Hochsteirische Genüsse: Heinz Reitbauer, Andreas Krainer, Max Leodolter und Hans Wöls (v.l.n.r.) tischen am Berg auf.
© Roland Graf
Steirische Ski-Gourmets: Hütten-Kost von Krainer, Reitbauer und Co.
100 Millionen Euro wurden heuer in den steirischen Wintertourismus investiert, die Hälfte davon ging in die Lift-Anlagen. Doch auch bei der »Software« gibt die Grüne Mark Gas – zumindest in der Hochsteiermark.
von Roland Graf
16. Dezember 2025
Zwischen der Hohen Veitsch, der Bürgeralpe und dem Stuhleck freut man sich nicht nur über den frühen Ski-Saisonbeginn im November, sondern auch eine Kooperation, »die Hütten-Kulinarik mit der Handschrift der Spitzenköche der Region verbindet«. So stellte Ute Gurdet vom Tourismusverband Hochsteiermark die sechs Chefs vor, deren spezielle Gerichte es auf den Skihütten der Region geben wird.
Verfeinerte Holzknecht-Kost
»Es sind Gerichte, die auf den Hütten umsetzbar sind«, erläuterte Andreas Krainer vom gleichnamigen Landgasthof in Langenwang den Anspruch. Denn: »Mit der Pinzette fangen sie nicht viel an«. Zudem kommen lokale Spezialitäten wie die Apfelsorte Schafnase, die Mike Johann (»Johanns Living«) mit Rollgerste kombiniert. Rindsupppe mit Grammelstrudel tischt Hans Wöls aus dem »Landhotel Hubinger«, der aber auch ein vegetarisches Gericht (Rote Rüben-Terrine) beisteuert. Als Hommage an die Holzknechte, »die ordentlich Energie brauchten«, verfeinerte Maximilian Leodolter (»Lurgbauer«) die traditionell am offenen Feuer bereiteten Mehlspatzen. Als Erdäpfelspatzen verleiht er ihnen mit einer »Rauchcreme« das authentische Aroma.
Nicht fehlen darf eine Spezialität, die Drei-Sterne-Koch Heinz Reitbauer auch über die Region hinaus bekannt gemacht hat – das Fedlkoch. »So hat man früher, bevor es Kühlgeräte gab, auf den Almen den Rahm haltbar gemacht«, erläuterte er das seit 30 Jahren im Wirtshaus am Pogusch gereichte Dessert. Ebenfalls Süßes kreierte Thomas Schäffer vom Waxriegelhaus, einen Milchrahmstrudel mit Schwarzbeer-Röster. Wer sich durch alle sechs »Signatures« schlemmen will, findet dafür auch einen Sammelpass auf den Hütten vor.

Alpine Touristik begründet
Zusätzlich zu der Koch-Kooperation feiert man 2026 auch den 130-jährigen Geburtstag der »Nansenhütte«, der ersten alpinen Hütte Österreichs. Sie wurde am Stuhleck zwar mittlerweile vom »Alois-Günther-Haus« abgelöst, stand aber auch am Beginn der österreichischen Bergrettung, die ebenfalls 1894 ihren Anfang nahm. Darin erinnert auch das »WinterSportMuseum« in Mürzzuschlag als kultureller Anziehungspunkt rund um das Thema Ski. Seitens des Tourismus sei es das Ziel, »die Attraktion Skifahren so lang als möglich zu erhalten«, so Johann Kleinhofer (Mariazeller Bürgeralpe).
Neue Attraktionen wie der »Lichterzauber« sowie die beleuchtete Rodelstrecke sollen aber auch die Nicht-Skifahrer in die Hochsteiermark locken. Beides wurde bereits vom neuen Besitzer, der Gruppe um Hannes-Mario Dejaco (bekannt von der »Erlebniswelt Kahlenberg«), umgesetzt. Und kulinarisch ist man dank der Hüttenkulinarik neu sowieso gerüstet!
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