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Wachsen bald Kichererbsen auf dem Mond?

Wissenschaft
Anbau

Wie könnten wir uns auf dem Mond ernähren? Forschende experimentieren im Labor mit Kichererbsen im Mondstaub. Erste Ergebnisse zeigen, dass Pflanzen sogar unter extremen Bedingungen gedeihen können.

Die Vorstellung klingt wie Science-Fiction: Kichererbsen, angebaut auf der staubigen Oberfläche des Mondes. Forscher:innen der »University of Texas« haben nun in einem Laborexperiment gezeigt, dass genau das möglich sein könnte. In einer simulierten Mondumgebung gediehen die Hülsenfrüchte, die auf der Erde als kleine Proteinbomben geschätzt werden, unter ungewöhnlichen Bedingungen – dank einer Mischung aus Mondstaub, Wurmkompost und symbiotischen Pilzen.

Die Vision: Leben auf dem Mond

Mit der Artemis-Mission sollen voraussichtlich 2028 wieder Menschen auf dem Mond landen. Langfristig plant die NASA, dort eine nachhaltige Mondbasis aufzubauen. Astronaut:innen würden nicht nur wohnen, forschen und arbeiten, sondern sich zunehmend auch selbst versorgen müssen, denn Lieferungen von der Erde wären teuer, aufwendig und mit logistischen Risiken verbunden. Forschung wie diese liefert wichtige Erkenntnisse, wie Lebensmittel direkt auf der Mondoberfläche angebaut werden können.

Vom Mondstaub zum fruchtbaren Boden

Mondregolith, der feine Staub und das Gestein der Mondoberfläche, enthält Mineralien, aber keine organischen Nährstoffe. Zudem sind Schwermetalle enthalten, die für Pflanzen giftig sind. Die Lösung liegt im Boden der Erde: Kompostwürmer, genauer Eisenia fetida. Sie verwandeln organisches Material in nährstoffreichen Humus und machen den Staub pflanzenfreundlich. So könnte selbst Abfall wie Speisereste oder alte Textilien eines Tages zu Nährstoffen für die Mondernte werden.

Pilze als Geheimzutat

Vor der Aussaat wurden die Kichererbsen mit arbuskulärer Mykorrhiza behandelt. Diese Pilze leben in den Wurzeln, verbessern die Nährstoffaufnahme und filtern Schwermetalle aus dem Boden. Sie sind der unsichtbare Helfer im Wachstum der Pflanzen und erhöhen die Chancen, dass sie auch in extremem Substrat Früchte tragen.

Erste Ernte aus simuliertem Mondstaub

In Versuchen mit bis zu 75 Prozent Regolithanteil wuchsen die Kichererbsen und produzierten erntereife Samen. Höhere Anteile führten jedoch zu Stress: Triebe starben frühzeitig ab, Blätter verfärbten sich und das Wachstum stagnierte. Die Pilze überlebten mehrere Zyklen, was zukünftige Aussaaten erleichtert. Die Pflanzen waren zwar kleiner in der Menge, die Samen jedoch vergleichbar groß wie bei Gartenpflanzen auf der Erde.

Offene Fragen für die Zukunft

Noch ist unklar, wie gesund die »Monderbsen« wirklich sind und ob sie Schwermetalle in kritischer Menge aufnehmen. Die Forschenden der University of Texas arbeiten daran, Nährstoffgehalt, Sicherheit und Verzehrbarkeit zu prüfen. Diese Daten sind entscheidend, um eine echte Nahrungsmittelversorgung für zukünftige Mondbewohner:innen garantieren zu können.


Redaktion
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