Champagner für fünf Euro: »L’Osteria« will dem elitären Image des Luxusguts entgegenwirken
»L’Osteria« lässt die Korken knallen – und das zu einem überraschend günstigen Preis. Damit möchte die Kette mit italienischer Küche dem elitären Image von Champagner entgegenwirken.
Champagner gilt bis heute als Symbol für besondere Momente: Hochzeiten, Jubiläen, große Feiern. »L’Osteria« stellt dieses Bild nun infrage. Vom 9. bis 15. Februar 2026 schenkt die Gastronomiekette in mehr als 200 Restaurants ein Glas »Louis Roederer« für fünf Euro aus. Nur knapp teurer als eine Tasse Cappuccino. Auch der Flaschenpreis liegt mit 37 Euro deutlich unter dem, was Gäste in der gehobenen Gastronomie erwarten würden. Die Aktion ist Teil einer strategischen Kampagne, mit der das Unternehmen den Zugang zu einem traditionsreichen Luxusprodukt erleichtern möchte – ohne dessen Herkunft oder Qualität infrage zu stellen.
Preis als Hürde, nicht als Qualitätsmerkmal
Nach Einschätzung der Unternehmensführung ist es vor allem der hohe Preis, der Champagner für viele Gäste zu einem seltenen Genuss macht. CEO Jacek Trybuchowski verweist darauf, dass sich das Getränk über Jahrzehnte stark als Statussymbol etabliert habe. Dabei sei Champagner ursprünglich als Ausdruck von Lebensfreude gedacht gewesen.
Mit der bewussten Entscheidung für einen Glaspreis nahe am Selbstkostenpunkt positioniert sich »L’Osteria« gegen die übliche Kalkulation der Gastronomie. Ziel ist es nicht, Champagner abzuwerten, sondern ihn aus der Ausnahme herauszuholen und in alltägliche Genussmomente zu integrieren – auch als Begleitung zu Pizza oder Pasta.
Auf die (Selbst-)Liebe
Die zeitliche Nähe zum Valentinstag ist strategisch gewählt, folgt jedoch keiner klassischen Romantik-Erzählung. Statt eines einzelnen Aktionstags erstreckt sich das Angebot nämlich über eine ganze Woche. Laut CMO John Schlüter soll auch damit der Fokus auf individuelle Genussmomente gelenkt werden – unabhängig von Paarbeziehungen oder besonderen Anlässen. Der Gedanke der Selbstbelohnung spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein Glas Champagner zum Mittagessen oder nach der Arbeit soll ebenso selbstverständlich sein wie andere kleine Alltagsrituale.
Die Kampagne wird nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz umgesetzt, sondern in insgesamt neun europäischen Ländern. Ob sich diese neue Genusslogik langfristig etabliert, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Aktion ein deutliches Signal setzt, sich öfter etwas zu gönnen.