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© Shutterstock (Symbolbild)

Grog, Bier und Brandy: Was auf Piratenschiffen ausgeschenkt wurde

Spirituose
Rum

Piraten gelten als Rumtrinker par excellence. Tatsächlich war ihre Getränkewelt deutlich vielfältiger – von Mischgetränken wie Grog bis hin zu Wein und anderen überraschenden Borddrinks.

Wer »Fluch der Karibik« oder »Peter Pan« gesehen hat, verbindet Piraten wie Captain Jack Sparrow oder Captain Hook oft automatisch mit viel Rum – große Fässer, volle Becher und ein Leben auf See, das vor allem von Trunkenheit geprägt scheint. Tatsächlich war die Trinkkultur von Piraten und anderen Seeleuten jedoch deutlich vielfältiger als dieses Bild vermuten lässt. Neben einfachen Mischgetränken und improvisierten Rezepten gehörten auch ganz alltägliche Getränke zum Bordleben.

Die Geschichte der Rumkonsums auf dem Meer

Auch wenn Piraten seit jeher mit Rum in Verbindung gebracht werden, waren sie nicht die einzigen Männer auf See, die ihn in großen Mengen tranken. Beispielsweise war der Rohrzuckerbrand in der britischen Royal Navy um 1655 fester Bestandteil der Marineverpflegung und ersetzte Brandy als tägliche Ration. Viele Piraten waren ehemalige Marinesoldaten und übernahmen diese Praxis kurzerhand für sich und ihre Crew.

So verbreitete sich Rum über den Atlantik und wurde zu einer wichtigen Handelsware mit enger Verbindung zur Seefahrt. Piraten waren dabei nicht nur Konsumenten, sondern auch aktiv am Handel beteiligt, oft durch Überfälle auf Schiffe mit Zucker und Melasse oder durch Schmuggel in Hafenstädten.

Rum? Ja, aber bitte verdünnt

Das Bild der ständig betrunkenen Piraten scheint eher ein Mythos zu sein. Aus Überlieferungen geht hervor, dass viele Crews klare  Regeln für den Alkoholkonsum hatten, da übermäßiges Trinken als riskant für Disziplin und Sicherheit betrachtet wurde. Auf Alkohol wurde jedoch trotzdem nicht verzichtet, meistens wurde er in verdünnter Form konsumiert – eine der bekanntesten Varianten war der Grog, eine Mischung aus Rum, Wasser, Zucker und Limettensaft, die etwa um 1740 von der Royal Navy eingeführt wurde, unter anderem um Skorbut vorzubeugen. Piraten übernahmen dieses Getränk vermutlich auch, um ihren Rum zu strecken und den Alkoholgehalt zu senken.

Auch Bier und Bumbo

Neben Rum und Grog war die Getränkewelt an Bord also deutlich breiter als das Piratenklischee vermuten lässt. In vielen Fällen tranken Seeleute auch Bier, das auf langen Fahrten eine wichtige Rolle spielte, weil es oft als haltbarer und sicherer galt als Wasser. Allerdings war es nicht unbegrenzt lagerfähig und konnte ebenfalls verderben, weshalb der Verzehr vor allem auf kürzeren Etappen oder zu Beginn einer Reise gängig war.

Ebenfalls beliebt waren sogenannte Mischgetränke, die aus der Not heraus entstanden und schnell Teil des Alltags wurden. Ein bekanntes Beispiel ist »Bumbo« – eine Mischung aus Rum, Wasser, Zucker und Gewürzen wie Muskat oder Zimt. Dieses Getränk war unter Seefahrern beliebt, weil auch »Bumbo« den starken Alkohol abgeschwächt hat und gleichzeitig geschmacklich Abwechslung angeboten hat.

Brandy und Apfelwein – falls verfügbar

Kaum zu glauben, aber wahr: Neben Rum und Bier standen auf vielen Schiffen auch Apfelwein (Cider), Wein und Brandy auf dem Programm. Vor allem Cider war in äpfelreichen Regionen verbreitet. Wein wiederum galt, ähnlich wie Bier, oft als sichere Alternative zu Wasser, das auf langen Seereisen oftmals verunreinigt war.

Und auch Brandy gehörte zum maritimen Alltag, blieb jedoch meist Offizieren oder besser gestellten Besatzungsmitgliedern vorbehalten. Der Grund? Er war teurer und deutlich stärker als Bier oder Apfelwein. Welche Getränke letztlich an Bord ausgeschenkt wurden, hing also vor allem von den verfügbaren Vorräten, der Route des Schiffes und nicht zuletzt vom Rang der jeweiligen Seeleute ab.

Redaktion
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