Bio-Anbieter unter sich: Michael Kerschbaumer hat mit vier anderen Landwirten die »Kaslab´n« in Radenthein in Kärnten gegründet – eine genossenschaftlich geführte kleine Käserei, wo Bio-Heumilchkäse produziert wird. | © Roland Graf
Mit Tiger und Mischkalkulation: »Nahtürlich« zeigt wie Bio-Gastro gelingt
Gewaltiges Angebot und ein Plädoyer, das Ganze, nicht nur Kosten, zu sehen – das war die Fachtagung der ARGE Nahtürlich in Wieselburg. Vor allem die Inputs der Gastronomie waren dann am Podium bei Falstaff PROFI gefragt!
von Roland Graf
25. September 2025
75 Tonnen Bio-Stelzen waren eine Bestellmenge, die man im Messezentrum Wieselburg erst sacken lassen musste. Elisabeth Kolarik (»Luftburg«) zeigte mit dem weltgrößten Bio-Restaurant auf, dass Beschaffung auch in diesem Maßstab möglich ist. »Sie geben nun auch mehr für Orangen aus, erhalten aber auch mehr Saft«, erzählte Gastroberaterin Andrea Vaz-König. Ein weiteres Beispiel seien Bio-Gewürze, die vielleicht teurer, aber eben auch intensiver seien, so die designierte Vorsitzende der Initiative für besseres Essen in Österreichs Schulen und Kantinen (»Zukunft Essen«).

Bio-Menü und moderne Optik
Mit dem Gemüse-Tiger als Maskottchen, den Kinder mit Karotten füttern konnten, will man auf das Recht auf gute Gemeinschaftsverpflegung für die Jüngsten hinweisen: »Derzeit gleicht das eher einem Lotteriespiel«, zumal auch viele Gemeinden zu wenig kalkulieren würden, was eine Portion kosten darf, sondern lieber diffuse Wochen-Rahmen für Kindergartenköche setzen. Dabei gäbe es genug gesunde Angebote. Diese stellte die ARGE Nahtürlich unter Obmann Lukas Hochwallner bei der Fachtagung vor. Ob Fleisch, Nudeln, Kaffee, Fermente oder Softdrinks – aus ganz Österreich zeigten Anbieter ihre Sortimente.
»Ein ganzes Menü ist in der Halle versammelt«, konstatierte PROFI-Chefredakteur Roland Graf zur Eröffnung der Diskussion. Wie man Marketing für Bio in der Gastronomie betreibt, stand nämlich im Mittelpunkt der Diskussion, die FALSTAFF Profi moderierte. »Die neuen Glasflaschen und eine Aufmachung, die Kinder anspricht«, plädierte Georg Marksteiner für den professionellen Auftritt. Dank des Vertriebs über den Naturkost-Großhandel »BerSta« tauchen die Milchprodukte des seit 1986 bio-zertifizierten Hofs auch in Restaurants auf, von denen er nur durch E-Mails erfahre.
Lebensmittel zugänglich machen
»Das Flächensystem gibt einer Landwirtschaft, die gesunde Böden schafft, keinen Wert«, schlägt Martin Gerstl von der Genossenschaft »morgenrot« den Weg eines alternativen Handels ein. Mitglieder können in Wien rund um die Uhr Bio-Lebensmittel von 70 Lieferanten beziehen. Kosten spart er wie die Supermärkte, indem weitgehend digital bestellt wird und auch nur zwei Angestellte den Verkauf managen. So sollen naturnah erzeugte Lebensmittel abseits der Ausschlusskriterien der Supermärkte verfügbar werden. Spezielle Angebote bei Gemüse und keine fixen Verpackungsgrößen verhindern dabei den Vergleich mit »gefühlten« Preisen.
Damit hat auch Spitzenkoch Josef Floh (»Der Floh«, Langenlebarn, 96 FALSTAFF-Punkte) gute Erfahrungen gemacht. »Wir lassen uns immer wieder Neues einfallen; Gerichte, die der Gast nicht kennt, machen es in der Kalkulation leichter«. Während hier höhere Preise angesetzt werden können, verfolgt Floh eine intuitive Mischkalkulation. In Sachen Bio rät der für seine Weinkarte bekannte Wirt zu einer Anleihe beim Weinbau. »Da reden die Gäste über Böden und Klima bzw. kennen den Winzer persönlich.« Das sollte auch bei anderen Lebensmitteln Schule machen, wenn auch Dogmatismus – »die Phase hatte ich auch mal«, bekannte »Pepi« Floh. Denn am Ende zählt der Geschmack, war sich die Runde einig, dass hier nur mehr Bildung in Sachen gesunder Lebensmittel helfen kann.
Lesenswert
Paul Ivić (2.v.r.) war bereits zu Gast beim Gartensommer von »ARCHE NOAH« in Langenlois, nun hat er den offenen Brief an die EU unterzeichnet.
© Bernd Kajtna (ARCHE NOAH), Alwin Jurtschitsch
»Zukunft des Geschmacks in Gefahr«: 122 Spitzenköche kritisieren EU-Saatgutgesetz
Kurz vor dem Ende der Verhandlungen zum neuen EU-Saatgutrecht wächst der Widerstand aus der Gastronomie. 122 Küchenchefs und Gastronomen aus 19 Ländern warnen vor negativen Folgen für Vielfalt, Geschmack und Ernährungssicherheit.
Thomas Bühner möchte zu seinen westfälischen Wurzeln zurückkehren – und sucht bereits Personal für sein neues Restaurant.
© Sabine Meier
Nach Hamburg-Rückschlag: Spitzenkoch Thomas Bühner startet neues Gastroprojekt
Noch sind viele Details offen. Fest steht jedoch: Spitzenkoch Thomas Bühner arbeitet an einem neuen Restaurantprojekt im Münsterland und sucht bereits Führungskräfte für Küche und Service. Was bisher bekannt ist.
TVB Paznaun-Ischgl
© Von Juli bis Oktober 2026 verwandeln sich neun ausgewählte Hütten und Almen im Paznaun in besondere Genussstationen.
Gipfel der Genüsse: Gourmetköche warten im Paznaun auf 2.000 Metern
Regionale Produkte allein reichen oft nicht mehr aus, um Gäste zu begeistern. Im Paznaun setzt man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit von Produzenten, Hüttenwirten und Spitzenköchen – und macht daraus ein touristisches Gesamtkonzept.
Seit 1986 ist »Herr Franz« aus dem »Unterwirt« in Ebbs weder für Gäste noch für Familie Steindl wegzudenken.
© Tollerien Didi
So kann Gastro gelingen: »Herr Franz« feiert 40 Jahre im »Unterwirt«
»Herr Franz« feiert gleich doppelt: 40 Jahre im »Unterwirt« in Ebbs und seinen 60. Geburtstag. Eine Geschichte die zeigt, dass Gastronomie mit Wertschätzung und Treue funktioniert.
Beim Hintergrundgespräch treffen sich Gabriele und Moritz Huth, Richard Angerer und Dr. Thomas Peschta, um über Herausforderungen und Lösungswege in der Gastronomie zu diskutieren (v.l.).
© YIELD
Daten statt Bauchgefühl: Ein Tool hilft, die Gastro zu optimieren
Wie können Betriebe wirtschaftlich stabiler und flexibler agieren? Diese Frage stellten sich Vertreter aus Gastronomie, Wirtschaft und Technologie. PROFI war dabei und hat die wichtigsten Erkenntnisse für Sie.
Wer seine Karte modernisieren, jüngere Zielgruppen ansprechen oder einfach einen starken Eyecatcher braucht, liegt mit dem Crunchy Kimchi Burger genau richtig.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: Crunchy Kimchi Burger
Advertorial
Der Crunchy Kimchi Burger bringt frischen Wind auf Ihre Karte – laut, bunt und maximal im Trend. Der Food-Hype aus Südkorea liefert genau das, was Gäste heute lieben: echte Gemüsestücke, internationale Trendgeschmäcker und richtig viel Crunch.
Meist gelesen
Leitungswasser als Grundrecht: Die Richter entschieden dagegen. Das Glas der Klägerin blieb nicht nur halb, sondern ganz leer.
© unsplash.com/Sandra Seitamaa
Ja, das darf der Wirt! Kein Recht auf Leitungswasser im Luxushotel
Ein Dauerbrenner macht rechtzeitig zur Sommersaison wieder Schlagzeilen. Spannender als die Sensationsmeldung ist aber die Begründung der Richter. Und noch mehr: Was sagen Österreichs Gastronomen? PROFI weiß beides.
Neues Experten-Format: Beim PROFI Round Table diskutierten neun Gastronomen und Produzenten über das Dauerthema Wasser.
© unslash.com/Clint McKoy
Wasser in der Gastronomie: Die PROFI-Analyse von sechs Experten zum Dauerthema
Eine 360°-Perspektive gibt dem PROFI Round Table seinen Namen. Bei der Runde zu »Wasser in der Gastronomie« wurde das besonders wertvoll – und das passte zu diesem nationalen Schatz!
Carlo Petrini verstarb im Mai 2026. Er war Publizist, Soziologe und gründete die internationale Slow-Food-Bewegung.
© MikeDotta/shutterstock.com
Das Vermächtnis des Carlo Petrini: Erstes Slow-Food-Festival in Wien
Mit dem Tod des Slow-Food-Gründers verliert die Gastro-Welt eine ihrer prägendsten Stimmen. Nur wenige Wochen später zeigt ein neues Event-Format, wie stark Petrinis Ideen gerade heute prägen.
»Avita« Falafel stehen damit für hohe Gästeakzeptanz, maximale Flexibilität im Einsatz und wirtschaftliche Effizienz im professionellen Küchenalltag.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: »Avita« Falafel
Advertorial
Die tiefgekühlten »Avita« Falafel überzeugen durch hohe Gästebeliebtheit, flexible Anwendung und starke Wirtschaftlichkeit.
Sabine Eichbauer (Mitte) und ihr »Tantris«-Team. Künftig verantwortet sie gemeinsam ihrem Mann Felix die strategische Ausrichtung des Hauses.
© David Barnwell
Münchner Institution »Tantris« setzt auf Familienführung: Sabine Eichbauer wird CEO
Das »Tantris Maison Culinaire« stellt seine Führung neu auf. Nach sechs Jahren verabschiedet sich Matthias Hahn aus dem familiengeführten Gourmethaus. Künftig übernimmt Sabine Eichbauer als CEO die Gesamtleitung.
Eisqualität: Welches Gefrorene im Glas landet, ist entscheidend.
© Tim Keweritsch Photography
Perfekt gekühlte Drinks: Mit diesen Profi-Produkten punkten Sie am Gast
Lange Servicewege interessieren sie nicht, in der Terrassensaison erwarten Gäste eiskalte Getränke! Diese Herausforderung für Gastronomen lässt sich mit idealen Geräten und unseren PROFI-Tricks dennoch stemmen.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!





