klosters. Heute ist sie EU-geschützt und darf nur im Freistaat hergestellt werden. Zusätzlich steht sie auf der Landesliste des immateriellen Kulturerbes, ein Nachweis ihrer regionalen Bedeutung.

Trotz der Bekanntheit der Wurst zeigen aktuelle Zahlen einen rückläufigen Trend beim Wurstkonsum in Thüringen. 2024 wurden rund 59.000 Tonnen Wursterzeugnisse produziert, was etwa 28 Kilogramm pro Kopf entspricht. Im Vergleich zu zehn Jahren zuvor bedeutet das einen Rückgang von 17 Prozent. Die Thüringer Bratwurst ist in dieser Statistik nicht gesondert erfasst, doch die Zahlen verdeutlichen, dass selbst Traditionsprodukte ihren Markt behaupten müssen.


Redaktion
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