Pur oder on the Rocks? Die Sieger der Falstaff Whisky Trophy
Die Frage, ob man Eis in einen Whisky geben darf, ist vor allem Geschmackssache. In Japan oder den USA ist das sogar fester Bestandteil der Genusskultur.
Halt, so kannst du das nicht machen! Kaum ein Satz verdirbt einem probierfreudigen Genießer derart die Lust, wie eine gönnerhafte Belehrung von meist selbsternannten Experten, die für sich in Anspruch nehmen, die beste Form des Genusses genau zu kennen oder – noch besser – sogar bestimmen zu können. Dabei ist genau das, der Genuss nämlich, etwas zutiefst Persönliches.
Die Besten aus den USA
Interessanterweise trifft man in kaum einer Spirituosenkategorie öfter auf das Phänomen des »Belehrenwollens«, als beim Whisky. Da reicht es manchmal schon, einen Single Malt in einen schnöden Tumbler zu schütten, statt in ein bauchiges Nosing-Glas, um einen echten Nerd auf die Palme zu bringen. Segelt dann noch ein Eiswürfel hinein, dann hat man sich endgültig als hoffnungsloser Crétin geoutet. Aber ist das tatsächlich ein solcher Fauxpas?
Die Besten aus Irland
Her mit dem Eis!
Ein Amerikaner beispielsweise würde hierüber sicherlich herzlich lachen, denn bei einem kräftigen Bourbon ist man weniger zimperlich und greift regelmäßig zum Eiscube. Das sieht nicht nur verdammt lässig aus, sondern erhöht auch unbestreitbar die Trinkbarkeit. Das Liquid wird zugänglicher und das Schmelzwasser birgt durchaus die Chance, gewisse Aromen ein wenig aufzuschließen. Auch in Japan ist ein Whisky auf Eis alles andere als ungewöhnlich, ganz im Gegenteil ist die dortige Highball-Kultur fast so etwas wie das Herz des japanischen Whiskys. Doch Japan wäre nicht das Land der Perfektionisten, wenn es nicht einen eigentlich recht einfachen Highball wie den »Mizuwari«, der im Wesentlichen aus einem Teil Whisky und 3-4 Teilen stillem, eiskaltem Mineralwasser besteht, nicht in absoluter Perfektion ins Glas brächte. Hier entfaltet sich eine Choreografie aus Rühren von Wasser und Eis, Abseihen, erneutem Rühren mit Whisky, erneutem Wasser zugeben und nochmaligem Rühren. Bis endlich die Zitronenzeste ins Glas wandert, hat man also einiges zu tun. Doch die Mühe lohnt sich und hebt den Genuss eines Whiskys trotz der merklichen Verdünnung auf ein ganz anderes Level.
Whsiky-Trophy: die besten aus Deutschland
Alles, nur kein Eis!
Nun ticken die Uhren in Europa bekanntlich etwas anders als in Übersee oder am anderen Ende der Welt. Hierzulande ist es vor allem der Purgenuss, den Genießer präferieren. Dementsprechend skeptisch stehen viele Whisky-Fans dem Einsatz von Eis gegenüber. Und in einer Sache haben sie zweifelsfrei recht: ist eine Spirituose zu kalt, nimmt ihre aromatische Komplexität spürbar ab. Und auch unkontrollierte Verwässerung ist der Opulenz nicht gerade zuträglich. In Sachen Wasser im Whisky ist man daher wesentlich zurückhaltender und achtet sehr genau auf die Dosis und die Art des Wassers. Um den Geschmack des Whiskys so wenig wie möglich zu beeinflussen, empfiehlt sich hier der Einsatz von mineral- und salzarmen, stillen Sorten. Manche greifen sogar zu deionisiertem oder destilliertem Wasser. Entscheidend ist zudem die Menge. Grundsätzlich kann man zwar jeden Whisky verdünnen, um die Aromen aufzuschließen, doch bei Qualitäten von 40 Vol. % bedarf es meist nur weniger Tropfen. Etwas mehr kann man hingegen bei Fassstärke-Abfüllungen hinzugeben. Will man beispielsweise 4 cl eines 58-prozentigen Malts auf 42 Vol. % runtersetzen, braucht es mit 1,5 cl Wasser schon einen ordentlichen Schuss. Eine Erkenntnis hat sich aber auch in Europa durchgesetzt: Whisky, sogar ein Single Malt, darf auch mal in einem Cocktail landen. Warum auch nicht, denn jeder Drink ist nur so gut wie seine schwächste Zutat. Mit den Siegern unserer Whisky-Trophy ist man aber garantiert auf der sicheren Seite.
Die Besten aus Österreich
Die ganze Komplexität eines Whiskys entfaltet sich in der Regel bei Zimmertemperatur. Daher empfiehlt es sich, den Whisky bei 15 –18 °C zu servieren.
Für eine optimale Entfaltung der Aromen eignet sich ein bauchiges Nosing-Glas oder ein Cognacschwenker.
Ein paar Tropfen Wasser können ihn etwas milder machen und weitere Aromen aufschließen. Tasten Sie sich mit der Menge des Wasser vorsichtig voran.
Nicht schwenken: Im Gegensatz zu Wein kann das Schwenken von Whisky manchmal zu viele Aromen oder zu starke Dämpfe freisetzen, was wiederum die Sensorik beeinträchtigt.
Unterschiedlich große Schlucke nehmen, den Whisky dabei immer länger im Mund behalten und ein wenig darauf kauen. Das verbessert die retronasale Sensorik.
Die Nase nicht im Glas versenken. Die Aromen eines Whiskys sind mit wenigen Zentimetern Abstand zum Glasrand besser wahrnehmbar. Je tiefer man eintaucht, desto alkoholischer wird der Duft.
Das leere Glas gern noch eine Weile stehen lassen und später nochmals daran schnuppern. Der Alkohol verfliegt und vor allem reife Aromen lassen sich nochmals gut erkunden.