Marshmallow trifft David Gölles‘ Rum für einen starken Cocktail im Tiki-Stil.
© Roland Graf
Die Steiermark im Glas: Regionale Reminiszenzen in der »Josef«-Bar
Wer bisher noch nichts über die Wurzeln von Andrea Hörzer und Philipp M. Ernst wusste, bekommt mit der neuen Cocktail-Karte des »Josef«-Duos mehr als nur einen Wink. Steirisch gemixt wird aufgrund der großen Nachfrage.
von Roland Graf
24. März 2025
Die Neuzugänge in der Bar in der Wiener Sterngasse haben eine Vorgeschichte, die im November, der Zeit der Christkindlmärkte, beginnt. »Immer mehr Gäste fragten uns nach regionalen Drinks«, so Andrea Hörzer. Schnell war auch klar, wie man diesem Wunsch der internationalen Besucher Folge leisten wollte: Die Steiermark – Heimat des Ehepaares, das nur fünf Kilometer von einander entfernt aufwuchs – spielt dabei eine zentrale Rolle.
»Es gibt bei uns so tolle Produzenten«, rührte auch Sabrina Konrad die Werbetrommel für die Grüne Mark. Die bestens vernetzte Agentur-Chefin aus Gleisdorf gab den letzten Anstoß für die Bar-Chefs, sich gemeinsam auf die Suche nach steirischen Zutaten zu machen.

Swizzles, Schäumchen und Shrubs
Zu jenen, die schon lange in der Wiener Bar zu finden sind (wie »Stin«-Gin), gesellten sich neue Aromen, die in fünf Drinks Verwendung fanden. Dazu gehören etwa »vibee«-Honig von Viktoria Prinz, aber auch getrockneter Holunder. »Der »Holla« ist etwas typische Steirisches«, fand Barchef Philipp M. Ernst diese Ingredienz um die Ecke bei Kräuter-Spezialist Dr. Kottas. Dazu kam auch das Zitroneneis von seinem bestem Freund, dem Bäcker und Cafetier Franz Gotthard. Auch das Yoghurt des Vulkanland-Milchbauern Christoph Krenn hat im »Wanderer‘s Sip« seinen Auftritt.
Der ist ein klassischer »Josef«-Drink. Denn die sahnige Haube erklärt, »warum wir bei Insidern auch »die Schäumchen-Bar« genannt werden«. Ganz ohne Espuma kommt dafür der mit dem »high Ester«-Rum »Johann Strong« von David Gölles gemixte »Styrian Swizzle«“ aus. Er ist der kräftigste Drink und schlägt aromatisch locker den Bogen von Riegersburg nach Kingston/Jamaica.

Die Mur fließt auch aus dem Shaker
Auch Philipp M. Ernsts Lieblingszutat Essig kommt aus dem Vulkanland. Alois Gölles‘ Tomatenessig wird zu einem Shrub verarbeitet, der zusammen mit Roter Bete den »The Gatherer’s Dram« Würze verleiht. Und natürlich darf eine Hommage an die Mur bei den flüssigen Steiermark-Referenzen nicht fehlen. »Perla Muris« nimmt man dabei wörtlich; die Perlen steuert aber nicht die Mur bei, sondern Brut-Sekt von Stefan Krispel. Er sorgt mit dem Bitter-Aperitif »Amouro« für Erfrischung. Als Dessert-Drink wiederum fungiert der »Nocturne«. Hier hat Schoko-Geist von Josef Zotter die Führung übernommen, ergänzt von Milch von den 35 Kühen Christoph Krenns.

Schokoladiges für Steirer in Wien
Diese wird mit Zitrussäure zum Ausflocken gebracht, »was jeder kennt, aber auch für ein angenehm-cremiges Mundgefühl sorgt«, erläuterte Ernst den als »Milk Punch« für die ersten Verkoster. Mit diesem schokoladigen After-Dinner-Drink kombinierte er alte Mix-Techniken mit neuen Akzenten aus der grün-weißen Heimat.
Erhältlich sind die fünf Cocktails mit den steirischen Akzenten ab April, dann werden sie Teil der als Magazin gestalteten Karte der »Josef«. Selbst dafür hat man sich einen Steirer angelacht: Jakob Trost setzte die regionalen Drinks optisch perfekt für die Gäste der Wiener Bar in Szene. Doch Andrea Hörzer lud anlässlich des Launchs auch explizit »alle Steirer ein, uns oft in Wien zu besuchen«.

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