Das »Noma« geht mit einem »Transparenzbericht« in die kommunikative Offensive.
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Nach Vorwürfen gegen Redzepi: »Noma« veröffentlicht Bericht zu Arbeitsbedingungen
Die Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter gegen den »Noma«-Küchenchef haben eine breite Diskussion über Bedingungen in der Spitzengastronomie angefacht. Jetzt veröffentlicht das Restaurant einen Transparenzbericht.
von Brigitte Radl
18. März 2026
Nach dem Rücktritt seines Küchenchefs René Redzepi geht das Kopenhagener Spitzenrestaurant »Noma« in die Kommunikationsoffensive: Auf der Website wurde ein Bericht veröffentlicht, in dem das Unternehmen nach eigenen Angaben Veränderungen der vergangenen Jahre sowie aktuelle Maßnahmen zu Organisation und Mitarbeiterführung beschreibt.
Laut dem »Transparenzbericht« sieht das »Noma« das Jahr 2022 als Wendepunkt für die eigene Organisation. Nach Rückmeldungen aus dem Team seien strukturelle Veränderungen eingeleitet worden, darunter eine Neuaufstellung von Verantwortlichkeiten, der Aufbau zusätzlicher Führungspositionen und einer Personalabteilung, die Einführung einer Vier-Tage-Woche für das Restaurantteam sowie die Bezahlung aller Praktikanten. Ergänzend verweist das Unternehmen auf Leistungen wie Pensionsmodelle, bezahlte Elternzeiten und interne Weiterbildungsangebote für Führungskräfte.
Externe Prüfung angekündigt
Parallel dazu hat das Unternehmen eine externe Untersuchung der Arbeitsbedingungen angestoßen. Ziel sei es, Prozesse und Erfahrungen der Mitarbeitenden unabhängig überprüfen zu lassen. Je nach Ergebnis sollen weitere Maßnahmen folgen.
Auch das aktuelle Projekt in Los Angeles wird im Bericht thematisiert: Für »Noma LA« wurden laut Angaben rund 130 Mitarbeiter aus Kopenhagen entsendet und zusätzlich lokale Fachkräfte eingestellt. Das Unternehmen betont, dass alle Beschäftigten vertraglich angestellt und entsprechend den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben entlohnt werden.
Hintergrund: Vorwürfe und Branchendebatte
Die Veröffentlichung erfolgt vor dem Hintergrund schwerer Vorwürfe gegen Küchenchef René Redzepi: Ehemalige Mitarbeiter hatten laut eines Berichts von »The New York Times« über mehrere Jahre hinweg von problematischen Arbeitsbedingungen berichtet. Redzepi äußerte sich dazu öffentlich, entschuldigte sich und legte sein Amt als Küchenchef nieder – Falstaff PROFI berichtete.
Die Debatte reicht über den Einzelfall hinaus: In der Spitzengastronomie werden Arbeitszeiten, Praktika und Führungsstrukturen seit Längerem kritisch diskutiert. Stimmen aus der Branche verweisen darauf, dass wirtschaftliche Modelle, Preisdruck und hohe Qualitätsansprüche eng mit diesen Fragen verknüpft sind.
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