Leichte Bier-Welt: Immer mehr Gäste wünschen sich mit weniger oder ganz ohne.
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Brau dich ruhig! Leichte Biere und solche ganz ohne liegen im Trend – und bringen Umsatz
Jedes zehnte Bier ist alkoholfrei, das Helle gewinnt weiter Fans. Ja, selbst der »Saure Radler« ist plötzlich keine rein alemannische Trinkart mehr. Wer den Publikumsgeschmack kennt, zapft weiter mit Gewinn.
von Roland Graf
10. Juni 2026
Die Dimension ist unterschiedlich, die Tendenz aber gleich: Während in Deutschland mittlerweile jedes zehnte Bier ohne Promille eingeschenkt wird, ist es in Österreich eines von 25 Brauerzeugnissen. Allerdings ging es dabei im Vorjahr auch um 30 Millionen Liter alkoholfreies Bier. »Sie brauchen geschmacklich den Vergleich mit dem Original nicht mehr zu scheuen«, ist Karl Schwarz überzeugt. Der Eigentümer von »Zwettler Bier« steht dem österreichischen Brauerei-Verband vor. Geht es mit dem Wachstum der AF-Biere auch heuer so weiter, schieben sie sich auf Platz 3 der beliebtesten Stile – in Deutschland sind sie es bereits.

Leichter, auch mit Alkohol
Diese Entwicklung hat auch technische Gründe, denn »alkoholfreie Biere sollen sich am Original orientieren«, wie Braumeister Johannes Meister unterstreicht. Er verantwortet bei der »Privatbrauerei Fritz Egger« das »Egger Zisch«, das zuletzt mit 90 Punkten bei der FALSTAFF Bier-Trophy ausgezeichnet wurde. Waren früher Biere ohne Alkohol wässrig, schlank und süß, lobte die Jury hier die Vollmundigkeit. Das mittlerweile seit 12 Jahren gebraute »Zisch« ist aber kein Einzelfall. Alternativen zur Entalkoholisierung lassen auch geeichte Biertrinker wenig Hopfen-und-Malz-Feeling vermissen.
Wobei ohnehin seit Jahren leichter getrunken wird, auch wenn Alkohol im Spiel sein darf. Die Rückkehr eines früher kaum beachteten Stils lässt sich an deutschen Zapfhähnen ebenso beobachten wie in Österreich: Das »Helle« liegt in der Bundesrepublik mittlerweile auf Platz 2 der beliebtesten Biere (hinter dem ewigen Liebling Pils). Dieser Siegeszug ist jungen Datums, nachdem der milde Allrounder lange als rein bayerische Besonderheit gegolten hat. Seit rund fünf Jahren wachsen die Anteile des auch als Speisenbegleiter angenehmen Hellbiers. Vielfach hat es die schwierige Kategorie der nur über den Alkohol definierten Leichtbiere (um die 3 vol.-%) abgelöst. Wer es sanft mag an der Schank, bestellt ein Helles, wer lieber ohne Alkohol auskommt, hat nunmehr eine Reihe an AF-Bieren – bis hin zum Bockbier »ohne«, wie ihn z. B. »Einbecker« anbietet!

Bierig leicht »à la Suisse«
Apropos Bier-Regionen: Der Beitrag der Schweiz und Vorarlbergs zum Thema »low ABV« in Sachen Bier ist altbewährt. Als Mix aus Lager und Sodawasser sorgt der »Saure Radler« nicht nur frisch gezapft für Furore. Da wie dort gehört diese sommerliche Option zu den beliebtesten Bier-Bestellungen. Bei vielen Vorarlberger Brauereien, von »Egger« über »Frastanzer« bis »Mohren« (hat auch einen ausgezeichneten Sauerkirsch-Radler) gibt es diese Erfrischung auch fertig in der Flasche. Das Geheimnis dabei ist das richtige Bier, denn nur 40 Prozent macht bei der klassischen Mischung rund um den Bodensee das Wasser aus.
Abseits des alemannischen Raumes harrt der leichte »Bier-Spritzer« – so vermarktete »Ottakringer« das Getränk in Wien, PROFI hat berichtet – noch seiner Entdeckung. Aber vielleicht bricht die neue Lust auf Leichtigkeit auch das gehopfte West-Ost-Gefälle auf! Am Angebot mangelt es jedenfalls 2026 nicht. Die diesjährige FALSTAFF Bier-Trophy kürte im April die besten Brauerzeugnisse. Die leichtesten Empfehlungen haben wir speziell für die Gastronomie in unserer Top 10 zusammengestellt. Zum Wohl!
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