Die besten Restaurants mit 2 Falstaff-Gabel(n) in Deutschland
Im Hotel Indigo Berlin zwischen der East Side Gallery und der Mercedes-Benz Arena. Stilvoll und hell mit Blick über das historische Berlin und die Spree. Drinks aus den Golden Twenties wie ein »Shimmy« oder aus Mexiko wie ein »Titty Twister« mit Mezcal – was braucht man mehr?
Roberto Carturans kunstfertige Interpretation der Cucina italiana lebt weniger von Show-Effekten als von tadelloser Produktqualität und klassischer Schlichtheit. Purezza bis zur Perfektion!
Ein Zehn-Gänge-Menü, auch als vegetarische Variante, verbindet regionale Produkte mit handwerklich perfekter Kochkunst. Gute Weinkarte und professioneller Service.
Das »Café de Paris« ist seit 150 Jahren das Herz von Monaco und eine Brasserie, die Stars und Einheimische anzieht. Küchenchef Victor Marion bringt Pariser Flair auf mediterranen Boden und bietet eine einladende Atmosphäre für süße und herzhafte Speisen.
In Braunschweig hält Enrico Dunkel seit vielen Jahren die Feinschmecker-fahne hoch. Seine handwerklich hervorragende Genussküche ist spannend, kreativ und setzt auf gute Produkte.
Die Main-Metropole scheint für internationale Hotelkonzerne eine attraktive Adresse zu sein. Erst vor wenigen Wochen hat im Stadtteil Sachsenhausen das »Kennedy 89« seine Pforten eröffnet, ein schickes Full-Service-Hotel aus der Hyatt Collection. Und wo man das müde Haupt luxuriös zur Ruhe betten kann, sollte man auch gut essen können. Das funktioniert bestens im hoteleigenen Restaurant, einer modern durchgestylten Location mit kosmopolitischer Atmosphäre, in der man sich beim freundlichen jungen Service gut aufgehoben fühlt. Die Küche bewegt sich gekonnt in der levantinischen Geschmackswelt und bietet an, ab zwei Personen das Sharing-Menü in drei oder vier Gängen zu bestellen. Die farbenfrohen und herrlich aromatischen Gerichte kommen in kleinen Schüsseln oder auf Tellern arrangiert, die Auswahl an Klassikern der levantinischen Küche lässt kaum Wünsche offen. Der perfekte Einstieg sind das Baba Ghanoush, ein Dip aus gebackenen, pürierten Auberginen, und ein erstklassiges Hummus, verfeinert mit Nussbutter und Aprikosen-Harissa. Wer ein bisschen mehr Schärfe möchte, bestellt das feinwürzige Kürbis-Muhammara mit Granatapfel-Molasse und Walnüssen. Danach ist man geschmacklich bestens auf die levantinische Kulinarik konditioniert, die mit einer aromatischen Maronen-Créme zur Lamm-Krokette auftrumpft, dem bissfesten Oktopus mit Wassermelone einen Frischekick mitgibt und das pulled Lamm-Shawarma mit Tahina-Joghurt, grüner Harissa und Gemüse serviert. Für die Frankfurter Gastro-Szene ist das Restaurant eine echte Bereicherung und ein guter Tipp für alle, die geschmacklich ein bisschen Tausendundeine Nacht erleben möchten.
Vielleicht die französischste Küche in Stuttgart. Hier fühlt man sich bei Kalbskopf und Étouffée-Taube schnell in die 1980er zurückversetzt. Auch die Weinauswahl der Degerlocher Wirtschaft beeindruckt.
Französisch, mediterran und regional: Darauf basieren die kreativen Gerichte der täglich wechselnden Karte – vom Eintopf aus Krustentieren und Edelfischen bis zur Kalbsbacke mit Gnocchi à la Parisienne.
Schick trifft auf lässig-unaufgeregt, das »Gastrobar« im Namen ist Programm. Bei Holly schenkt man sorgfältig kuratierte Pet Nats und Naturweine zu einem saisonalen und stets gelungenen Menü mit Highlights wie gebackenem Camembert mit Kürbis-Miso aus.
Brasserieklassiker, dazu herzhafte saisonale Gerichte: Chef Christoph Schmah beherrscht die gesamte Klaviatur. Gekocht wird im schön restaurierten Bruchsteingebäude an der Mosel. Menüs tischweise.
Ein elegantes Jugendstil-Ambiente bildet den Rahmen für die finessenreichen Gerichte, die Küchenchef Sebastian Messinger mit besten Produkten aus nah und fern auf die Teller bringt. Klassisch-modern.
Ach, das vergisst man ja so leicht, wie leichtfüßig Frankreich ist. Dass nicht alles piekfein sein muss, nicht alles durchgestylt, sondern der besondere Charme dort entsteht, wo man sich einfach gehen lassen kann. Wer hätte gedacht, dass sich dieses Gefühl exportieren lässt. Aber in München darf man sich auch mal überraschen lassen. Und ein bisschen Frankreich kommt auch in Bayern gut an. Hier in Haidhausen spricht sogar der Kellner so Deutsch, dass man meint, es wäre Französisch, während er herrliche Austern serviert, garniert mit einer simplen Zitrone. Erfrischend einfach ist das, aber gut. Während man die Auster schlürft, schaut einem David Bowie mit strahlend roten Lippen von der Wand aus zu. Man prostet, Bowie bleibt cool. Aber dann: die Liebe in Form einer Dorade in einer Pistazienkruste. Darauf liegt ein knackiger Spargel, ein bisschen arrogant, kaum gegart, ganz Paris. Das muss man sich erst einmal leisten können. Aber es funktioniert bestens, denn der Fisch ist fantastisch, er kämpft nicht, sondern liegt in einer Gleichzeitigkeit neben der Knackigkeit der Stange, bedeckt von einer knusprigen, käsigen Würzigkeit. Comme il faut. Und dann glotzen einen die Lichter eines Citroën an. Auch von einer Wand. Aber das passt zum Spargel, der sich in der Hauptspeise mit einer Spargel-Espuma zusammentut und alle Texturen präsentiert, die er draufhat. Süßlich, sauer, knackig und frisch. Dazu trinkt man einen tänzelnden Rollin von 2020 und das Glück ist perfekt. Zum Schluss natürlich eine Käseplatte mit bewährten Klassikern und durchdachten Überraschungen. Und spätestens jetzt verwandeln sich die Worte im Mund in wohlklingende Laute wie: J’aime la vie.
Ausgewählte Weine aus Italien überzeugen hier in Winterhude. Neben À-la-Carte-Gerichten stehen abends auch wechselnde Menüs zur Auswahl. Beim Betreten des Restaurants fühlt man sich sofort, als würde man nach Apulien, in die Heimat des Inhabers, reisen.
Aus der Küche von Hamid Heidarzadeh kommen fein gesponnene, ideenreiche Aromenkombinationen, die – der Name verspricht es – große Freude bereiten, ob im Drei- oder Fünf-Gänge-Menü, ob vegetarisch oder karnivor.
Man spürt, wenn ein Koch dort ankommt, wo seine Teller hinwollten: weg von fremden Konzepten, hin zu einer Küche aus Bauchgefühl, Erinnerungen und Eigenakzenten. Bei Nadav Kundel ist dies der Fall. Nach Jahren in Berlins Nachtgastronomie kocht er in seinem ersten eigenen Laden »Saint Farah« so, wie er selbst isst, denkt und träumt. Gemeinsam mit seinem Cousin Gil Azrielan hat der Küchenchef ein zeitgeistiges Restaurant geschaffen. Der Einfluss der Orte, die ihn geprägt haben – Tel Aviv, Berlin, ein bisschen London – ist spürbar, doch nie als Kopie. Vielmehr als Verdichtung: einfach nur lecker die dreifach frittierten Fries in Sambal-Buttersauce. Die Mezze setzen einen klaren, modernen Ton: Minigurken in Parmesan-Miso-Caesar mit Zitrus und Chili-Samen-Crumble. Ein leicht fermentierter Kohlrabi mit Haselnussmilch-Vinaigrette, eine vegane Pilz-Paté, die mit Umami-Wellen auftrumpft. Besonders gelungen. »Farahs gegrillter Mangold« – die zeitgenössische Variation eines Gerichts seiner Großmutter mit Lammhack im Mangoldblatt, gegrillt wie Bun Cha und serviert mit Rote-Bete-Ketchup. Genau in diesem Zusammenspiel aus Erinnerung und Gegenwart liegt die Kraft des Saint Farah. Auch die Hauptgerichte – von Miesmuscheln auf Pitabrot und im dichten Fond aus Reiswein, Butter, Speck und Chili-Crisp bis hin zu Pilzen in Ajo-Blanco-Sauce mit Sumach – tragen diese Handschrift: warm, modern, selbstbewusst. Das Saint Farah ist kein weiterer Levante-Abklatsch mit Großmutter-Legende, sondern das erste wirklich eigene Kapitel eines Kochs, der lange für andere arbeitete. Nun, da er sich selbst treu ist, wirkt alles wie selbstverständlich.
Lässiges Fine Dining: Das bereits in dritter Generation familiengeführte Restaurant versteht sich als ein moderner Gasthof mit einer weltoffenen »Neuen Lausitzer Küche«. Außerdem: Koch- und Kniggekurse.
Es ist immer eine Sensation, auf der Maximilianstraße zu sitzen und das herrliche Schnitzel von Franz-Josef Unterlechner zu knuspern. Und weil man in München ist, trinkt man dazu ein Glas Champagner.
Hans Stefan Steinheuer hat in der deutschen Gourmetszene Akzente gesetzt. Der Meisterkoch steht aber auch für eine erstklassige, bodenständige Küche, deren Raffinesse in der Einfachheit liegt.
In Berlin-Lichterfelde hat »The Knast« in einem ehemaligen Frauengefängnis sein Zuhause gefunden. Küchenchef Michael Zscharschuch bringt hier seine Erfahrungen aus renommierten Häusern wie Schloss Elmau und dem Restaurant »4Eck« in Garmisch-Partenkirchen ein. Seine Küche vereint klassische französische Techniken mit modernen asiatischen Einflüssen und kreiert überraschende, präzise komponierte Geschmackswelten. Den Auftakt macht ein Amuse aus Selleriecreme, Amaranth und gepickelter Pflaume – cremig, knusprig, fruchtig. Und dieses Spiel mit Texturen zieht sich durch alle Gerichte: Ein Rindertatar bekommt durch Chili und gesalzene Brombeeren ungewohnte Tiefe. Der gebeizte Saibling wirkt frisch, zerfällt zart im Mund, unterstützt von Wasabi-Mayo und knallgrünem Petersilienöl. Selbst eine kräftige Rinderessenz kommt nicht klassisch nostalgisch daher, sondern überraschend verspielt – begleitet von einer herzhaften Fleischpraline. Die große Überraschung des Menüs ist die spielerische Mais-Komposition mit Polenta, Popcorn, süßer Creme und einem Sauerampfer-Sorbet, das zwischen allen Noten herrliche Frische setzt. Beim Hauptgang wird es dann herzhaft: Werdenfelser Hirsch aus Bayern, sous-vide gegart und in einer knusprigen Kruste aus Sesam und Schüttelbrot frittiert, trifft auf Petersilienwurzel in drei Texturen – als Chip, Creme und Essenz – sowie auf eingelegte Sanddornbeeren. Als Dessert: ein Kräutergranité mit Joghurt-Himbeer-Eis und gepuffter weißer Schokolade, begleitet von einem Glas Madeira. Die Krönung ist der täuschend echte Steinpilz aus Ganache verfeinert mit Steinpilzsessenz.
Die Wilbrand-Brüder sind seit vielen Jahren eine feste Größe in der rheinischen Gourmetszene. Im hübschen Gasthaus entsteht eine ausdrucksstarke Frischeküche, auf Wunsch auch als vegetarisches Menü.