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Valentinstag: Der Last-Minute-Plan für einen romantischen Abend

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Es ist Valentinstag und du hast alles vergessen? Kein Grund zur Panik. Unsere Autorin, selbsternannter Valentinstagsmuffel, hat den Last-Minute-Plan: In vier Schritten zum entspannten, aber dennoch perfekt romantischen Abend.

Man wacht also auf und es ist der 14.02.2026 und da fällt einem auf: Es ist nicht nur Samstag, sondern auch Valentinstag, der Tag der Liebe. Auf diese Erkenntnis folgt bei manchen helle Freude (heute Abend ein schönes Date! Heute ein schöner Strauß!), bei Zynikerinnen wie mir löst er allerdings etwas ganz anderes aus: ein Augenrollen, begleitet – je nach Tagesform – von einem theatralischen Seufzer. Denn es ist doch so: Der Valentinstag ist eine Erfindung vom Big Blumenhandel, um uns noch an einem weiteren Tag das Geld aus der Tasche zu ziehen und das, wohlgemerkt, für Sträuße in geschmacklosen rosa-roten Variationen.

Big Schokolade steckt mit Big Blumenhandel unter einer Decke, drängt uns herzchenförmige Kirschwasserpralinen auf, die uns doch noch nie geschmeckt haben. Doch das sind nur zwei der Konsumübel, die am Tag der Liebe auf uns warten. Eigentlich geht es ja um das große Date am Abend z.B. eines von tausenden Candle-Light-Menüs, die Restaurants an diesem Tag anbieten, bei denen man sich neben einem magischen Touch Liebe (ein Glas Rosé Schaumwein aufs Haus? Ein Dessert für zwei?), auch einen magischen Zuschlag auf der Rechnung gefasst machen darf.

In Erinnerung bleibt: es gab keine schönen Gesten

Nun wäre es für mich als Zynikerin ein leichtes, auf die Frage, was ich denn am Valentinstag mit meinen Lieben vorhabe, die Nase zu rümpfen und zurückzugeben, dass ich den Einzug der berechnenden Logik des Kapitalismus in meine intimsten Beziehungen nicht billige, der Valentinstag in meinem Leben also keinerlei Rolle spielt. Ja, ich es sogar kategorisch ablehne, meiner Liebe durch Konsum Ausdruck zu verleihen. An jedem anderen Tag schenke ich gerne Blumen und lade zum Essen ein! An dieser Stelle wird es allerdings schnell haarig, denn es drängen sich Fragen auf: Wann habe ich das letzte Mal jemandem, der mir wirklich wichtig ist, Blumen geschenkt? Oder Pralinen? Wann haben wir das letzte Mal wirklich schön zusammen zu Abend gegessen? Die Antworten auf diese Fragen können verheerend ausfallen.

Das große Date am Abend (mit einen magischen Zuschlag auf der Rechnung).
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Das große Date am Abend (mit einen magischen Zuschlag auf der Rechnung).

Schließlich scheren sich die Gefühle der Menschen, die wir lieben, in der Regel recht wenig darum, warum wir uns gegen eine schöne Geste entscheiden. In Erinnerung bleibt vielmehr, dass es keine schönen Gesten gab. Und so wollen wir dann doch nicht in Erinnerung bleiben! Dieser Samstag der 14. Februar wäre also eine Möglichkeit, eine Frau der schönen Geste zu werden.

Nun ist also der Sinneswandel vollzogen, wir wollen doch irgendwie unsere Liebe bekunden, selbst dann, wenn es letztlich dem Kapitalismus in die Hände spielt. Das Problem: Es ist jetzt schon 14 Uhr, alle Candle-Light-Dinner ausgebucht, keine Blumen bestellt, sämtliche Confiserien wahrscheinlich leergekauft. Keine Sorge, Panik muss sich trotzdem nicht einstellen! Eigentlich muss man nur vier Schritten folgen, um trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit noch einen gelungenen Abend über die Bühne zu bringen.

Schritt 1: Der Plan

Wer schon häufig Gastgeber war, weiß, dass der Plan schon die halbe Miete ist, deswegen widme ich ihm hier auch den meisten Platz. Hier ein paar realistische Möglichkeiten: 1. Cocktails & ein Film 2. Schaumwein & Frittiertes to go 3. schnelle Pasta & Dessert.

Erstere Möglichkeit ist besonders unkompliziert, ein Dirty Martini, Negroni oder ein alkoholfreier Spritz plus ein paar Oliven, Chips, Grissini und ein Film erfordern gerade mal einen Gang zum nächsten Supermarkt und ein Netflix Abo. In meinem Freundeskreis gibt es übrigens eine ausgeklügelte Theorie darüber, dass Oliven eines der erotischsten Lebensmittel überhaupt sind – aber das nur nebenbei. Möchte man die Qualität des Abends noch ein wenig steigern, geht man für bessere Oliven zum Feinkostladen und schließt ein MUBI Abonnement ab, um »In The Mood For Love«, den besten Liebesfilm aller Zeiten zu zeigen.

Ist die Olive das erotischste Lebensmittel?
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Ist die Olive das erotischste Lebensmittel?

Zweitere Variante ist im Grunde nicht viel komplizierter, sie erfordert nur etwas mehr logistisches Geschick. Schaumwein und frittiertes Essen sind eine Kombination, die jeder Sommelier unter vierzig rauf und runter beschwört und damit selbstverständlich recht hat: Crémant und Pommes sind eine magische Kombination, Fried Chicken und Champagner könnten einander nicht zuträglicher sein. Die Natur des frittierten Essens spielt dementsprechend gar keine große Rolle, es muss aber heiß sein und der Schaumwein kalt. Das bedeutet, zuerst zur Weinhandlung zu gehen und um einen Schaumwein zu bitten, den sie kalt da haben und dann einen Imbiss in nächster Nähe des Zuhauses ausfindig machen. Die Gäste sind dann idealerweise schon vor Ort, denn man sollte schnell mit dem Essen beginnen.

Die dritte Variante ist gewissermaßen die Königsklasse der liebevollen, entspannten Einladung, weil hier am meisten selbstgemacht ist. Der Aufwand hält sich dennoch in Grenzen: Neben einem kurzen Einkauf im Supermarkt kann sich die Investition in eine feinere Flasche Wein lohnen, die hat man aber vielleicht auch schon Zuhause.

Im Bereich der Pasta ist vieles möglich, Klassiker wie Aglio e Olio, Cacio e Pepe, Marcella Hazans Tomatensauce oder für Fortgeschrittene Spaghetti Vongole machen sich gut. Der Nachtisch sollte wegen Zeitdruck möglichst einfach sein, ich würde hier auf einen mehllosen Schokoladenkuchen oder Affogato zurückgreifen.

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Schritt 2: Die Einladung

Ist der Plan einmal gemacht, sollte man die Geladenen über ihr Glück informieren. Das ist eigentlich selbsterklärend, vergisst man es, droht allerdings ein Abend in Einsamkeit. Zudem fällt mir zunehmend auf, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie man richtig einlädt. Hier also kleine Erinnerung: Aus der Einladung sollte deutlich hervorgehen, wozu geladen wird – ein Abendessen? Nur Drinks? – und wie viele Personen geladen sind – traute Zweisamkeit oder nette Runde? Es gibt kaum etwas Unangenehmeres als hungrige Gäste, die nicht auf Smalltalk in einer größeren Runde eingestellt sind.

Schritt 3: Der Einkauf

Diesen Punkt haben wir eigentlich schon in Schritt 1 abgehandelt. An dieser Stelle sei nur hinzugefügt, dass man sich für diesen Schritt Zeit nehmen sollte, denn samstags sind die Supermärkte voll, die Menschen in den Schlangen zur Kasse immer ein wenig außer sich. Will man später als tiefenentspannter Gastgeber auftreten, empfiehlt es sich, diese Erfahrung so stressfrei wie möglich zu halten. Und falls doch noch ein paar Kerzen oder gar ein Bund Tulpen übrig sein sollten, unbedingt schnell greifen. Ein bisschen Atmosphäre beim Abendessen hat noch nie geschadet.

Schritt 4: Die Etikette

Zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch! Das Wunder ist vollbracht, die Liebsten eingeladen, die Getränke besorgt, die etwas zerquetschten Supermarkt-Tulpen in der Vase wiederbelebt, das Nudelwasser kocht, der Schaumwein steht kalt.

Jetzt gilt es, nicht in alte Muster zu verfallen und sich – ganz die alte Zynikerin – von den liebevollen Gesten zu distanzieren, die man doch so schön vorbereitet hat. Zum Beispiel muss man die Gäste gar nicht wissen lassen, dass man das alles TROTZ des Valentinstags macht und nicht deswegen. Oder gar erklären, wie das alles zusammenhängt mit dem Kapitalismus und dem sogenannten Tag der Liebe. Auch wenn die Erkenntnis weh tut: Im Zweifel haben die Liebsten das alles schon mal gehört und finden es gar nicht so wahnsinnig originell. Stattdessen kann man den Abend einfach so beginnen: »Wie schön Dich zu sehen! Wie gehts Dir?«


Maria Wollburg
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