Christian Zach und Gerhard Fuchs feiern das zehnjährige Bestehen der »Weinbank«.

Christian Zach und Gerhard Fuchs feiern das  zehnjährige Bestehen der »Weinbank«.
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Jubiläum der »Weinbank Ehrenhausen«: »Wir sind sicherlich Trendsetter«

Christian Zach über zehn Jahre herausragende Weinkultur und kulinarische Innovation, die Highlights der neuen Weinkarte sowie Pläne für die Zukunft.

Die »Weinbank « feiert ihr zehnjähriges Jubiläum und blickt auf eine ereignisreiche Reise zurück. Die Idee, die »Weinbank« ins Leben zu rufen, entsprang dem Wunsch, das erfolgreiche Konzept des »Kreuzwirts« fortzuführen, jedoch mit einer persönlicheren Note und wirtschaftlichen Eigenverantwortung. »Das Ziel war es, den Gästen eine High-End-Küche als Carte blanche von Gerhard und eine à la carte Küche im Wirtshaus anzubieten. Im Fokus stand dabei das Weinbaugebiet der Südsteiermark, um die Vielfalt und Lagerfähigkeit der Weine dieser Region zu präsentieren«, so Christian Zach, Kopf hinter der beeindruckenden Weinkarte, im Gespräch mit Falstaff.

Die drei Säulen des Betriebs – Wirtshaus, Restaurant und Vinothek – seien von Anfang an gleichwertig behandelt worden. Das Wirtshaus bildete zusammen mit dem Fine-Dine Restaurant ein innovatives Konzept, das später von anderen Kollegen oft übernommen wurde. »Dahingehend waren wir sicherlich Trendsetter«, so Zach weiter. Die Vinothek, mit etwa 30.000 Flaschen im Keller, ermöglicht den Gästen den Kauf von fast allen Weinen, ergänzt durch selbst erzeugte Produkte wie Marmeladen, Trüffelbutter und eingelegte Früchte.

Von Skepsis zur Anerkennung

In den vergangenen zehn Jahren blieben diese Grundgedanken weitgehend erhalten, auch wenn im Wirtshaus die ursprünglich geplante einfache Küche aufgrund der Nachfrage nach gehobeneren Gerichten angepasst wurde. »Wir hatten ursprünglich ein Menü um 21,90 Euro in drei Gängen, doch die Gäste wollten »bei Gerhard Fuchs« eher gehobene Küche, dementsprechend haben wir uns erfolgreich weiter entwickelt«, erzählt Zach. Das Restaurant hingegen sei genau nach Plan umgesetzt worden. »Meilensteine in dieser Reise waren der anfänglich skeptische Blick von außen, die wirtschaftliche Gesundheit trotz großer Investitionen und die Anerkennung durch verschiedene Restaurantführer, die nicht nur das Geschäft, sondern auch die Personalsuche positiv beeinflussten«, sagt Zach.

Die ständigen Veränderungen in der Gastronomiebranche, insbesondere in einer Region ohne feste Jahresstellen, stellten große Herausforderungen dar. Die Bewältigung von Ereignissen wie der Corona-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der Flüchtlingsbewegung durch die Region erforderte Anpassungen, die von den Gästen akzeptiert wurden, solange die Qualität stimmt. Die Kalkulation der Produkte spielte dabei eine entscheidende Rolle: »Wenn die Qualität stimmt, darf nein muss das Produkt das auf den Teller oder ins Glas kommt auch entsprechend kalkuliert sein!« Die Vision für die nächsten zehn Jahre ist es, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und weiterhin frühzeitig Trends zu setzen, anstatt ihnen hinterherzulaufen.

Blaufränkisch im Fokus

Wein wird natürlich weiterhin einen sehr hohen Stellenwert einnehmen: Die imposante Weinkarte der Weinbank erstreckt sich über 123 Seiten und umfasst 3.400 Positionen. »Wir bleiben vorab in Europa, also kein Wein aus Übersee, nicht weil diese nicht gut sind, wir müssen uns Grenzen setzen und beim Weineinkauf sind es die Europäischen. Das ist auch eine Spur nachhaltiger und alle Weinbaugebiete der Welt können wir ohnehin nicht anbieten. Lieber das, was wir anbieten, im ordentlichen Umfang und Jahrgangstiefe«, so Zach über die neue Weinkarte.

Mit 1.650 gelisteten steirischen Weißweinen, von denen 98 Prozent biologisch zertifiziert oder in Umstellung sind, setzt die Weinbank auf Qualität und Vielfalt. 55 verschiedene Schaumweine und über 80 Süßweine aus Österreich runden das Angebot ab. Die Champagne ist mit 200 Positionen hauptsächlich von kleinen Winzern vertreten.

Die Rotweinkarte beeindruckt mit 1.250 Positionen, darunter Weine von 2022 bis 1996. »Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Rebsorte Blaufränkisch«, sagt Zach. Bei französischen Weinen wird bewusst auf Bordeaux verzichtet – stattdessen gilt hier das Motto »Bring your own Bottle«, unterstützt von einem Korkgeld von 35 Euro pro Flasche. Die Weine werden in mundgeblasenen Gläsern von Gabriel Glas, Zalto, Josephinen Hütte & Zwiesel Glas und Quatrophil serviert, um das Weinvergnügen zu vervollständigen. International wird die Weinkarte mit 200 Positionen aus Italien, Spanien, Deutschland und der Schweiz abgerundet.

Julia Emma Weninger
Julia Emma Weninger
Chefredakteurin Online
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