In Topform: Deutsche und österreichische Badegewässer
Ob Badesee, Fluss oder Meeresküste: Europas Badegewässer sind in Bestform. Eine aktuelle Auswertung der Europäischen Umweltagentur zeigt, welche Länder besonders gut abschneiden – und warum Österreich und Deutschland zu den Spitzenreitern zählen.
Pünktlich zum Start der Badesaison gibt es gute Nachrichten für Fans des kalten Nass: Europas Badegewässer befinden sich überwiegend in hervorragendem Zustand. Das zeigt der aktuelle Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA), die mehr als 22.000 Badestellen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien und der Schweiz untersucht hat.
Demnach erreichten knapp 85 Prozent aller Badegewässer eine exzellente Wasserqualität, weitere elf Prozent erfüllten die EU-Mindeststandards. Lediglich 1,5 Prozent der untersuchten Gewässer wurden als mangelhaft eingestuft.
Österreich gehört zur europäischen Spitze
Besonders gut schneidet Österreich ab. Von den 260 untersuchten Badegewässern wurden 96,5 Prozent als »ausgezeichnet« bewertet. Damit belegt das Land europaweit den vierten Platz hinter Zypern, Griechenland und Bulgarien. Bei den Binnenbadegewässern liegt Österreich sogar auf Rang eins vor Finnland und Dänemark.
Insgesamt erfüllen 99,6 Prozent der österreichischen Badestellen die EU-Vorgaben. Neben 251 Gewässern mit der Bestnote wurden sieben als »gut« und eines als »ausreichend« eingestuft. Lediglich der Pleschinger See in Oberösterreich erhielt die Bewertung »mangelhaft«, weshalb dort vom Baden abgeraten wird.
Deutschland auf Platz sieben
Auch Deutschland erzielt im europäischen Vergleich sehr gute Werte. Von rund 2.300 untersuchten Badegewässern erhielten 90,9 Prozent die Bestnote »exzellent«. Damit rangiert die Bundesrepublik auf Platz sieben der 29 analysierten Länder.
Nur drei Badestellen wurden als mangelhaft eingestuft: der Badesee Schießtal und der Metzisweiler Weiher in Baden-Württemberg sowie die Badestelle Nord des Riemer Sees in Bayern. Alle übrigen Gewässer wurden mit »ausreichend«, »gut« oder »exzellent« bewertet.
Europaweit liegt Zypern vorne
Europaweit lässt es sich laut Bericht besonders gut in Zypern und Griechenland, gefolgt von Bulgarien, Österreich, Luxemburg und Dänemark planschen. Weniger sauber sind die Badegewässer der Agentur zufolge in Belgien, Ungarn, Polen, Estland und Albanien: Hier attestierte der Bericht weniger als 70 Prozent der untersuchten Badestellen eine exzellente Wasserqualität.
Laut »EEA« weisen Badegewässer an den Küsten die höchste Wasserqualität auf. Flüsse stellen dagegen weiterhin eine größere Herausforderung dar: Nur etwa jedes zweite untersuchte Fließgewässer erreichte die Bestnote.
Insgesamt hat sich die Wasserqualität europäischer Badegewässer in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Als wesentliche Gründe nennt die Umweltagentur den Ausbau moderner Abwasserreinigungssysteme sowie die Verringerung ungeklärter Einleitungen in Seen, Flüsse und Küstengewässer.
So wird die Wasserqualität bewertet
Grundlage der Untersuchung ist die Belastung der Gewässer mit Fäkalbakterien wie intestinalen Enterokokken und Escherichia coli (E. coli). Diese können unter anderem Magen-Darm-Erkrankungen oder Infektionen verursachen und gelangen vor allem über Abwässer oder landwirtschaftliche Einträge ins Wasser.