Papst Franziskus: Ehrensommelier und Unterstützer der italienischen Weinindustrie
Papst Franziskus, der am Montag im Alter von 88 Jahren gestorben ist, war ein Förderer der italienischen Weinwirtschaft, ließ seinen eigenen Vatikan-Wein anbauen und erhielt vom Italienischen Sommelierverband ein Ehrendiplom als Sommelier. Ein Rückblick.
Wein sei »ein Geschenk Gottes und eine wahre Quelle der Freude«, sagte Papst Franziskus vergangenes Jahr im Rahmen des »Economy of Francesco«-Kongress von Vinitaly, einer der größten Wein-Fachmessen Europas. Am Montagmorgen, am 21. April 2025, ist Papst Franziskus verstorben.
Ehrensommelier mit Winzer-Wurzeln
Während seiner Zeit als Papst zeigte er sich stets als Unterstützer der italienschen Weinwirtschaft. Auch selbst genoss er gerne ein Glas Wein. Sein Respekt für die Branche war so bekannt, dass er 2015 vom italienischen Sommelierverband zum Ehrensommelier ernannt wurde.
Franziskus wurde zwar in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires geboren, er hatte allerdings auch italienische Wurzeln: Sein Vater Giuseppe Mario Francesco Bergoglio stammte aus Portacomaro bei Asti, seine Großeltern mütterlicherseits kamen ebenfalls aus Italien nach Argentinien. Als der Papst zuletzt seine Cousine Carla Rabezzana 2022 in der norditalienische Region besuchte, verriet er auch eine seiner Lieblingsweinsorte: Grignolino. Sein Vater war selbst einst Erzeuger der Rotweinsorte im Piemont.
Ein Weinberg für den Papst
Die Unterstützung von Franziskus für italienischen Wein ging zudem über bloße Worte hinaus: An einem Hang der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo ließ er einen Weinberg anlegen. Unterstützung erhielt er dabei von niemand geringeren als Star-Önologen Riccardo Cotarella. Der italienische Flying Winemaker beriet bereits mehr als 80 Weingüter, wie auch jenes von Sting in der Toskana. In Castel Gandolfo sollte er auf zwei Hektar ein Weingut errichten, das nicht nur symbolisch für die Rückbesinnung auf ökologische Werte stehen sollte, sondern auch wirtschaftlich und sozial nachhaltige Strukturen schaffen sollte.
»Ohne Wein kann man kein Fest feiern«
»Ich erinnere mich mit Rührung an seine Worte: ›Ohne Wein kann man kein Fest feiern‹«, so Cotarella in einem Statement zu Ehren des verstorbenen Papstes. »Ein Satz, der trotz seiner scheinbaren Leichtigkeit eine tiefe Botschaft enthielt: Wein als Symbol der Freude, der Gemeinschaft, des Teilens. Als Önologen, als Italiener, als Menschen verlieren wir heute einen geistigen Führer, der dem Wein auch seinen menschlichen und symbolischen Wert zurückzugeben vermochte. Seine Stimme wird uns fehlen, sein Beispiel wird uns bleiben.«