© Roland Graf
Paloma in der Panzerhalle: Salzburg feiert das erste Tequila-Festival
Die Bar-Szene war stark vertreten, doch auch private Genießer nutzten das erste Festival für Agaven-Brände in Salzburg. Von den Initiatoren der Mexiko-Messe, Robert Pölzl und Gerhard Wolf, kommt jedenfalls ein klares »Ja« zur Neuauflage.
von Roland Graf
30. Mai 2025
Es war ein Wagnis, das nicht zuletzt mit der Location fernab des Salzburger Zentrums verbunden war. Doch schon die ersten Aussteller-Feedbacks zeigten, dass die »Panzerhalle« in Maxglan besten ankam. »Ausreichend Parkplätze und Super-Auslademöglichkeiten«, so die ersten Kommentare am zwei-tägigen Festival. Ausbaufähig ist allenfalls die Beschilderung von der Bushaltstelle, doch daran wird wie an anderen Kinder-Krankheiten gearbeitet, versichert Gerhard Wolf Falstaff PROFI. Auch die Online-Bewerbung ist für 2026 ein Thema. Was implizit aber auch bedeutet, dass es eine weitere Auflage des »Tequila Festival Austria« geben soll.

Wie man Agavenbrände mixt
Rund 350 Gäste tauchten in die Welt des mexikanischen Nationalgetränks ein, wobei es nicht bei Tequila blieb. Mezcal war – nicht nur in den Master Classes – ebenfalls ein Thema. Und auch Raritäten wie Bacanora fanden sich bei den Ausstellern. Veranstaltet von »Billion Bars by Robert Pölzl«, bot das Festival eine Mischung aus Tastings, mexikanischer Street-Food-Küche und stimmungsvoller Live-Musik.
Zu entdecken gab es auch Cocktails auf Basis von Agaven-Destillaten. So verband Sascha Riepl (»Ginhouse«, Zell am See) Tequila und Mezcal für seinen Drink »Time Stands Still« mit seinem hausgemachten Grapefruit-Brennesel-Cordial. »Mit Soda wird daraus eine Paloma«, ließ der alpine Drink auch noch Anpassungen an den Gäste-Geschmack zu. Cocktails standen übrigens auch bei einem Überraschungs-Wettbewerb am zweiten Messe-Tag im Fokus. Dieser Competition stellten sich neun Bartender, den Sieg holte sich dabei Marcel Redl.

Hasen-Rücken in der Destille
Neben bekannten Marken wie »Patrón«, »Rooster Rojo«, »San Cosme« oder »Altos« gab es auch bei den pur – mit einem Jeton-System – verkosteten Destillaten einige Neulinge. Neu in Österreich etwa ist der von Weisshaus importierte Mezcal »Transcendente«, den es bei Spirits Educator Markus Braun zu verkosten gab. Er hatte mit Flaschen aus seiner privaten Sammlung auch die ungewöhnlichste Variante in der Panzerhalle mit. »Pechuga« stellt an sich bereits eine Rarität in der Mezcal-Welt dar. Dafür werden Früchte und eine Hühner- oder Truthahn-Brust im Geistkorb mitdestilliert. Diese »Festtagsvariante« toppte Braun aber mit seiner Abfüllung: Sie zeigte das verwendete Fleisch bereits am Label – es stammte vom Wildhasen.

Und auch Cathrin Buchmüller hatte am »L. Derksen«-Stand Besonderes aufgeboten. Während die knusprigen Larven des »gusano« alias Mezcal-Wurm eine Mutprobe darstellten, beeindruckte der »Fuerte« die Kenner. Denn obwohl Tequila sehr niedrig destilliert wird (meist 50,5% vol.), gibt es kaum Abfüllungen in dieser Brennstärke. »Arette« allerdings hat mit dem erwähnten »Fuerte« eine solche. Und sie zeigt, dass die höhere Gradation auch die Primärfrucht der Agave bestens trägt.
Denn so farbenfroh und exotisch das Salzburger Festival war: Am Ende lernte man auch einiges über die angesagten Kategorie. Und das vom Blanco über Rosado (bei Dominik Riepl gab es den »Rosé-Tequila« von »Código 1530«) bis zum Añejo der österreichisch-mexikanischen Marke »Padre Azul«.

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