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Der »Feuerberg« trägt die deutsche Übersetzung des slowenischen Worts »Gerlitzen« im Namen. Im Herbst, wenn die Sonne die Landschaft ins Glühen bringt, bewahrheitet sich diese Bezeichnung.

Der »Feuerberg« trägt die deutsche Übersetzung des slowenischen Worts »Gerlitzen« im Namen. Im Herbst, wenn die Sonne die Landschaft ins Glühen bringt, bewahrheitet sich diese Bezeichnung.
© Mountain Resort Feuerberg / Franz Gerdl

Österreichs Herbst-Adressen zum Entschleunigen

Reise
Wellness
Herbst

Ob im Norden, Osten oder Süden Österreichs: Der Herbst schreibt überall Geschichten, die von Entspannung und Genuss handeln. In den Hauptrollen: Dampfendes Thermalwasser, bunte Wälder, aromareicher Wein.

Der Herbst – man kann ihn riechen: Erdige Noten mischen sich in den immer noch kräftigen Duft der Alm. Der Herbst ist jene Zeit im Jahr, in der die Gerlitzen ihrem – aus dem Slowenischen stammenden – Namen »Feuerberg« auch optisch mehr als gerecht wird. Die Wälder sind in leuchtende Farben getaucht, als ob der Berg brennen würde.

In dieser Kulisse ist aus einer ehemaligen Almhütte im Laufe von vier Generationen mit dem »Mountain Resort Feuerberg« eines der führenden Wellnessresorts des Landes gewachsen, das heute von Isabella und Erwin Berger geführt wird. Erwins Vater hatte neben dem Bau einer Materialseilbahn und der Gerlitzen-Alpenstraße auch den Grundstein für den heutigen Hotelbetrieb gelegt, der ab 2007 schließlich zum ganzheitlichen Resort ausgebaut wurde.

Allein der Wellnessbereich misst mittlerweile 4500 Quadratmeter, daneben warten Yogaangebote, japanische Teezeremonien und Mitte November das »Festival der Köche« – ein Treffen von sterngekrönten und anderweitig prämierten Branchenspitzen aus Österreich und dem Alpe-Adria-Raum, die gemeinsam mit »Feuerberg«-Küchenchef Kevin Granegger und seinem Team für kreative Geschmackskompositionen aus vorwiegend regionalen Produkten sorgen werden.

Vom Almplateau am Südrand der Kärntner Nockberge aus lassen sich aber neben dem Gourmetgenuss auch der Panoramablick auf den Ossiacher See und die Gipfelketten der Karawanken sowie knapp 150 Kilometer markierte Wanderwege genießen.

Langsamer Genuss

Auch in anderen Kärntner Regionen bietet der Herbst genussorientierte Möglichkeiten zur Entschleunigung. Als Motivationsangebot hat man dafür unter anderem quer durchs Land 19 »Slow Trails« verteilt: entspannende Wanderwege mit überschaubarer Länge von rund zehn Kilometern und nicht mehr als 300 Höhenmetern. Auf keinem ist man länger als drei Stunden unterwegs – passend zu den im Herbst wieder kürzer werdenden Tagen.

Jeder »Slow Trail« bietet Logenplätze der Natur mit besonderen Ausblicken in Flusstäler und auf Berge-Seen-Panoramawelten. Jeder hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte, sein eigenes Menü, mit dem die Sinne verwöhnt werden. Man besucht stille Bergseen und architektonisch oder historisch spannende Landmarks, taucht ab in mystisch anmutende Schluchten und spaziert durch dichte Schilfgürtel, streift durch sagenhafte Moorlandschaften und wandert auf weichen Wegen durch bunte Mischwälder.

Mit bis zu 20 Grad Wassertemperatur bieten dabei der Klopeiner See oder Wörthersee noch bis in den Oktober erfrischende Abkühlung – oder man holt sich die Entspannung in den Thermalbädern Kärntens beziehungsweise den Wellnessoasen diverser Seehotels wie dem »Acquapura Lake Spa« im »Falkensteiner Schlosshotel Velden«.

Wander- und Weingenuss

Neben anderen Standorten im Alpe-Adria-Raum betreibt das Familienunternehmen auch in Bad Leonfelden im oberösterreichischen Mühlviertel und im südburgenländischen Stegersbach Häuser mit großzügigem Entspannungs- und Erholungsangebot. In Stegersbach liegt dabei nicht nur die größte Golfanlage Österreichs vor der Haustüre, sondern auch eine Vielfalt an Radfahr-, Wander- und Weingenuss-Möglichkeiten in einer sich zu dieser Jahreszeit täglich bunter verfärbenden Landschaft.

Es ist die Zeit der Weinernte, der Kürbis-, Weidegans- und Wildspezialitäten, der Buschenschank-Besuche und des Martinilobens – die (erste) Stunde der Wahrheit für den aktuellen Weinjahrgang. Der Jungwein, der bis zum 11. November, dem Festtag des Heiligen Martin, bereits mehrere Wochen lang in den Fässern reifen durfte, wird nun zum ersten Mal verkostet.

Ganz nach alter Tradition der Weinbauern, die nicht nur die Qualität des eigenen neuen Jahrgangs prüften, sondern auch den Wein der Nachbarn, können auch Besucher rund um dieses Datum bei Weinfesten, Weinwanderungen oder auf Eigeninitiative von Weinkeller zu Weinkeller spazieren und das Werk der Winzer in stimmiger Atmosphäre verkosten. So beispielsweise beim »Ruster Herbst Zeitlos« Ende Oktober, wenn die Ruster Winzer ihre Kellertüren öffnen und man sich durch deren Produkte und den Charme des kleinen Stadtkerns kosten kann.

Auch im Seewinkel, jenem Landesteil, der sich im Nordburgenland zwischen das Ostufer des Neusiedler Sees und die ungarische Grenze zwängt, bieten sich dafür zahlreiche Möglichkeiten. Die Region ist durch einzigartige Salzlacken, die meisten jährlichen Sonnenstunden (2000) und den tiefsten Punkt Österreichs (114 Meter Seehöhe) sowie weitläufige Weinanbaugebiete in Griffweite zu Ungarn geprägt. Dazwischen warten mit dem »Vila Vita Pannonia« in Pamhagen und der »St. Martins Therme & Lodge« zwischen St. Andrä und Frauenkirchen zwei Zieladressen, die mit eigenen Badeseen samt Sandstrand und vielseitigen Übernachtungsmöglichkeiten in Lodges beziehungsweise einem Weinlaubendorf mit schilfgedeckten Bungalows aufwarten können. 

Auf 200 Hektar breitet sich das Natur-Resort »Vila Vita Pannonia« im Seewinkel aus. Vor der Haustüre: der Nationalpark Neusiedler See.
©Vila Vita Pannonia
Auf 200 Hektar breitet sich das Natur-Resort »Vila Vita Pannonia« im Seewinkel aus. Vor der Haustüre: der Nationalpark Neusiedler See.

Flaches Land – höchste Qualität

Wer in der Umgebung auf dem Fahrrad unterwegs ist, braucht sich nicht vor allzu vielen Kurven und Höhenmetern fürchten, dafür sieht man bei frühen Vormittagstouren, wie sich die vom See aufsteigenden Nebelschwaden an den Schilfhalmen verfangen. Zur Stärkung verfügt allein das »Vila Vita« über vier Restaurants, darunter »Die Möwe«, wo Küchenchef Bogdan Comanescu direkt am See laufend an raffinierten saisonalen und regionalen Köstlichkeiten tüftelt.

Wenn die Sonne später das Burgenland in kupferfarbenes Licht taucht, sollte der Tag mit einem Glas Blaufränkischem ausklingen – der Wein, dunkel und aromaschwer, wärmt die Seele von innen.

Weiter nördlich, wo das Weinviertel an der Grenze zu Tschechien seine sanften Hügel ordnet, liegt mit dem »Silent Spa« in Laa an der Thaya ein Thermenangebot, das neben Ruhe auf Regionalität setzt. Hier lässt sich neben dem normalen Publikumsbetrieb in zehn »Silent Villas« das Wellnesserlebnis zum exklusiven Genuss samt eigenem Dining-Service hochjazzen.

Neben Laa kuratiert der Thermenbetreiber Vamed auch die »Therme Wien« – eine Stadttherme, die zu den modernsten Europas zählt und auf 75.000 Quadratmetern Gäste mit einer eigenen Wellness-Topografie mit Bachlauf, Wasserfällen, Saunen, Dampfbädern, Sole-, Grotten- und Sprudelbecken, Sprungtürmen, Erlebnisrutschen und der ersten Thermenbibliothek Österreichs verwöhnt.

Vor den Toren der Stadt färbt »Malermeister Herbst« indes den Wienerwald in eine rostrot-gelborange-erdbraun-goldige Kulisse. Etwas weiter im Süden, in den Wiener Alpen, wo die Luft noch kühler schmeckt, knirscht im Spätherbst schon der Frost im Gras. Auch hier riecht es in diesen Tagen schon ganz intensiv nach Herbst.

Im »Silent Spa« der »Therme Laa« wird nicht nur auf Ruhe gesetzt, auch der Privatsphäre wird viel Raum in Form eigener Bungalows gegeben.
© Thermenresort Laa / Pflanzl Media
Im »Silent Spa« der »Therme Laa« wird nicht nur auf Ruhe gesetzt, auch der Privatsphäre wird viel Raum in Form eigener Bungalows gegeben.

Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 7/2025

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Klaus Höfler
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