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Food Trends: Warum wir genug von Diäten haben

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Hör auf deinen Bauch. Food-Trends kommen und gehen. Intuitives Essen hingegen, ist gekommen, um zu bleiben. Wir erklären den wichtigsten Food-Trend der Stunde. Plus weitere Trends, die diesen unterstützen.

Es ist mehr als ein Trend – es ist Gegenbewegung zur Diätkultur, Instagram-Ästhetik und Tik-Tok-Ratschlagen. Intuitives Essen ist eine Chance für uns, zur körpereigenen Weisheit zurückzukehren. Wir lernen, wieder auf unser Bauchgefühl zu hören – die gesündeste Entscheidung, die wir je treffen werden!

Jahrzehntelang haben wir Kalorien gezählt, Kohlenhydrate verbannt, Portionen gewogen und uns durch Diätpläne gequält. Low Carb, Paleo, Intervallfasten, LOGI-Methode  – jede Generation hat ihre eigene Ernährungsideologie hervorgebracht, jede hat versprochen, die endgültige Antwort auf die Frage zu sein, wie wir uns richtig ernähren. Und doch: Der Jo-Jo-Effekt blieb. Die Schuldgefühle nach dem Schokoriegel blieben. Die komplizierte Beziehung zum Essen blieb.

Dabei wäre es so einfach: Immer mehr Menschen – von Ernährungswissenschaftlerinnen über Therapeuten bis hin zu Alltagsmenschen – wenden sich einer Idee zu, die so simpel klingt, dass man sie fast für naiv halten könnte: einfach auf den eigenen Körper hören. Essen, wenn man hungrig ist. Aufhören, wenn man satt ist. Keine verbotenen Lebensmittel. Kein schlechtes Gewissen. Keine Regeln.

Intuitives Essen: Kein Diätplan, sondern eine Haltung

Die Grundlagen des intuitiven Essens wurden bereits 1995 von den amerikanischen Ernährungsberaterinnen Evelyn Tribole und Elyse Resch entwickelt. Ihr Buch »Intuitive Eating« beschreibt zehn Prinzipien, die helfen sollen, die natürliche Verbindung zwischen Körper und Nahrung wiederherzustellen – eine Verbindung, die viele Menschen durch jahrelanges Diäten, gesellschaftliche Normen und emotionales Essen verloren haben.

Die zehn Prinzipien umfassen unter anderem: Die Diätmentalität ablegen. Hunger respektieren. Frieden mit dem Essen schließen. Den inneren Kritiker zum Schweigen bringen. Das Sättigungsgefühl spüren. Emotionales Wohlbefinden berücksichtigen. Und: Bewegung genießen – nicht als Strafe, sondern als Freude.

Diäten funktionieren nicht. Das ist mittlerweile ausreichend klar. Intuitives Essen bedeutet den Abschied von allen Diäten, von guten und schlechten Lebensmitteln und Schuldgefühlen – Veronika Albers, Diplom-Ökotrophologin

Klingt zu gut, um wahr zu sein? Natürlich bedeutet das nicht, dass man jeden Tag bei McDonalds einkehren darf. Im Gegenteil: In der Praxis ist das weit komplexer, als es auf den ersten Blick klingt. Denn intuitives Essen setzt voraus, dass man überhaupt noch weiß, wie sich echter Hunger anfühlt. Und das ist für viele Menschen nach Jahren des Essens nach Regeln, Uhren und Plänen gar nicht mehr so selbstverständlich.

Starter-Kit für intuitives Essen

  1. Zurück in die Kindheit: Schon früh beginnt bei uns die Konditionierung: »Iss deinen Teller leer.« Oder: »Wenn du nicht isst, gibt's kein Dessert.« »Als Belohnung gibt's heute Eis.« So erlernen wir, Essen mit Belohnung und Strafe zu verknüpfen, mit Pflicht und Versagen. Wir hören auf, den eigenen Körper zu befragen – und fangen an, äußere Regeln zu befolgen. Hier setzt intuitives Essen an: Es geht darum, die äußeren Stimmen nach und nach leiser zu drehen – und die innere Stimme wieder lauter werden zu lassen.
  2. Die eigenen Emotionen erkennen: Wer kennt das nicht? Dem einen schlägt der Stress auf den Magen bis gar nichts mehr geht, der andere leert den Kühlschrank bei Liebeskummer und Co. Emotionales Essen ist menschlich und wir dürfen auch weiterhin aus Trost essen. Es geht nur darum, es als solches zu erkennen. Albers dazu: »Intuitives Essen ist nicht das Ende aller Genusserlebnisse. Es ist der Anfang einer ehrlicheren Beziehung – zu Essen, aber vor allem zu sich selbst.«

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7 praktische Tipps für intuitives Essen

Alles beginnt mit einer Pause vor dem Essen. Wir halten einen Moment inne und atmen tief durch. Wir fragen uns dann: Wie hungrig bin ich auf einer Skala von 1 bis 10? Erst ab einem Wert von 4 -5 wird gegessen. Kleine Richtschnur: 2 bedeutet leichte Unruhe, 9 bedeutet Heißhunger.

Feste Essenszeiten werden hinterfragt: Es darf sein, dass wir um 11:30 noch keinen Hunger haben. Flexibilität ist erlaubt. Meal Prepping kann in diesem Kontext sehr hilfreich sein, es unterstützt unsere Flexibilität.

Keine Lebensmittel sind böse. Wenn wir uns gut mit ihnen und ihrer Wirkung auseinandersetzen, werden wir ohnehin zu gesünderen Nahrungsmitteln greifen wollen. Clean Eating nicht als Trend, sondern als Bauchgefühl.

Keine Ablenkungen mehr! Essen mit Bildschirm verhindert, dass wir wahrnehmen, wann wir satt sind. Wer bewusst isst, hört früher auf und genießt mehr. Tipp: Drüber sprechen hilft. Wir sollten das, was wir gerade essen, zum Thema machen.

Ein Ernährungstagebuch der anderen Art kann eine besondere Hilfe sein: Wie fühlen wir uns vor dem Essen und danach? Energiegeladen? Müde? Diese Daten sind wertvoller als jede Nährwerttabelle.

Selbstmitgefühl statt Selbstkritik helfen uns, langfristig dranzubleiben.

Professionelle Begleitung kann gerade am Anfang enorm hilfreich sein. Eine qualifizierte Ernährungsberaterin kann alte Muster erkennen und neue mitgestalten.


Melanie Gleinser-Moritzer
Autor
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