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»Food Barometer« zeigt: Besonders junge Arbeitnehmer leiden unter Inflation

Die Umfrage des Essensgutscheine-Anbieters »Edenred« über Ernährungs- und Konsumgewohnheiten verdeutlicht, dass vor allem die Jungen Essenszuschüsse intensiver als ältere Generationen nutzen, da sie eine wichtige Unterstützung bieten und zur Sicherung einer gesunden Ernährung beitragen. Eine Erkenntnis, die auch für Unternehmen, die sich die Dienste junger Talente sichern wollen, relevant ist.

von Alexander Schöpf
15. Oktober 2024

Die Ergebnisse der aktuellen »Food Barometer«-Umfrage von »Edenred« liegen vor. In Österreich nahmen an der weltweit durchgeführten Studie 2.772 Nutzer:innen digitaler Essens- und Lebensmittelgutscheine – die sie von ihren Arbeitgeber:innen steuerfrei als Benefit bekommen – teil und wurden nach ihren Ernährungs- und Konsumgewohnheiten befragt.

Die Ergebnisse zeigen »zum Teil markante Unterschiede zwischen den Altersgruppen«, berichtet »Edenred Austria«-Geschäftsführer Christoph Monschein bei der Präsentation der Studie. Der auffälligste Punkt: »Unsere Studienergebnisse zeigen ganz klar, dass die jüngsten Arbeitnehmer:innen am pessimistischsten in die Zukunft blicken«, sagt Monschein. So erwarten überproportional viele 18- bis 24-Jährige im Vergleich zu den anderen Altersgruppen in den kommenden Monaten einen Preisanstieg – und zwar in allen Lebensbereichen: 60 Prozent bei Lebensmittel, 56 Prozent bei Wohnen, 52 Prozent in der Gastronomie, 48 Prozent bei Energie, 44 Prozent bei Tourismus, 42 Prozent bei Transport, 35 Prozent bei Technik, 27 Prozent bei Kultur und 23 Prozent bei Kleidung.

Gastro-Insolvenzen über Durchschnitt

Zwar ist die Inflation über alle Altersgruppen hinweg nach wie vor ein dominierendes Thema. So sparen Befragte tendenziell mehr im Vergleich zum Vorjahr bei Kleidung (87 Prozent 2024 versus 85 Prozent 2023), Reisen (84 Prozent 2024 versus 82 Prozent 2023) sowie bei Restaurantbesuchen (84 Prozent 2024 versus 82 Prozent 2023). Das spürt auch die Angebotsseite des Marktes. Laut aktuellen Statistiken des »KSV1870« sind die Insolvenzen in der Gastronomie- und Beherbergungsbranche zuletzt um fast 15 Prozent gestiegen und liegen somit über dem Durchschnitt. Allerdings scheinen jüngere Arbeitnehmer:innen besonders unter der Inflation und ihren Nachwehen zu leiden und setzen vermehrt den Sparstift an.

»Die Kaufkraft ist mit zunehmendem Alter klarerweise höher. Im Idealfall hat man schon ein schönes finanzielles Polster aufgebaut, einen guten Verdienst und die Kinder sind aus dem Haus. Einschränkungen im Konsumverhalten sind hier nicht so schlagend wie in jungen Jahren«, erklärt Monschein.

Kein Guthaben am Monatsende

Dementsprechend zeigt sich bei jungen Erwerbstätigen ein signifikant anderes Nutzungsverhalten in Sachen Essensgutscheinen. Die »Edenred«-Studie zeigt: »Je jünger die Arbeitnehmer:innen sind, desto eher ist der Essenszuschuss am Monatsende aufgebraucht«, so Christoph Monschein. So verfügen 72 Prozent der 18- bis 24-Jährigen im Vergleich zu 46 Prozent der 55- bis 65-Jährigen am Ende des Monats über kein Guthaben mehr.

»Edenred Österreich«-Chef Christoph Monschein © Ludwig Schedl/APA
»Edenred Österreich«-Chef Christoph Monschein © Ludwig Schedl/APA

Für den »Edenred«-Chef sind diese Zahlen in Anbetracht der stetig steigenden Kosten nur nachvollziehbar. Laut Erhebungen von »Statista« haben sich die monatlichen Ausgaben der Österreicher:innen für Lebensmittel seit 1995 beinahe verdoppelt und belaufen sich inzwischen auf durchschnittlich 220,60 Euro pro Haushalt. Bei zwölf Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen machen die Ausgaben für Essen mehr als 40 Prozent ihres Monatsbudgets aus, während es in der ältesten Altersgruppe nur fünf Prozent sind.

Steuerfreibeträge für Essenszuschuss zu gering

Insofern verwundert es nicht, dass 94 Prozent der Jungen den Essenszuschuss als praktische Lösung für das Mittagessen betrachtet, die die Ernährungsqualität verbessert (65 Prozent) und Stress reduziert (75 Prozent). »Eine nicht ganz unerhebliche Erkenntnis mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt, wo es verstärkt um das Wohlbefinden von Mitarbeitenden geht«, gibt Monschein zu bedenken. »Den Jungen gehört die Zukunft, das dürfen wir nicht außer Acht lassen.«

Das Problem dabei: »Die durchschnittliche Transaktionshöhe pro Zahlung mit dem digitalen Essensgutscheinprodukt ›Edenred Restaurant‹ liegt für das bisherige Jahr 2024 bei 16,20 Euro. Das ist doppelt so viel wie der maximal mögliche tägliche steuerfreie Zuschuss«, erklärt Monschein. Da die aktuellen Beträge bereits seit Längerem nicht mehr den realen Lebensmittelkosten entsprechen, plädiert »Edenred« für die Anhebung der Steuerfreibeträge durch den österreichischen Gesetzgeber.

Essenszuschuss hat Einfluss auf Ernährungsqualität

Denn auch die Auswirkungen auf die Gesundheit dürften nicht unterschätzt werden. Zwei Szenarien, die »Edenred« in seinen Umfragen jährlich abfragt, zeigen besondere Kontinuität im Antwortverhalten – auch mit Blick auf die internationalen Ergebnisse der »Food Barometer«-Studie, für die in insgesamt 22 Ländern 49.990 User:innen und 1.491 Restaurants befragt wurden: Wenn der Essenszuschuss verdoppelt werden würde, würde das die Qualität der Mahlzeiten verbessern. Das zweite Szenario betrifft den kompletten Wegfall des Essenszuschusses, was mit einer schlechteren Ernährung und selteneren Restaurantbesuchen einhergehen würde.

Beide Aspekte werden auch durch die heurige Umfrage untermauert. Im Vergleich zu älteren Arbeitnehmer:innen würde eine Verdoppelung des Essenszuschusses insbesondere bei der jüngsten Altersgruppe dazu führen, dass die Qualität der Mahlzeiten steigt (86 Prozent), mehr zu Mittag gegessen wird (48 Prozent), das monatliche Guthaben ausreicht (80 Prozent) und häufiger Essensbestellungen getätigt werden (28 Prozent). Ohne Essenszuschuss würde sich die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen im Vergleich zu anderen Altersgruppen signifikant schlechter ernähren (45 Prozent) und seltener in Restaurants gehen (67 Prozent) bzw. andere Gerichte bestellen (41 Prozent).

»Die Ergebnisse der heurigen ›Food Barometer‹-Studie bieten einen überaus spannenden Einblick in Generationenunterschiede, die es in der modernen Arbeitswelt unbedingt zu berücksichtigen gilt«, schlussfolgert Monschein. So seien steuerfreie Essensgutscheine insbesondere für junge Generationen ein wichtiger Benefit. Diese Erkenntnis sei auch für Unternehmen relevant, die junge Talente rekrutieren und langfristig binden wollen. Denn Essenszuschüsse sind ein wesentliches Differenzierungsmerkmal am Arbeitsmarkt – vor allem bei Einstiegsgehältern und für Lehrlinge.

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