Neuer Fleisch-Standort für Gastronomie und Handel: GF Ernst Stocker (»Wiesbauer-Gourmet«), Michael Trünkel und Vorstandsvorsitzender Thomas Schmiedbauer sind handelseins.
© »Wiesbauer«
»Trünkel« und seine Sacher-Würstel: Zukunft unterm »Wiesbauer«-Dach
Mit Leberkäse und Sacher-Würsteln als wichtigsten Gastro-Produkte ist der Name »Trünkel« verbunden. Nun hat die »Wiesbauer«-Gruppe den traditionsreichen Fleischer in Wien-Liesing übernommen. Geschäftsführer Michael Trünkel bleibt an Bord.
von Roland Graf
05. August 2025
1905 gründete Leopold Trünkel seine Fleischerei in der Kopp-Straße im 16. Bezirk. Genau 120 Jahre später beginnt – mittlerweile am neuen Standort Liesing – für die Familie eine neue Ära: Ab 1. August ist die »Michael Trünkel GmbH« Teil der Wiesbauer-Firmengruppe. »Wir gewinnen mit Trünkel ein bekanntes Unternehmen, das unser Portfolio mit seinen vielseitigen Spezialitäten hervorragend ergänzt«, begründet Vorstandsvorsitzender Thomas Schmiedbauer seitens der Wiesbauer Holding AG den Schritt. Der konkrete Vorteil liegt aber auch in der schnelleren Belieferung der ost-österreichischen Gastronomie- und Handelskunden von der Gutheil-Schoder-Gasse aus.
Das Brät als Teil der Geschichte
Die Kernkompetenz – das Wurst-Brät – wurde bereits unter den ersten beiden »Trünkel«-Generationen (Leopold sen. und jun.) zu einem Synonym für Qualität: Selbst als Telegramm-Adresse »Brättrünkel Wien« nutzte die damals in Ottakring beheimatete Wurstfabrikation werbebewusst ihre Spezialität. Auch die Rezeptur des Kaffeehaus- und Imbiss-Klassikers »Wiener Sacherwürstel« gibt es unverändert seit 1934. Das in der Branche bestens bekannte »Brät-Trünkel« verwendeten ab den 1940er Jahren auch andere Fleischereien für ihre Wurstwaren. Ebenfalls nicht zu vergessen: Mit zeitweilig 25 Standorten gehörte die Fleischerei auch lange zum Wiener Stadtbild.
Von diesem Geschäftsfeld trennte man sich bereits 2016, um ab dem Folgejahr als »Michael Trünkel GmbH« die Gastronomie und Halbfertiggerichte in den Mittelpunkt der Produktion in Wien-23 zu stellen. Auch nach dem Verkauf des Standorts mit rund 1.000m² Produktionsfläche bleibt Michael Trünkel als Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH an Bord. Er wird zusammen mit Ernst Stocker, dem Geschäftsführer von »Wiesbauer-Gourmet«, den Betrieb operativ leiten. Für Wiesbauer stellt die Integration des Wiener Traditionsbetriebs (16 Beschäftigte) die zweite Akquisition in kurzer Zeit dar. Im Vorjahr übernahm man die »Fleischerei Kabinger« im niederösterreichischen Payerbach. Aktuell erwirtschaftet die Holding als einer der bedeutendsten fleischverarbeitenden Betriebe Österreichs 237 Millionen Euro.
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