Pausenfiller: die besten Lunchtime-Treatments
Schönheit, die unter die Haut geht: Microneedling ist beliebter denn je. Ebenso wie andere Lunchtime-Treatments verspricht die minimalinvasive Behandlung in kurzer Zeit langfristige Erfolge.
Header-Bild: Makellos dank Microneedling: Längst hat sich der »Trend« als effektiver Weg zu schöner, ebenmäßiger Haut etabliert.
Leise surrt das Gerät auf dem Gesicht umher. Ein wenig ziept und kribbelt es, vor allem auf der Stirn. Und das Resultat? Erscheint im ersten Moment leicht gerötet, versehen mit kleinen Bluttröpfchen – jedoch schon unmittelbar nach dem Nadeltanz praller und vitaler. »Wer schön sein will, muss leiden« kommt einem in den Sinn – doch gar so schlimm ist das Treatment bei Weitem nicht. Die Rede ist natürlich vom Microneedling: Die minimalinvasive Behandlung erfreut sich seit ein paar Jahren immer größerer Beliebtheit. Und das aus gutem Grund – denn die feinen, unscheinbaren Nadelstiche können Großes vollbringen.
Gut zu wissen
Da die Haut nach dem Microneedling empfindlicher auf UV-Strahlen reagiert, empfiehlt sich die Behandlung vor allem im Herbst und Winter – so verringert sich auch die Gefahr der Hyperpigmentierung. Auch die geringeren Temperaturen sind von Vorteil, da Hitze und Schweiß die Haut nach der Behandlung reizen können.
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Die Nadel im Treatment-Haufen
Warum man sich unter all den Behandlungen, die es da draußen bereits gibt, für das Microneedling entscheiden sollte? Die Antwort darauf kommt von Dr. Nikolaus Duschek, Facharzt für Chirurgie, Dermatologie und Venerologie. Er beschäftigt sich in seiner Arbeit als ärztlicher Leiter in der Wiener Klinik Yuvell beinahe täglich mit dieser Behandlung. Um aber über deren Vorteile sprechen zu können, muss man zunächst verstehen, welche Wirkung der Tanz der Nadeln – zum Einsatz kommen hier übrigens sogenannte Mikronadelsysteme wie der Dermapen oder der Dermaroller – auf unsere Haut eigentlich hat. »Mittels feiner Nadeln kommt es zu einer gezielten ›Zerstörung‹ der Hautoberfläche in einer Tiefe von ein bis drei Millimetern«, sagt der Experte und erklärt: »Durch diese kontrollierte Verletzung wird die Wundheilung der Haut angeregt.« Die multiplen Nadelstiche sind also ein echter Kickstarter für die hauteigene Elastin- und Kollagensynthese. Microneedling wird deshalb nicht nur für die Minimierung von Falten, großen Poren und einem unebenen Teint eingesetzt, auch Narben, Dehnungsstreifen, sogar Pigmentstörungen und Couperose können damit reduziert werden. Dieser Vorgang nimmt, je nach individuellem Hautproblem und Tiefe der Nadelstiche, etwa 30 bis 60 Minuten pro Sitzung in Anspruch und wird über rund zwei bis sechs Sitzungen hinweg wiederholt, um zu einem lang anhaltenden, effektiven Ergebnis zu führen. Bucht man eine solche Sitzung – etwa bei Yuvell –, wird im Normalfall zunächst eine lokal betäubende Creme aufgetragen. Nach deren Wirkzeit von etwa 15 Minuten wird diese entfernt – und dann beginnt auch schon das Needling. Gut zu wissen: Während Kosmetiker:innen nur bis zu einem Millimeter lange Nadeln verwenden dürfen, können Ärzt:innen und Fachkosmetiker:innen beim medizinischen Microneedling bis zu drei Millimeter tief in die Haut eindringen, was zu besseren Resultaten führt. Bei Yuvell dauert die Behandlung mit dem Mikronadelsystem 20 bis 30 Minuten. Und Nikolaus Duschek verrät: Der Effekt sei schon direkt nach der Anwendung sichtbar, die Haut sieht etwas praller und vitaler aus. Die Kollagenbildung nimmt jedoch Zeit in Anspruch, weshalb sich das tatsächliche Ergebnis der Sitzungen erst nach etwa drei bis sechs Monaten zeigt.
Trend ist heute die Kombination von Microneedling mit Wirkstoffen wie PRP, also blättchenreichem Plasma, das reich an Wachstumsfaktoren ist.
Dr. Nikolaus Duschek
Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Chirurgie
Dr. Nikolaus Duschek
Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Chirurgie
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Stichwort: Mesotherapie
Während man früher nur mit den Nadeln selbst arbeitete, ist die minimalinvasive Behandlung mittlerweile auf dem nächsten Level angekommen. Duschek: »Der heutige Trend – wobei es diesen eigentlich schon länger gibt – ist die Kombination des Micro-needling mit verschiedenen Wirkstoffen, wie zum Beispiel PRP, also plättchenreichem Plasma, das reich an Wachstumsfaktoren ist.« In seiner landläufigen Bezeichnung ist PRP den meisten von uns mit ziemlicher Sicherheit schon einmal begegnet: Denn der Zusatz des Blutplasmas wird auch als »Vampirlifting« bezeichnet. Bekannt sind Verfahren wie dieses als Mesotherapie: Hierbei werden mittels der Mikroverletzungen diverse Nährstoffcocktails – darunter eben das PRP, aber auch Vitamine, Mineralstoffe, Hyaluronsäure oder Aminosäuren – in die Haut eingeschleust, wo sie gezielter ihre Wirkung entfalten können. Auch der Lachs mag dem einen oder anderen im Zusammenhang mit dem Microneedling ein Begriff sein – dabei handelt es sich um den Nachfolger früherer Verfahren, bei welchen noch der Plazenta Zellen entnommen wurden. Da dies die Schönheits-industrie natürlich vor grobe ethische Problemstellungen stellte, setzt man heute auf den Stoff aus tierischem Ursprung – dieser wird sterilisiert, bevor man die DNA extrahiert. »Und diese DNA-Fragmente wirken extrem Kollagen stimulierend«, so der Arzt weiter.
Stichwort: Optik
Nun fragt man sich unweigerlich: Stiche im Gesicht – wie sieht das optisch aus? Kehrt man nach der Session mit roten Bäckchen zurück ins Büro, nur, um seinen Kolleg:in-nen dort erklären zu müssen, warum man plötzlich aussieht wie Stephen Kings »Carrie« zum Schulabschluss? Ganz so schlimm ist es nicht, beschwichtigt Nikolaus Duschek. »Die Blutung ist sehr oberflächlich und hört sofort auf. Bei einem normalen, wirklich effektiven Microneedling dauert die Abheilung danach etwa zwei bis drei Tage, die Haut ist noch etwa ein bis zwei Tage lang gerötet«, beschreibt der Dermatologe den Abheilungsprozess. »Wenn ich sehr mild, mit kürzeren Nadeln also, arbeite, sieht man schon am Folgetag nichts mehr von der minimalinvasiven Behandlung.« Kurz gesagt: Die Tiefe des Microneedling bestimmt die Dauer der Rötung und der Abheilung. Nebenwirkungen gäbe es -hierbei kaum, etwaige Infektionen etwa -behandelt man schnell und einfach mit einer heilenden Creme. Wie immer, wenn es um den Körper geht, sind die tatsächlichen Heilprozesse der Haut auch beim Microneedling äußerst individuell – und von Patient:in zu Patient:in verschieden. Als leichtes, nicht sichtbares Lunchtime-Treatment eignet sich das Micro-needling damit eigentlich nicht, weiß der Dermatologe: »Wenn ich das wirklich klassisch mache, ist es eigentlich zu heftig.« Setze man auf geringe Nadeltiefe und steigere dafür die Häufigkeit der Sitzungen, könne man das Microneedling jedoch auch nach Feierabend machen, um am nächsten Tag mit strahlendem Teint in der Arbeit zu erscheinen. Als Ergänzung des minimal-invasiven Favoriten gibt es jedoch noch andere Methoden, um der individuellen Schönheit einen kleinen Boost zu geben.
Mit der Voraussetzung, dass ein Lunchtime-Treatment keine Ausfallzeit hat und die:der Patient:in danach wieder zur Arbeit geht, sind alle Verfahren möglich, bei welchen die Integrität der Haut nicht verletzt wird.
Dr. Nikolaus Duschek
Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Chirurgie
Dr. Nikolaus Duschek
Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Chirurgie
Makellos über Mittag
Gerade noch haben wir den Vormittag -zwischen Akten, E-Mails und Meetings zugebracht, schon sitzen wir in der Beautyordination und drehen das Rad der Zeit um ein paar Lebenssekunden zurück – um im Anschluss frisch und mit jugendlichem -Esprit den Rest des Tages zu bestreiten: so oder so ähnlich die Idee hinter dem Trendbegriff »Lunchtime-Treatments«. Die wichtigste Voraussetzung dieser ästhetischen Eingriffe ist, dass sie wenig Zeit in Anspruch nehmen und danach keine Ausfallzeit anfällt. »Mit der Voraussetzung, dass ein Lunchtime-Treatment keine Ausfallzeit hat und die:der Patient:in wirklich danach wieder zur Arbeit geht, sind alle Verfahren möglich, bei welchen die Integrität der Haut nicht verletzt wird.« Darunter fallen natürlich Botulinumtoxin, also Botox, und Hyaluronsäurefiller, aber auch noninvasive Behandlungen wie das Hollywood-Laser-Peel – eine Kombination aus Carbon-Lotion und Laserbehandlung – oder der JetPeel, ein Gerät mit mikroskopischen Düsen, das die Haut mittels eines Wasser-Gas-Gemenges reinigt. »Diese beiden Behandlungen sind super, wenn man gerade so zwei, drei Tage lang frisch und rosig aussehen möchte«, fasst der Dermatologe zusammen. Das wohl teuerste, aber auch effektivste Lunchtime-Treatment will Happy Life wissen. Dem Yuvell-Spezialisten zufolge die Thermage, eine Radiofrequenztechnologie zur Hautverjüngung und -straffung, die mehrere Monate bis Jahre anhält. Kostenpunkt für die exklusive Behandlung: rund 3.000 Euro. Ein teurer Lunch – der unsere Haut aber lange »satt« hält.
Dr. Nikolaus Duschek ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie sowie Facharzt für Chirurgie und Leiter der Yuvell-Schönheitsklinik in Wien.
© Yuvell