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Clos Sainte Hune: 100 Punkte zum 100. Jubiläum

Wein
Jubiläum
Tasting

Der jetzt gerade freigegebene Jahrgang 2019 des ikonischen Elsässer Rieslings Clos Sainte Hune ist der 100., den das Maison Trimbach produziert hat. Zum Jubiläum lud die Familie nach Ribeauvillé zur Vertikalverkostung – und hatte einen Sensationswein auf dem Tisch.

Der Clos Sainte Hune ist eine 1,67 Hektar kleine Enklave im 26 Hektar großen Grand Cru Rosacker des Ortes Hunawihr. Der Boden bestehe zu 100% aus Kalk und Muschelkalk, berichtete Jean Trimbach anlässlich der großen Vertikalen am 7. November 2024. Obwohl der Weinberg komplett von einem Grand Cru umschlossen ist, fällt der Wein des Clos Ste. Hune selbst nicht unter die Klassifikation »Grand Cru«, denn diese wurde niemals beantragt. De facto handle es sich aber, so Jean Trimbach, um eines der zuverläßigsten Terroirs des ganzen Elsass – bekannt dafür, qualitativ und quantitativ ausgesprochen konstante Ergebnisse zu bringen, fast in jedem Jahr Erträge von 40-45 hl/ha. Auch in komplizierten Jahren enttäusche der Wein nie.

Trimbach, die 12. Generation seiner Familie im Weingut, erzählte auch die Ursprungslegende des Weinbergs: Im siebten Jahrhundert lebte das Ehepaar Hunon und Huna an diesem Ort. Unter dem Einfluss eines irischen Mönchs begann das Paar ein frommes und wohltätiges Leben. Nach einer schrecklichen Missernte soll Huna sogar Quellwasser in Wein verwandelt haben. Im Jahr 1520 sprach sie Papst Leo X. heilig. Später wurde dann die beste Weinbergsparzelle des Orts nach der heiligen Huna benannt.

Eine ungewöhnlich gute Marriage

In der Vertikalen stellte der Clos Sainte Hune zudem ein famoses Reifevermögen unter Beweis. Ein Jahrgang wie 2009 wirkt geradezu noch zu jung, und der 1966er aus einer Epoche noch komplett handwerklicher Weinbereitung ist ein Monument an Finesse und mineralisch fundiertem Lagenausdruck.

Acht Jahrgänge (siehe Verkostungsnotizen) bekam die internationale Presse bei einem Nachmittagstermin im Weingut serviert. Beim abendlichen Dinner in der »Auberge de l’Ill« bei Marc Haeberlin in Illhaeusern brillierten weitere Jahrgänge: insbesondere der Jahrgang 2012 aus der Magnum (97 Punkte) und der Jahrgang 1990 (98 Punkte). Eine ungewöhnlich gute Marriage zu Haeberlins in Wirsing gegarter Taube mit Gänseleber und Trüffel schuf der im Duft geradezu an einen Palo Cortado erinnernden 1967er Clos Ste. Hune, der mit seiner gleichermaßen salzigen wie öligen, stoffigen und feinnervigen Gaumenstruktur die beiden parallel servierten, für sich alleine ebenfalls herausragenden roten Burgunder (2009 Volnay Clos des Ducs von Marquis d’Angerville und 2005 Clos de Vougeot von Méo Camuzet) bei der Begleitung von Haeberlins Klassiker deutlich in den Schatten stellte.

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Ulrich Sautter
Ulrich Sautter
Wein-Chefredakteur Deutschland
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