Betrieb, Forschung und Praxis am Podium: David Simon (Leitung Jagdbetrieb »Pannatura«), Trendforscherin Hanni Rützler und Spitzenkoch Peter Zinter.
© Andreas Hafenscher
45 Mio. Euro Umsatz: »Pannatura« setzt auf Wild, Bio und neue Absatzkanäle
Der Maibock als Exempel: Beim »Pannatura«-Frühstück in Wien zeigte sich, welche Rolle nachhaltige Produkte künftig in Gastronomie und Handel spielen können. Das »Esterhazy«-Unternehmen entwickelt sich positiv, trotz angespannter Marktsituation.
von Brigitte Radl
19. März 2026
Nicht nur Produktneuheiten standen beim »Pannatura«-Frühstück »Am Hof 8« im Fokus, sondern vor allem Entwicklungen, die für Gastronomie und Lebensmittelhandel relevant sind. Im Zentrum: das Wildbret – exemplarisch am Maibock gezeigt – und seine Bedeutung aus ökologischer, ernährungswissenschaftlicher und kulinarischer Sicht. Denn gerade in Zeiten steigender Nachfrage nach nachvollziehbarer Herkunft und ressourcenschonender Produktion gewinnt das Thema für Betriebe zunehmend an Bedeutung.
Foodtrends & Blick in die Praxis
Foodtrendforscherin Hanni Rützler verwies in diesem Zusammenhang auf veränderte Konsumgewohnheiten: Transparenz, Qualität und die Frage nach dem Ursprung rücken immer stärker in den Fokus der Gäste. »Wildbret steht exemplarisch für eine neue Wertschätzung natürlicher Kreisläufe«, sagt Rützler, und: »Aus ernährungsphysiologischer Sicht zählt Wildbret zu den hochwertigsten Fleischarten, die wir auf den Teller bekommen können..«
Das bestätigte auch Spitzenkoch Peter Zinter (»Zum Gogosch« am Bio-Landgut Esterhazy). Der Küchenchef ist selbst passionierter Jäger und betonte die besondere Qualität und Rückverfolgbarkeit von Wildbret, das für ihn »eine der ursprünglichsten Formen regionaler Kulinarik« darstellt. Gleichzeitig nutzte Zinter die Bühne für ein klares Plädoyer: weniger Fleisch konsumieren – dafür bewusster und hochwertiger. Gerade bei Produkten wie dem Maibock sei auch ein höherer Preis gerechtfertigt, wenn Herkunft, Verarbeitung und Qualität stimmten. Für die Gastronomie eröffnet das nicht nur kulinarische Spielräume, sondern auch eine glaubwürdige Argumentationslinie gegenüber Gästen.

Wachstum trotz Herausforderungen
Und wie geht es »Pannatura«, das zur »Esterhazy Betriebe AG« gehört, wirtschaftlich? 2025 erreichte das Unternehmen mit 147 Mitarbeitenden einen Umsatz von 45,1 Millionen Euro. Neben der Vermarktung von Bio-Marktfrüchten und Holz spielt vor allem der Lebensmittelbereich eine wachsende Rolle – inklusive Kooperationen mit Handelspartnern und dem Ausbau neuer Vertriebskanäle. In der Fleischmanufaktur wurden unter anderem über 100 Tonnen Wildbret verarbeitet.
Parallel entwickelt sich das »Bio-Landgut Esterhazy« in Donnerskirchen zunehmend zur Erlebnis- und Genussdestination – mit rund 80.000 Gästen im ersten Vollbetriebsjahr. Für die Branche zeigt sich damit ein klarer Trend: Erfolgreiche Konzepte verbinden Produktqualität, Herkunft und Erlebnis zunehmend zu einem ganzheitlichen Angebot.

Lesenswert
Vegetarische Gäste freuen sich: Die Ravioli bieten eine hochwertige Alternative zur aufwendigen Eigenproduktion.
© Hilcona
Schweizer Manufakturpasta gibt es jetzt auch für die Österreichische Profiküche
Die Gran Ravioli der Schweizer Manufaktur »LA PASTERIA« kommen mit einem Füllungsanteil von 60 Prozent und sind tiefgekühlt lieferbar. Die Premium-Pastalinie von Hilcona Foodservice ist jetzt erstmals auch in Österreich erhältlich.
Einer von fünf neuen Mitgliedsbetrieben: Die »Weinstube im Nikolaihof Wachau« ist jetzt Teil der »Wirtshauskultur Niederösterreich«.
© Nicolaihof
Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter: 5 neue Mitgliedsbetriebe stellen sich vor
Rund 200 Betriebe aus ganz Niederösterreich verbindet ein gemeinsames Bekenntnis zu regionalen Produkten, handwerklicher Qualität und gelebter Gastlichkeit. Die »Wirtshauskultur Niederösterreich« wächst weiter und begrüßt kürzlich fünf neue Häuser.
Genuss funktioniert: 16.593 Euro Reinerlös für Krebspatienten in finanzieller Not.
© Rene Strasser
Beim »Fest der Sinne« wird klar: Genuss und der gute Zweck passen zusammen
Auf Schloss Kornberg versammelten sich rund 200 Gäste, 18 Spitzenköche und 18 Winzer, um gemeinsam eine kulinarische Bühne für die Österreichische Krebshilfe zu schaffen – mit Erfolg.
Ein geprüfter Brot-Sommelier im Team stärkt den Betrieb als Experte für Brotkarte, Gästeberatung und Qualitätskommunikation.
© LMAk
Brot-Expertise als Wettbewerbsvorteil: Jetzt zum »Brot-Sommelier« ausbilden lassen
Bereits zum dritten Mal bietet die Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes in Kooperation mit der Bundesakademie Weinheim die Ausbildung zum »Geprüften Brot-Sommelier« an – Anmeldeschluss ist der 10. August 2026.
Sechs Finalisten, eine Blackbox-Challenge und eine fünfköpfige Jury: So läuft das Finale von »Next Generation« bei der Messe »Alles für den GAST« ab.
© Falstaff PROFI
Der große PROFI-Wettbewerb ist zurück: Bühne frei für die »Next Generation«!
Bereits in der Vergangenheit sorgte der Wettbewerb für Gastro-Karrieren. Komplett überarbeitet sucht nun die »Next Generation« gemeinsam mit »Lohberger« die Besten unter den jungen Talenten!
Hohe Ansprüche: Sauerteig, lange Teigführungen, handwerkliche Optik. Auch bei Großbäckern zählen wichtige Qualitätsmerkmale.
© Sonja Priller
Die Kraft der Kruste: Brot wird in der Gastronomie zum Qualitätsversprechen
Der Brot-Gang macht Image! Vom Frühstückskorb bis zum Signature-Burger ist gutes Gebäck wichtiger denn je. Wie Bäcker und Gastronomen gemeinsam an Qualität und Geschmack arbeiten.
Meist gelesen
In der »Freundschaft« Berlin hält man die besten Plätze für Stammgäste frei.
© Ingo Pertramer
Katzentisch oder »the perfect table«: Welche Gäste bekommen im Lokal welchen Platz?
Wer sitzt in der »Auslage«? Wer bekommt den Platz bei der Klotür? Das Gastro-Credo »Alle Gäste sind gleich« scheitert schlicht an begrenzten Plätzen: PROFI fragte nach, wie gefragte Lokale es mit der Tischvergabe halten.
Bevor der erste Gast sitzt, sind bereits Hunderttausende Euro investiert: Allein Equipment und Weinkeller schlagen mit rund 250.000 Euro zu Buche.
© unsplash.com/Igor Rand
Restaurant-Kalkulation im Detail: PROFI weiß, was die Sterne-Küche kostet
Fine Dining ist ein teures Vergnügen – für Gäste wie Gastgeber. Ein deutsches, junges Sternerestaurant ließ PROFI in seine Zahlen schauen, möchte aber anonym bleiben. Auch so wird transparent, was Spitzenleistungen kosten.
Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Sternerestaurants von 201 im Jahr 2000 auf 328 im Jahr 2025 erhöht – doch bringen mehr Auszeichnungen zwingend mehr Erfolg?
© Malte Mueller/Getty Images
Sternchen oder Superstar? PROFI macht den Check: Das nutzen Auszeichnungen wirklich
Bewertungen gehören zur Gastronomie wie die Hitze zur Küche. Entsprechend viel Arbeits- und Lebenskraft verschlingen der Kampf um Auszeichnungen. Doch zahlt er sich auch in barer Münze aus? Sind am Ende die Bewertungen selbst überbewertet?
Laut »EcoAustria« könnte der Prozentpunkt langfristig bis zu 12.000 zusätzliche Arbeitsplätze ermöglichen.
© shutterstock.com/groviapoto
Beschlossene Sache: Die Lohnnebenkosten sinken ab 2028 um einen Prozentpunkt – reicht das?
Österreich zählt bei den Lohnnebenkosten zu den teuersten Standorten Europas. Der Nationalrat hat nun eine Senkung um einen Prozentpunkt ab 2028 festgesetzt. Das ist ein Signal, das die Wirtschaft lange gefordert hat.
Ein Hotel, bei dem die Servicearbeiten ausschließlich von Robotern gemacht werden? Auf der »West Artificial Island« in China wird das bald Realität (Symbolbild).
© shutterstock.com/Jihun Sim
Roboter statt Rezeption: In China entsteht erstes vollautomatisiertes Hotel
»Pudu Robotics« und »Shenzhen CTID« planen das weltweit erste vollständig robotergestützte Hotel, ein Testbetrieb ist noch für Ende 2026 geplant. Die Frage, in welchem Maß Roboter auch in europäischen Betrieben Einzug halten, wird immer relevanter.
90 Prozent der Österreicher wollen, dass Bargeld auch in Zukunft Teil der Gastronomie bleibt.
© unsplash.com/Omid Armin
»Cash ist fesch«: Neue Initiative für Bargeld in der Gastronomie – jetzt abstimmen!
Die »Geldservice Austria« (GSA) und der Fachverband Gastronomie der WKO starten die Initiative »Bargeldfreundlicher Betrieb«. Damit möchte man Bargeld in der Gastronomie sichtbarer machen.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!


