Kaori O'Connor hat ein Buch über die einst begehrteste Frucht der Welt geschrieben: die Ananas.
© Verlagsgruppe Harper Collins
Buch-Tipp: »Ananas – Die Geschichte eines Aufstiegs« von Kaori O’Connor
Die »Diva im Obstkorb« war einst den Reichen vorbehalten – bis Dole sie auf Hawaii züchtete und in Dosen packte. Die 2022 verstorbene Autorin zeichnet die spannende Geschichte der Frucht nach und liefert exotische Rezepte dazu.
von redaktion
20. Dezember 2025
Als Symbol der Gastfreundschaft tragen F&B-Manager weltweit den Ananas-Pin. Dass es gerade diese Frucht wurde, kann man nachvollziehen, wenn man Kaori O’Connors leichtfüßige Monographie gelesen hat. Fast manisch versuchte Europa nach der Entdeckung des Exoten, der laut Christoph Kolumbus aussah »wie ein großer Kiefernzapfen«, Ananas zu züchten. Der Vergleich blieb hängen, wie »pineapple« und »piña« zeigen. Züchtungserfolg hatte man erst 1687, davor war die Frucht ein Liebling des Adels (»Bridgerton«-Fans wissen das).
Das Obst, von dem man zwar gehört, aber nicht gekostet hatte, fand damals sogar in die Philosophie Eingang: John Locke und David Hume verwendeten die Ananas als Beispiel für den Unterschied zwischen Vorstellung und Empfindung. Ihre globale Beliebtheit hat aber damit zu tun, dass es Dole und Del Monte gelang, Dosenfrüchte als Ersatz für den Pazifik-Urlaub zu verkaufen: Zu Pizza und »Toast Hawaii« war es da nur mehr ein kurzer Weg. Diese Zeitreise lässt sich auch in Rezepten nachvollziehen – von Frederick Nutts »Ananas-Confiserie« (1819) bis zur Hawaii-Hausse in den 1930ern (Tapioca-Ananas-Pudding). Und natürlich fehlen die Cocktails nicht. Sie runden das Vermächtnis der 2022 verstorbenen Kaori O’Connor ab.

Warum kaufen?
Wie die »Diva im Obstkorb« den weltweiten Siegeszug antrat, verrät viel über unsere Essgewohnheiten.
192 Seiten, HarperCollins, € 22,70
harpercollins.de
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