Wer die zwei Herren Jakob SCHmid und Daniel REIfecker (die Versalien ergeben den Namen des Lokals) an ihrer vorigen Wirkungsstätte in einer, Pardon, Bruchbude in Salzburg-Aiglhof erlebt hat, wird seinen Augen kaum trauen. Das frühere Gasthaus »Eigenherr« im Stadtteil Gneis wurde zu einem eleganten Restaurant umgebaut, mit dunklem Fischgrätparkett und hellen Ahorntischen als Bühne fürs Essen. Und – an der Küche wurde ein zehnsitziger Chef’s Table installiert, schließlich lernten die beiden diese Idee etwa im »The Table« von Kevin Fehling oder dem »Schualhus« am Arlberg kennen. Wer sich fragt, wie die zwei die mittlere sechsstellige Investition stemmen konnten – während der mehrjährigen Pop-up-Phase musste gar nichts investiert und konnte einiges weggelegt werden. Was blieb: Es gibt keine Speisekarte und nur Carte-blanche-Menüs – im Gastraum ab vier Gängen (ab 92 Euro), am Chef’s Table nur das volle Programm zu sieben Gängen (140 Euro). Dort kann man dann direkt beäugen, auf welches Niveau sich Daniel Reifecker inzwischen emporgekocht hat. Auf Mundhappen folgt ein herrlich frisches Tomatengericht – Cherry und Ochsenherz in einer Vinaigrette vom weißen Tomatenwasser mit Sriracha-Mayo, Leinsamenchip, roten Zwiebeln und Granite von Sake und Estragon. Anderes in Kurzfassung: das hinreißendste Gericht des Abends: Gnocchi in Zwiebelsud mit Carbonara-Schaum und Röstzwiebeln. Ein Löffelgericht, von dem man sehr viel mehr essen möchte. Dann eigens fürs »Schrei« gezüchtete Perlhühner plus Zucchiniblüte mit Haxerlfülle usw. Jakob Schmid sorgt für Service und eine mittlerweile bemerkenswerte Selektion sehr guter leistbarer Weine. Ein neuer toller junger Fixpunkt in Salzburg.