Nancy Großmann verlässt das »Rutz«
Die Falstaff-»Sommelière des Jahres 2023« war sechs Jahre im Berliner 3-Sterne-Restaurant tätig und will sich ab Herbst beruflich neu orientieren.
Schmerzlicher Verlust für das »Rutz« in Berlin-Mitte: Sommelière Nancy Großmann wird das einzige 3-Sterne-Restaurant der Hauptstadt mit Mitte September verlassen. Wie das Unternehmen mitteilt, erfolgt der Abschied auf Wunsch der 39-Jährigen, die sich beruflich neu orientieren wolle.
»Wir bedauern natürlich Nancys Entscheidung, die wir schweren Herzens akzeptieren müssen. Verlieren wir doch damit einen großartigen Menschen in unserer Nähe und eben auch eine brillante, beliebte und allseits anerkannte Sommelière«, so Executive Küchenchef Marco Müller und die »Rutz«-Inhaber Anja und Carsten Schmidt. »Sie wird immer ein wichtiger Teil der ›Rutz‹-Familie sein, nicht nur aufgrund ihrer Professionalität und der beruflichen Erfolge, sondern auch durch ihre einzigartige Persönlichkeit. Wir sagen auch nicht Adieu, sondern ›auf Wiedersehen‹.«
Fulminante Karriere
Die in Steglitz aufgewachsene Weinexpertin war sechs Jahre im »Rutz« tätig. »Ihr Gespür für spannungsreiche Foodpairings macht sie zum perfekten Konterpart für Marco Müller«, hielt Falstaff-Deutschland-Chefredakteur Sebastian Späth erst vor wenigen Monaten fest, als sie zur »Sommelière des Jahres 2023« gekürt wurde. Ihre Verbindung zur Familie Schmidt reicht noch länger als die vergangenen sechs Jahre zurück. Vor ihrem Engagement im »Rutz« fungierte sie nämlich als Filialchefin im »Weinladen Schmidt«, der ebenfalls Anja und Carsten Schmidt gehört.
Die Initialzündung für ihre Karriere hat Großmann dem Journalisten Ferdinand Kroh zu verdanken. Dieser animierte zu einer Ausbildung anstelle eines Studiums. Diese absolvierte sie als Restaurantfachfrau bei »Feinkost Käfer« im Berliner Reichstag. »Der dortige Sommelier hat Riech- und Schmeck-Seminare abgehalten«, so Großmann. Während einer solchen Lehreinheit habe es bei ihr »Klick« gemacht. »Danach wusste ich, Wein ist mein Ding«, erinnert sich die Top-Sommelière. Anschließend folgte eine Karriere, die ihresgleichen sucht: Sie war eine der ersten Frauen an der »Deutschen Weinschule Berlin«, war im damals einzigen Zwei-Sterne-Restaurant Portugals, der »Vila Joya« in Albufeira, tätig, danach ging es in die Schweiz ins »Grand Hotel Kronenhof«, an den Tegernsee ins Restaurant »Überfahrt« bei Christian Jürgens, nach München ins »Dallmayr« sowie nach Regensburg ins »Storstad« von Anton Schmaus.
Begeisterung für »unterschätzte Weine«
Mit einer grandiosen Auswahl an deutschem Sekt, ergänzend zur nicht minder stattlichen Champagnerauswahl, und ihrer Begeisterung für »unterschätzte Weine«, etwa aus Portugal, aus Österreich oder aus der Schweiz, hat Großmann der Weinkarte des »Rutz« ihren persönlichen Stempel aufgedrückt. Geblieben sind die »Rutz Rebellen«, die schon ihr Vorgänger Gastronom und Sommelier Billy Wagner ins Leben gerufen hatte – besondere, exklusiv für das »Rutz« entstandene Weine oder Abfüllungen.
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