Gastköche auf der »Pur« am Montag: Sören Herzig (»Restaurant Herzig«, Wien), Alexander Forbes (»Hotel Berghof«, Sankt Johann), Matthias Hausburg (»Die Labstelle«, Wien) und Werner Tschiedel (»Gasthaus Ziegelwerk«, Wimpassing an der Leitha). | © Andreas Kolarik für Transgourmet Österreich
© Andreas Kolarik für Transgourmet Österreich
Inspiration »Pur«: Damit überzeugte Transgourmet in Salzburg
Zum mittlerweile achten Mal lud »Transgourmet« zur eigenen Genussmesse nach Salzburg. 8.000 Anmeldungen für die zwei Tage bedeuteten neuen Rekord für die »Pur«. Die auch neue Gastronomie-Akzente setzte.
von Roland Graf
22. April 2026
Alles ist gewachsen bei der diesjährigen »Pur«: 60 Aussteller mehr als im Vorjahr, 15.000m² Fläche und ein Neubau der zentralen »cook!«-Area trafen auf eine Rekordanmeldung. »Der Gastronom soll sich inspirieren lassen«, ist das Credo für Geschäftsführer Thomas Panholzer. Dafür hätten sich auch die Lieferpartner mit tollen Ständen ins Zeug gelegt. Und sein Kollege Manfred Hayböck, für den es die letzte Messe vor dem Pensionsantritt war, ergänzte: »Wir bleiben weiter am Gas, Tourismus und Gastronomie in Österreich haben eine Zukunft«. Als Beispiel nannte er den in Bau befindlichen Zustellmarkt in Kematen bei Innsbruck, der den Trend zur Lieferung bedient.

Trend zu Bio und Budget-Linie
Die qualitative Gastronomie boomt, »auch wenn der Preis vermehrt eine Rolle spielt«, so die Analyse der »Transgourmet«-Leitung. Daher habe man auch das Einstiegssegment deutlich ausgebaut. Eine wichtige Rolle dabei spielen auch die Eigenmarken. »140 haben wir allein im Vorjahr neu entwickelt«, so Anna Berrer. Damit hält man insgesamt bei 1.500 Artikeln, die vom Drei-Liter-Orangensaft für das Frühstücksbuffet bis zum vorgeschnittenen Salat reichen (»damit sich der Koch leichter tut«). Eigenmarken-Chefin Berrer feierte auch ein kleines Jubiläum in Salzburg, denn die Bio-Marke »natura« wurde fünf Jahre alt. Preisgünstige Artikel im Einstiegsbereich (»Economy«) und Bio steigen gleichermaßen«, so ihre Analyse des aktuellen Absatzes.
Ethno-Gastro am Vormarsch
Auch Neuheiten wie TK-Pizza nach italienischem Rezept gab es beim Messe-Rundgang zu verkosten. Es ist mehr als ein Symbol, auch wenn den Rekord die Bosna in der Messehalle 10 hält – 8.000 Stück wurden an den beiden Tagen genossen. Aber: »Von zehn Neueröffnungen ist nur mehr eines ein klassisches Wirtshaus«, so Bereichsleiter Gerald Santer. Asiatische und italienische Angebote treiben dabei den Ethno Food-Markt. Wobei es auch bei den Köchen, die ihr Wissen auf der Messe weitergeben, Inspirationen aus diesem Bereich gab. Mit Chorizo-Espuma begleitete Sören Herzig seinen Black Cod. Und Yaoyao Hu aus dem gleichnamigen Lokal in Salzburg zauberte seine Köstlichkeiten. Was auch bestens zur Master Class rund um Wagyu Beef passte. Bodenständiger kochten Werner Tschiedel aus dem »Gasthaus Ziegelwerk« oder Hans-Peter Fink vom »Gasthaus Haberl« auf.

Neu! Fortifizierter Blaufränkisch
Flüssige Neuheiten waren dann bei »Transgourmet Trinkwerk« zu entdecken. So brachte Winzer Markus Kirnbauer etwa seinen ersten »Fortified« (Blaufränkisch nach Portwein-Methode) mit. Sein deutscher Kollege Clemens Busch widmete sich den »Schiefermelodien« der Mosel-Lage Marienburg, während das Team um Andreas Hayder auch Neuzugänge wie Champagne Jacquesson einschenkte. Am Spirituosen-Sektor glänzte das »House of Suntory« mit einem dekonstruierten Tasting des Whiskys »Hibiki«. Heimische Destillate wiederum stellten die Brenner David Gölles und Hans Reisetbauer bei ihrem »Edelbrand Ping-Pong« vor. Und natürlich warf die Sommersaison bei Campari ihre Schatten voraus – hier wartete die »Art of Spritz« auf die Gäste.
Wobei die kombinierte Präsenz rund um das »Winzerdorf« (102 Betriebe) schon eine Messe für sich darstellte. Und einen weiteren Superlativ der diesjährigen »Pur«!

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