Dominik Oswald, Kristóf Uracs und Florian Mittendorfer (v.l.n.r.) blickten hinter die Kulissen der »World Class«.
© Roland Graf
Kick off mit Cocktails: Diageos »World Class« ist zurück in Österreich
Wie fordernd ist das Weltfinale des Cocktail-Bewerbs „World Class“? Kann man die Chancen auf den Austro-Sieg erhöhen? Diese Fragen klärte man in der Wiener „OIinda“. Zugleich begann die Einreichfrist: Wer vertritt unser Land 2025 in Kanada?
von Roland Graf
18. Februar 2025
Noch bis 28. Februar haben Bartender die Chance, ihren Drink zu kreieren, der sie zur inoffiziellen Weltmeisterschaft des gepflegten Mixgetränkes führt. Zum 16. Mal wird der Titel eines »World Class Bartenders« vergeben. Mit Teilnehmern aus knapp 60 Ländern, die im September 2025 beim Weltfinale in Toronto teilnehmen, stellt dieser Wettkampf die am stärksten umkämpfte Cocktail Competition dar. Entsprechend viele Mythen ranken sich um den vom Spirituosen-Giganten »Diageo« etablierten Wettbewerb.
Das »Studium« der Juroren hilft
Einige davon sollte die Runde in der »Olinda«-Bar aufklären, die bei einem gemütlichen Nachmittag mit »Palomas« aus dem Nähkästchen plauderte. Die beiden letzten Österreich-Sieger, Dominik Oswald (2022) und Kristóf Uracs (2023), berichteten den rund 15 anwesenden Kollegen beim Kick Off, wie ihr Weg ins globale Finale verlief. »Eine acht Zentimeter dicke Unterlage informiert über alle Anforderungen, aber auch Werdegang, Vorlieben und Allergien der Juroren«, schilderte »Oberst« Oswald. Allerdings seien diese Vorgaben auch zu genau lesen und einzuhalten, wie Uracs ergänzte. »Es gab auch schon Null Punkte, weil man nicht gelesen hatte, dass der in Flaschen gefüllte Drink auch ein »Milk Punch« sein hätte müssen«.
Die akribische Vorbereitung, die in der Regel neben einer normalem Bar-Arbeitstätigkeit erfolge, sei besonders fordernd. »Das sollte man auch seiner Familie und seinem Umfeld mitteilen«, so die beiden »World Class«-Teilnehmer unisono.

Whisky-Drink heuer als erste Hürde
Da es 2024 keine österreichische Teilnahme gab, war die Spannung auf die Neuauflage groß´. Einzureichen ist zunächst ein Cocktail mit mindestens 3 cl Johnnie Walker Black Label. »Dann erfolgt auch das In-Bar-Judgeing«, erläuterte Florian Mittendorfer von Diageo Österreich. Dazu werden die Cocktails in den jeweiligen Bars verkostet. »Teilnehmen können aber auch Bartender, die gerade gewechselt haben«, so lange ihr Drink in einer befreundeten Trinkstätte serviert wird.
Österreich als nächstes Norwegen?
Aus den zehn besten Rezepten wird dann die Riege der drei Finalisten für die nächste Herausforderung bestimmt. Eine Neuerung gibt es auch bei diesem Finale, das den österreichischen Teilnehmer 2025 kürt. Es wird Teil eines »erstmalig veranstalteten Nordeuropa-Finales von 15. bis 18. Juni in Berlin«, verriet Florian Mittendorfer. Dort werden die drei heimischen Finalisten sich den Sieger ausmachen, wie es parallel auch die Mixologen aus Deutschland, der Schweiz, Polen, Luxemburg, den Niederlanden und vier skandinavischen Ländern tun werden.
Als Juroren sind bereits Martini-Maestro Ago Perrone (»The Connaught«, London), Millie Tang (»The Gresham«, Brisbane) und der Slowake Adrián Michalcík (globaler »World Class«-Sieger 2022) bestätigt worden. Dass Michalcík den Sieg für das bescheidene Bar-Land Norwegen holte, erwähnte auch »Flo« Mittendorfer explizit: »Warum sollte dann nicht auch Österreich Chancen auf den Gesamtsieg haben«? Bis es so weit ist, müssen Bartender aber noch mehrere Hürden nehmen…
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